Niagara Falls - 5. August 2008

Nach unserem Tränenreichen Abschied von Vicky’s Familie sind wir also wieder on the route Richtung Niagara Fälle. Zwei Tage später kommen wir dort nachmittags an. Die Grenzüberquerung ist sehr einfach. Wir fahren beim Schild „Busse und RV’s“ rein und sind die einzigen, während auf der anderen Seite eine lange Schlange auf die Abfertigung wartet. Ein netter Beamter möchte eigentlich nur wissen, ob wir Waffen dabeihaben. Der Information, dass Deutsche so gut wie nie Waffen besitzen, kann er nur zustimmen. Ein freundliches Lächeln verschafft uns innerhalb weniger Sekunden den Einreisestempel im Pass.

Von dort suchen wir für unser Mobil einen Parkplatz. Dieses finden wir auch, allerdings etwas weiter weg von den Fällen, aber mit unserem Parkticket können wir ein Busshuttle nutzen, welches alle 10 min zu den Fällen fährt.

Jetzt erstmal was ganz Generelles. Die Niagara Fälle befinden sich auf der amerikanischen Seite und sind ca. 30 m tief und 150 m breit. Um direkt auf diese Fälle zu schauen, muss man entweder auf die kanadische Seite oder aber auf einen eigens für diesen Zweck erbauten Turm mit Aussichtsplattform auf amerikanischer Seite. Die eigentlich spektakulären Fälle sind die Horseshoe Falls auf kanadischem Boden. Diese verlaufen wie der Name schon sagt U-förmig und sind über die gesamte Breite bestimmt 500 m.

Wir promenieren also entlang der Horseshoe Falls – zusammen mit ca. 500 anderen Touristen. Natürlich machen wir wieder viel zu viele Fotos. Ungefähr auf der Mitte der Strecke kann man hinunter und hinter die Horseshoe Falls gehen. Dazu bekommt man gelbe Regencapes, weil das ganze natürlich eine ziemlich nasse Angelegenheit ist. Dasselbe wird auch auf der anderen Seite bei den Niagara Fällen angeboten, allerdings kommt man nicht hinter die Fälle, sondern nur von unten direkt heran.

Dieses Spektakel überspringen wir allerdings, da wir uns vorgenommen haben, mit dem Boot bis an die Fälle heran zu fahren. Das Boot bzw. die Boote (es sind 3 und diese fahren ca. alle 15 min für knapp 15 $ pro Person) nennt sich „Maid of the Mist“ und das zu Recht. Auch wir bekommen Regencapes – blaue. Das Boot steuert zuerst auf die Niagara Fälle zu und dann weiter zu den Horseshoe Falls. Man kann sich vorstellen, wie windig und nass es da unten zugeht. Auf jeden Fall ist es ziemlich beeindruckend die Fälle von unten sehen zu können, wie die Wassermengen aus dieser Höhe nach unten rauschen. Das Sonnenlicht erzeugt über den Fällen immer wieder Regenbögen. Begleitet wird das Ganze von den kreischenden Touristen, wenn wieder eine nasse Windböe über das Boot fegt. Das Wasser Nahe dem Ufer sieht nicht allzu sauber aus, aber das ist ja auch kein Wunder, hier in diesem Becken fängt sich der gesamte Schmutz aus den Seen und der Bootsverkehr trägt sicherlich auch dazu bei.

Nach der Bootstour legen wir ein Päuschen ein und fahren erst einmal zurück zum Auto. Dort essen wir etwas und gehen dann frisch gestärkt zurück. Wir hätten unsere blauen Regencapes mitnehmen sollten. Der Wind steht so ungünstig, dass der ganze Wassernebel auf die Promenade geweht wird. Irgendwie halbtrocken kommen wir trotzdem an einem guten Aussichtspunkt an. Aussichtspunkt, wofür fragt Ihr Euch. Ja, abends werden die Wasserfälle von kanadischer Seite in den Regenbogenfarben angestrahlt. Außerdem wird dieser Tag mit einem Feuerwerk finalisiert. Ein Event, welches jeden Abend im Sommer angeboten wird. Wir genießen also den Anblick und das Feuerwerk, danach schlendern wir zurück zum Parkplatz (noch ein super Tipp: das Parkhäuschen ist um diese Zeit nicht mehr besetzt und so können wir ohne die 16 $ für 4 Stunden parken zu bezahlen, rausfahren). Ein letzter Blick vom Auto auf die bestrahlte Promenade und dann geht es wieder auf den Highway in Richtung Toronto.