NEW JERSEY - 28. Juli bis 12. August

Am Montag, den 28.07. fahren wir von Lorton weiter Richtung Norden. Am Abend erreichen wir Hillsbourough. Rich und seine Familie, dazu gehören Jen - seine Frau, Virginia – die Schwiegermutter, die vorübergehend bei den beiden wohnt und die beiden Kinder Gavin (2 Jahre) und Taylor (3 Monate) wohnen in einem schönen Haus in einer sehr ruhigen Gegend. Ach ja, und Cooper, den Riesenhund nicht zu vergessen. Wir bekommen auch gleich eine Einweisung, wie wir uns am besten verhalten, sodass wir uns nicht vor ihm fürchten müssen. Der Camper wird im Driveway vor der Garage geparkt und blockiert jetzt auch alles, so dass die anderen Autos alle an der Straße stehen müssen. Das soll für die nächsten Tage unsere Heimat sein.

Die ersten drei Tage ist Olli vollends damit beschäftigt, das morsche Holz aus dem Camper zu reißen und durch neues zu ersetzen. Glücklicherweise hat Rich eine Unmenge an Werkzeugen und auch Material. Olli darf alles benutzen. Der Satz „It’s yours“ wird zum Slogan. Ich verbringe meine Zeit mit Wäsche waschen, dem Schreiben von Website-Texten, beantworte E-Mails. Wir können das WiFi von Rich nutzen, das ist wirklich komfortabel. Außerdem beschäftige ich mich mit Taylor, wenn Jen mit den beiden Kindern abends nach Hause kommt (Nichtenersatz). Schließlich erledigen wir Einkäufe und verbringen die Abende mit Rich und seiner Familie.

Am Donnerstag den, 31.07. hat sich Rich frei genommen und wir fahren zusammen zu Epcos, der Firma, in der ich 7 Jahre zuvor ein Jahr Praktikum gemacht habe. Baby Tayler wird vorgestellt und ich möchte natürlich die alten Gesichter wieder sehen. Alles ist anders. Die alten Gebäude wurden durch neue ersetzt und auch die alten Parkplätze sind nicht mehr da. Dafür gibt es neue und eine Kantine für mehrere Firmen des Business Parks. Vicky erwartet uns schon unten. Wir verbringen bestimmt 3 Stunden in der Firma und es gibt großes Hallo und viele Ahs und Ohs bezüglich der „Germans on tour“. Es ist besonders schön Joe und Craig wieder zu sehen.

Abends laden uns Rich und Jen zu unserem ersten Baseball Game ein. Es ist ein regionales Spiel: Patriots vs. Stormers. Vorab gibt es noch eine kleine Autoshow. Alle möglichen Anwohner stellen ihre Oldtimer aus und vor dem Spiel gibt es für diese eine Ehrenrunde durchs Stadion. Das Spiel beginnt mit der Hymne, gesungen von einer kleinen Amerikanerin, wozu alle Amerikaner aufstehen, kräftig mitsingen und dabei die Hand aufs Herz legen. Dann geht’s los. Wir haben jetzt wohl die meisten Regeln verstanden. Ist ziemlich interessant, obwohl man sagen muss, mit Sport, hat dieses Spiel wenig zu tun. Die einzigen, die sich wirklich bewegen, sind der Batter und der Pitcher. Nicht zu vergessen die Zuschauer, die permanent auf der Suche nach Essen und Trinken umher rennen. Zwischen den Runden gibt es Showeinlagen und während des gesamten Spiels immer wieder Musik zum mitklatschen und anfeuern. Ziemlich ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig für Deutsche. Nur die wenigsten hier interessieren sich wirklich für die Dinge auf dem Spielfeld, für die meisten ist so ein Spiel mehr ein social gathering.

01.08. Jen fährt uns um 12 Uhr zur Station in New Brunswick und von dort nehmen Olli und ich den Zug zur NY Penn Station. (siehe Bericht: NYC 01. August 2008).

Am Sonntag, den 03.08. sind wir bei Vicky zum Barbecue eingeladen. Vicky wohnt in Clifton, was eine Stunde nördlich von Hillsbourough liegt. Vicky’s Familie ist sehr groß und alle wohnen dort in einem großen Haus mit Garten und Pool. Da sind Vicky’s Eltern, Bill und Janet, die beide unten wohnen und oben wohnt Vicky mit ihrem Mann Joe und den drei Söhnen, Mathew, Joseph und Michael. Der Driveway wurde extra für uns freigehalten. Als wir ankommen, ist der Garten schon voller Leute. Vicky’s Mutter hat nämlich auch Gäste und so wird es ein etwas größeres Barbecue. Der älteste Gast, eine nette ältere Dame, ist über 100 Jahre alt. Es ist schön, Vicky’s Familie wieder zu sehen. Alle sind lieb und voller wertvoller Tipps für unsere Reise. Und natürlich gibt es viele leckere Burger, Hot Dogs mit Sauerkraut oder Chili, je nach Leidenschaft. Abends wälzen wir noch den Atlas, um den besten Weg nach Alaska zu finden. Vicky’s Mutter ist in dem Teil Kanadas aufgewachsen, durch den wir bald fahren werden.

Am nächsten Morgen haben wir den Pool für uns alleine und das nutzen wir natürlich aus. Dann wird es Zeit sich zu verabschieden und wir treten die Rückfahrt nach Hillsbourough an. Auf dem Weg halten wir noch bei einem vermeintlichen RV-Dealer, aber der kann uns mit dem verrotteten Holz auch nicht weiterhelfen. Bei Rich angekommen, macht sich Olli wieder an den Camper. Er arbeitet den ganzen Abend und den ganzen nächsten Tag. Mittlerweile hat er das gesamte untere Bodenteil erneuert und den linken vorderen Teil. Außerdem war das gesamte Holz unter der Spüle morsch, was jetzt auch ausgebessert ist. Die Waschbeckenabflüsse sind jetzt wieder dicht und die Badezimmertür schleift nicht mehr und die Klimaanlage funktioniert auch wieder einwandfrei.

Jetzt werden noch Restarbeiten erledigt. Ich streiche das neue Holz, der Camper wird komplett von außen geputzt. Olli montiert neue Schrauben an alle Jacks (das sind die vier Stützen, auf denen der Camper steht, wenn wir mit unserem Thirsty Harry Tagesausflüge machen). Jetzt sieht unser jonny Rotten (so soll unser Camper ab sofort heissen) fast aus wie neu.

Am Donnerstag, den 07. August sind wir mit Vicky und Joe um halb 8 zum Essen beim Brasilianer in Newark verabredet. Das Essen ist super lecker. Es gibt brasilianisches Barbecue mit allen erdenklichen Sorten Fleisch vom Spieß, mit denen die Kellner immer wieder zu den Tischen kommen und man Schwierigkeiten hat, irgendwann nein zu sagen. Außerdem gibt es eine Salatbar - zum Glück aber auch eine Sushi-Bar für mich. Leider fängt es heftig an zu regnen, als wir das Restaurant verlassen. Trotzdem fahren wir, wieder mal total voll gegessen, wie geplant nach NYC, um die Stadt bei Nacht zu erleben. Wir cruisen 3 Stunden durch die amerikanische Metropole – die niemals schläft. (siehe Bericht: NYC 07. August 2008).

Am Freitag, den 08. August erledigen wir die (vorerst) letzten Arbeiten am Camper. Die abgebauten Teile müssen wieder montiert werden und natürlich wird Rich’s Werkstatt wieder auf Vordermann gebracht. Leider können wir dadurch erst sehr spät essen. Außerdem sehen wir die Eröffnungsfeier der Olympiade auf rich seinem riesigen Fernseher nur halb.

Am Samstag verabschieden wir uns dann endgültig von Jen und Rich und der ganzen Familie. Wir trinken noch einen letzten gemütlichen Kaffee auf der Veranda und bedanken uns noch einmal für die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. Von hier fahren wir eine Stunde nach Clifton zu Vicky. Dort angekommen, haben wir gerade Zeit, etwas zu essen und den Zugplan auszuchecken, dann müssen wir schon los. Wir haben Karten für die Sonic Vision (siehe Bericht: NYC 09. August 2008).

Sonntag und Montag verbringen wir zwei sehr schöne Tage bei Vicky und ihrer lieben Familie. Wir baden im Pool, erledigen Einkäufe und gehen in den Park. Abends wird gegrillt oder es gibt andere leckere Sachen zum Essen. Am Dienstag, den 12. August gegen 16 Uhr heißt es dann doch Abschied nehmen. Wir fahren weiter Richtung Norden. Jetzt haben wir also meine Freunde in New Jersey verlassen und ich bin ganz traurig. Es war sehr schön, alle mal wieder zu sehen und alle waren sehr nett und hilfsbereit. Bei Rich waren wir 10 Tage und konnten wie die Wilden am Camper schrauben und somit noch einmal unser Glück im Unglück finden und bei Vicky haben wir uns auch sehr sehr wohl gefühlt. Die ganze Familie hat ein so großes Herz, dass es beim Abschied eine menge Tränen gab, sogar Olli hatte feuchte Augen.