Von unserer ersten Begegnung mit einem kleinen Slide In Camper habe wir ja bereits berichtet (siehe Beschaffung, Bild rechts). Da wir mittlerweile auch schon wissen, dass die RV-Händler nur große Fahrzeuge anbieten, suchen wir jetzt verstärkt übers Internet (Suchmaschine: „Craig’s List“). Das soll aber nicht heißen, dass wir nicht mindestens 2 Dutzend Händler abgeklappert haben. Leider gibt es auch im Netz nicht allzu viele Angebote und schon gar nicht in der Gegend um Fort Myers. Ca. 100 Meilen weiter nördlich finden wir aber 4 Slide Ins, die wir uns anschauen wollen

Also ab in unseren „Dirty Harry“ und auf in Richtung Orlando. Wir können bei der Gelegenheit gleich das Auto testen und den Benzinverbrauch ermitteln - aua (ca. 20 Liter/100 km; 12 mls/Galone).

10.07.2008 die erste Anlaufstation ist wieder ein RV Händler in Bartow. Der angebotene 10’’ Lance Slide In ist auch der einzige dieser Sorte auf dem gesamten Areal. Obwohl er schon 8 Jahre alt ist, ist er sehr sauber und in gutem Zustand. Man kann sich so einen Camper wie eine kleine Wohnung vorstellen. Das Bett befindet sich über der Fahrerkabine, es gibt eine Toilette und Dusche, eine kleine Küchenzeile mit Kühlschrank, Gefrierschrank, Spüle, Herd und Backofen sowie eine Sitzecke. Dieser gefällt uns auf Anhieb. Der Preis war mit 10.000 USD angegeben, aber wir sagen diesmal gleich, dass wir nur 8000 USD zur Verfügung haben. Außerdem kommen ja auch noch Steuern und Händlergebühren oben drauf. „B“, der Verkäufer, kommt uns sehr entgegen und bietet uns den Camper für 8500 USD an, und macht uns sogar Hoffnung, mit dem Preis noch weiter runter zu gehen. Da wir noch andere Camper in Petto haben, fahren wir erst einmal weiter, überlegen aber schon im Auto wieder umzudrehen und zuzuschlagen.

Wieder durch einen Tipp gelangen wir zu „ConybearRV“. Ein reiner Slide In Dealer, leider hat der schon zu. Von draußen sehen wir viele Camper und beschließen die Strecke am nächsten Tag noch einmal zurückzulegen.

Jetzt haben wir noch ein Privatangebot in Wesley Chapel. Jack, der Verkäufer ist sehr nett und obendrein Automechaniker, heißt, er würde uns beim Aufbau helfen. Der Camper ist ein 11’’ S&S Ponderosa auch BJ 2000 für 9000 USD. Er sieht viel verwohnter aus und macht auf uns erst einmal nicht so einen guten Eindruck. Allerdings weist uns Jack auf die Vorzüge eines Generators hin, den dieser Camper hat, nämlich Unabhängigkeit von Strom und damit Zeltplätzen.

Am nächsten Tag sind wir schon relativ früh bei „ConybearRV“. Die vielen Camper, die hier stehen, befinden sich allerdings weit außerhalb unseres Budgets. Der Verkäufer macht auch nicht den Eindruck, unbedingt etwas verkaufen zu müssen. Man muss wissen, neu kosten die kleinen Camper zwischen 25.000 - 35.000 USD. Für Befestigungsmaterial und Montage bezahlt man in der Regel noch einmal ca. 800 bis 1200 USD.

Also rufen wir „B“ an und teilen ihm mit, dass wir den Camper für 8000 USD out of the door nehmen. Inzwischen haben sich die Bedingungen allerdings geändert – der Preis ist auf 7500 USD runter gegangen, drauf kommen jetzt noch die üblichen Steuern, Verkäufergebühr und natürlich die Montage plus der Montageteile. Na gut, denken wir, erst mal hinfahren, da wir ja sowieso in der Gegend sind, und dann noch mal verhandeln. Diesmal legen wir uns einen genauen Plan zurecht – wir haben aus dem Autokauf gelernt! Wir beschauen uns den Camper noch einmal ausgiebig – alleine, testen alles in Ruhe und finden einige Mängel. Außerdem, dort wo ein Generator sein sollte, ist nur eine leere Box. Mit unserer Liste gehen wir zu „B“, um noch einmal über den Preis zu verhandeln. Wir sind jetzt bei 8571 USD. Die Befestigung und Montage soll noch einmal 600 USD kosten. Wir bleiben knallhart und weichen nicht von erwähnten 8000 USD ab. Jetzt kommt sogar „B’s“ Boss dazu. Er macht uns klar, dass er nicht weiter mit dem Preis runtergehen kann. Damit ist die Sache für uns erst einmal beendet und wir verlassen das Büro. Auf dem Parkplatz kommt uns „B“ noch einmal hinterher. Er will sich melden, falls es etwas Neues gibt – war die Taktik also doch nicht so schlecht?

Was nun? Die weite Strecke wieder umsonst? Erst mal was essen. Ich versuche Olli, von Jacks Ponderosa-Camper zu überzeugen. Wir rufen Jack also noch einmal an und fahren vorbei. Nach 2 Stunden rund um den Ford – wir erfahren ZUM GLÜCK, dass einer unserer Reifen überhaupt nicht unter das Auto gehört und wir damit gar keinen Camper laden könnten – fahren wir mit einem Angebot von 8000 USD und der Feststellung, dass wir den Ford reparieren lassen müssen und neue Reifen brauchen zurück nach Fort Myers.

12.07. Samstag, lassen wir erst einmal gemütlich angehen. Wir haben aufgrund der Verzögerungen mit Auto und Camper unser Hotel noch einmal um vier weitere Nächte verlängert. Bezüglich der Autoreparatur werden wir erst am Montag weiterkommen. Nach einigem Hin und Her, entscheiden wir uns für Jacks Ponderosa. Ja, er ist nicht besonders sauber, aber das kann man ja hinbekommen. Er bietet genügend Platz, Dusche und Toilette sind sogar getrennt und er hat einen Generator. Alles für 8000 USD, der Hocks und Montage eingeschlossen. Telefonisch machen wir den Kauf klar.

Am Mittwoch - 16.07. - ist es dann endlich so weit. Wir checken aus und fahren mit unserem reparierten Auto und 4 neuen Reifen wieder nach Wesley Chapel. Ganze 5 Stunden dauert es, bis die Hocks von Jacks Truck an unseren Ford montiert sind und der Camper aufgeschnallt werden kann. Ich putze den Camper in der Zeit von innen. Es ist wirklich verwunderlich, in welchem Zustand manche Leute Dinge verkaufen. Es gibt ganz schön viel zu schrubben. Es sieht ziemlich gefährlich aus, wie Jack und Olli den Truck Millimeter für Millimeter unter den Camper rangieren. Jetzt noch die Kabel für den Strom verbinden und dann sind wir endlich fertig. Gegen 22 Uhr fahren wir mit unserem Truck Camper los - der später den Namen Jonny Rotten bekommen sollte - aber dazu mehr in den Reiseberichten zur USA Ostküste