Abenteuer Autokauf

Wir konzentrieren uns jetzt erst einmal auf das Auto. Mittlerweile haben wie einiges dazugelernt. Der Pick Up muss ein Long Bed (eine lange Ladefläche) haben und mindestens zwei Tonnen laden können. Zur Auswahl stehen Dodge, Ford, GMC und Chevrolet, wobei Dodge und GMC etwas preiswerter in der Anschaffung wären, aber unökonomischer im Verbrauch. Die Long Beds gibt es nicht so häufig, wie die Short Beds und mit dem 4WD sind wir in Florida nicht wirklich im richtigen Bundesstaat. Außerdem erfahren wir, gebrauchte Fahrzeuge älter als BJ 2003 werden sofort über Auktionen an kleinere Händler oder nach Mexiko weiterverkauft. Die positive Nachricht lautet, diese Art von Fahrzeug ist relativ preiswert zu bekommen, da der Amerikaner versucht diese Spritschleudern - seitdem auch in den USA die Benzinpreise in den letzten Jahren um ein vielfaches gestiegen sind - loszuwerden.

Bei Ford Galloway in Fort Myers bietet man uns den „Dirty Harry“ für insgesamt 7260 $ an. Dieser Preis wurde als "out of the door" bezeichnet. Er beinhaltet den eigentlichen Verkaufspreis des Fahrzeugs (6615 $), die Administrative Fee von 399 $ (Verkaufsgebühr für Inspektion, Reinigung, Verkaufsdokumente bereitstellen etc.) sowie ca 320 $ für den Zulassungsservice inkl. Nummernschild (tag) und Transfer der Besitzurkunde (title) zu der von uns angegebenen Adresse in New Jersey. Desweiteren ist auch die lokale Verkaufssteuer (tax) von 6% (420 $) in Florida enthalten (nicht vergessen, dass beim Kauf eines Fahrzeugs immer eine Steuer auf den Kaufpreis zu entrichten ist!!!).

Da das Auto schon ein älteres Modell ist und somit einige Meilen auf dem Buckel hat, sollte es eigentlich auch an einen Wholesaler weiterverkauft werden. Die erste Probefahrt findet leider genau im Nachmittagsgewitter statt, sodass wir kaum etwas sehen und nur kurz über den Hof fahren. Trotzdem kann Olli hier schon einmal genüsslich den 4WD und die Bremsen testen und dabei sämtliche Neuwagen mit Schlamm bespritzen.

Wir machen für Montag den 7. Juli den Termin für den Autokauf aus. Das Auto geht vor dem Verkauf noch durch einen Safety Check für den uns Ford 500 $ berechnet. Nach einer 2. Probefahrt, diesmal eine größere Runde, finden wir noch einige Mängel, die wohl beim Sicherheitsscheck untergegangen sind. Man verspricht uns, diese noch zu beseitigen, wenn wir das Auto am nächsten Tag abholen. Wir unterschreiben den Vertrag und bezahlen!

Jetzt gilt es noch eine Versicherung für das Auto für die USA und Kanada abzuschließen. (siehe Zulassung und Versicherung)

Als wir am nächsten Tag das Auto abholen, erwähnen wir noch das schiefstehende Lenkrad. Man sagt uns daraufhin, dass die Gummis an der vorderen Radaufhängung erneuert werden müssten, welches aber kein Sicherheitsrisiko darstellt. Für 1200 $ würde die Fordwerkstatt diese Reparatur übernehmen. Damit sind wir nicht einverstanden. Keiner der Anwesenden kann uns weiterhelfen und da der Verkaufsleiter nicht im Haus ist, können wir nichts weiter ausrichten. Unzufrieden fahren wir mit unserem neuen Auto von dannen.

Der Ford wird natürlich die nächsten Tage bei der Suche nach einem Slide In Camper ausgiebig getestet. Wir stellen fest, dass er bei einer bestimmten Geschwindigkeit enorm holpert und auf dem Highway auch sehr schwierig in der Spur zu halten ist. Wir lassen die Ball Joints noch in 2 anderen Werkstätten prüfen und uns wird beides Mal gesagt, diese müssen unbedingt gemacht werden – aus Sicherheitsgründen. Als wir schließlich einen geeigneten Camper finden, erfahren wir außerdem, dass wir 4 unterschiedlich große Reifen auf dem Truck haben, einer davon ist sogar ein falscher Reifen. Das ist für uns der Auslöser, nun doch noch einmal zu Ford zu fahren.

Genau eine Woche nach dem Autokauf stehen wir wieder bei Ford Galloway. Diesmal können wir mit Rick, dem Verkaufsdirektor Used Cars sprechen. Ihm tut die Situation leid und er verspricht uns umgehend Hilfe. Es werden alle 4 Reifen sowie die Radaufhängung erneuert und ein Leihwagen wird uns auch zur Verfügung gestellt. 24 Stunden später können wir mit einem sicheren und sehr zufriedenen Gefühl losfahren.

Dirty Harry

Tipps für andere Autokäufer

  • Achtung, der Verkaufspreis ist nicht der Endpreis. Auf den angegebenen Preis kommen noch die Verkaufssteuer des jeweiligen US-Bundesstaates, Bearbeitungsgebühren, wenn man beim Händler kauft und sonstige andere Kosten.
  • Florida ist kein guter Bundesstaat, um einen 4WD zu kaufen, da das Gelände dort viel zu eben ist.
  • Händler bieten die Verkaufsabwicklung, wie Beschaffung der Zulassung und der Nummernschilder selber ab
  • Autos älter als 5 Jahre sind sehr schwer bei einem großen Händler zu bekommen