Einreisebestimmungen für Deutsche in die USA

Reisedokumente / Visum

Normalerweise, reist man als deutscher Tourist ohne großen Aufwand unter dem „Visa Waiver“ Programm in die USA ein. Touristen, Geschäftsreisende oder zum Transit genutzt, kann man bis zu neunzig Tagen unter dem „Visa Waiver“ Programm ohne Visum in die USA einreisen. Folgende Voraussetzungen müssen aber erfüllt sein:

  • mindestens für die Dauer des geplanten Aufenthaltes gültiger regulärer (bordeauxroten) Reisepass (Achtung: mit dem vorläufigen Reisepass benötigt ihr ein Visum)
  • mit einer regulären Fluglinie oder Schifffahrtsgesellschaft einreisen und
  • Rück- oder Weiterflugticket (nicht nach Kanada, Mexiko oder die Karibik), gültig für den Zeitraum von max. 90 Tagen ab der ersten Einreise in die USA

Wie schon unschwer zu erkennen ist, erfüllen wir nur die ersten beiden Punkte, können aber unsere Ausreise aus den USA nicht nachweisen. Außerdem planen wir einen längeren Aufenthalt als nur 90 Tage. Mit anderen Worten – wir benötigen Visum für die Einreise, und zwar ein Geschäfts- oder Touristenvisum (B-1/B-2).

Die US-Einreisebestimmungen und Infos zum Visumverfahren findet ihr auch noch einmal auf der Webseite www.us-botschaft.de (deutsch) oder www.usembassy.de (englisch).

Wie beantragt man das B-2 Visum?

Der Visa-Antrag kann in der US-Botschaft in Berlin, dem US-Generalkonsulat in Frankfurt oder US-Generalkonsulat in München gestellt werden. Dazu mussten wir vorher einen Interviewtermin vereinbaren. Dieser Termin kann telefonisch beim Visa-Informationsdienst unter 0900 1-850055 (EUR 1.86/Min aus dem deutschen Festnetz) oder online unter folgendem Link beantragt werden:

http://www.usvisa-germany.com/germany/index.jsp?

Zuerst haben wir hier eine PIN (Persönliche Identifikationsnummer) für $10 „gekauft“ und konnten dann damit auf den Informationsservice zugreifen, um den Termin zu vereinbaren. (PIN ist 90 Tage gültig). Wir haben unsere Termine in der Botschaft in Berlin beantragt, was wir gleich noch mit einem Besuch bei Freunden verknüpfen konnten.

Die Bearbeitungsgebühr für die Beantragung des US-Nichteinwanderungsvisums kostet ab Januar 2008 94,32 Euro. Online allerdings nur 89,00 Euro. Auch diesen Betrag muss man vorab überweisen (über & Meier). Die Bestätigung benötigt man später noch einmal. Wenn alles bezahlt ist, kann man sich endlich den Anträgen zuwenden...

Jeder muss ein DS-156 ausfüllen, was relativ schnell geht. Männer zwischen 16 und 45 müssen das Zusatzformular DS-157 einreichen. Das ist ein wenig umfangreicher. Anschließend alles ausdrucken. Die Information sind jetzt auf dem Strichcode gespeichert, der deswegen auch nicht geknickt werden darf.

Wenn man dann seinen Termin wahrnimmt, muss man folgende Unterlagen dabeihaben:

  • den mindestens für die Dauer des Aufenthaltes gültigen Reisepass
  • das Antragsformular DS-156
  • das Zusatzformular DS-157 für die Männer
  • neueres Farbpassbild für jeden Antragsteller (quadratisch-praktisch-gut, siehe: Fotobestimmungen für US-Visa)
  • die Zahlungsbestätigung über die Visa-Antragsgebühr
  • einen adressierten, frankierten Rückumschlag, groß genug für Pass und Unterlagen
  • Nachweis der Absicht, die USA nach einem vorübergehenden Aufenthalt wieder zu verlassen

Wir sind schon mal vorab einen Tag früher zur Botschaft gefahren, um Parkplätze usw. abzuchecken. Außerdem haben wir hier erfahren, dass wir viel Zeit mitbringen sollen.

Um 8:00 Uhr hatten wir dann am .... unsere Termine. Als wir 7:30 Uhr ankamen, standen schon ca. 10 Leute vor der Botschaft. Um 8 wird dann der erste Schwung von 4 Leuten in die Sicherheitszone geholt. Damit die Abwicklung so schnell wie möglich von statten geht, sollte man wirklich nur die notwendigen Unterlagen bei sich haben. Auf gar keinen Fall dürfen elektronisch Geräte wie Handys oder MP3-Player in die Botschaft oder das Konsulat mitgenommen werden. Als wir an der Reihe waren, musste Olli dann trotzdem noch das Feuerzeug abgeben, was er nach dem Termin aber wiederbekommen hat.

Wie am Flughafen geht man durch einen Sicherheitsscheck. Dann in der Botschaft selbst muss man seine Unterlagen nach Vorgabe sortieren und sich am nächsten Schalter einreihen. Hier werden die Unterlagen entgegen genommen und man bekommt ein Wartenummer. Wenn diese aufgerufen wird, muss man seine Fingerabdrücke abgeben.

Seit dem 10. Dezember 2007, werden von den Visumantragstellern zehn Fingerabdrücke elektronisch erfasst. Ihr solltet darauf achten, keine Verletzungen an den Fingerkuppen zu haben, auch später bei der Einreise kann das ein Problem sein.

Dann wieder warten, bis man zum Interviewtermin aufgerufen wird. Wir waren total aufgeregt und die komplizierte Abwicklung hat nicht gerade zur Entspannung beigetragen. Uns saß dann ein ziemlich netter Ami beim Interview gegenüber. Der stellte kurz ein zwei Fragen, vor allem gings um die finanzielle Absicherung unseres Aufenthaltes. Dazu hatten wir diverse Kontoauszüge dabei. Nach 5 Min. war das Gespräch schon beendet und wir konnten die Botschaft verlassen.

Kaum zu glauben, aber wahr: nach bereits einem Tag kam unser Pass per Post mit dem Visumsantrag. Ob wir wirklich einreisen dürfen, entscheidet allerdings dann der Einreisebeamte in den USA. Wir können jetzt also nur noch abwarten und hoffen...