Die Erste Autopanne - 19. August 2008

Morgens, beim Frühstück haben wir ein Schockerlebnis mit einer Riesenkakerlake in unserer Küche, die allerdings schon angeschlagen von den ausgelegten Kakerlakenfallen hin und her taumelt. Halb 11 sind wir soweit, dass wir losfahren können. Hier in Minnesota gibt es extrem wenige Tankstellen, aber wenn eine kommt, ist sie preiswert. Überhaupt gibt es wenig von allem außer grünen Hügeln und Maisfeldern. Die Landschaft ist einsam, aber trotzdem schön. Wir machen noch mal eine Kaffeepause auf einem der vielen Rest Areas und fahren dann am späten Nachmittag von der Interstate in Sioux Falls ab.

Zuerst wollen wir beim Postamt unsere längst überfälligen Postkarten einwerfen, doch diese sind plötzlich unauffindbar. Wir durchsuchen das gesamte Auto und den Camper mehrmals. Die ganze Zeit flogen sie vor unserer Nase rum, und jetzt sind sie weg. Super! Nach einer Stunde vergeblichen Suchens fahren wir weiter – zu Ford. Dort fragen wir wieder einmal nach unserem kaputten Außenspiegel, vergebens, ist nicht am Lager. Wir tanken günstig und versuchen noch einen Ölwechsel bei Freight Liners zu bekommen, aber die sind anscheinend nicht an Arbeit interessiert und lehnen ab. Gut, machen wir uns also wieder auf den Weg Richtung Westen.

Diesmal bin ich mit dem Fahren an der Reihe. Ich setze mich ans Steuer, fahre 300 m bis auf die Umgehungsstraße und... Nichts geht mehr, Motor tot (glücklicherweise auf einer geraden Strecke, denn ohne Motor, keine Servolenkung) und wir stehen ziemlich ratlos am Straßenrand. Olli überprüft jetzt alle Sicherungen, aber auch das hilft nicht. Er startet zwar, aber geht nicht richtig an – bekommt kein Benzin. Das ist also unser erster Test für den AAA bzw. ADAC. Leider ist es nicht so einfach eine Telefonverbindung zu bekommen oder auf der lauten Straße etwas zu verstehen. Endlich werde ich doch ohne Unterbrechung von Florida nach South Dakota durchgestellt. Inzwischen hat draußen auch schon der State Trooper (die amerikanische Highwaypolizei) angehalten und nach dem Rechten gefragt. Der AAA Mann am Telefon verspricht umgehend Hilfe. Der erste AAA Wagen fährt stumpf vorbei, der zweite hält in einiger Entfernung, telefoniert und fährt weiter. Eine halbe Stunde später ist dann endlich jemand gewillt, bei uns anzuhalten. Es ist der Fahrer von zuvor, aber da er keine Polizei gesehen hat – so wie ihm am Telefon gesagt wurde, ist er weitergefahren (danke fürs Nachdenken). Da unser Auto plus Camper zu groß ist, um von ihm abgeschleppt zu werden, müssen wir noch auf ein größeres Abschleppauto warten. Casey, der Mann mit dem zweiten Wagen, lädt uns ohne Umschweife ein und unser Gefährt auf. Er schleppt uns ca. 3 Meilen zu seinem Kumpel in die Werkstatt. Da es mittlerweile schon sehr spät und die Werkstatt zu ist, bleibt nur noch ein kühles Bier und ein netter Abend mit Casey und seinen Buddies, von denen alle Nase lang einer vorbei kommt.

Der Donnerstag beginnt erst einmal mit unserem Frühstück, dann wird der Camper abgeladen. Josh fährt den Truck in die Werkstatt auf die Rampe. Da dieser ja nicht mehr von alleine fährt, sitzt Brandon während dessen vor der geöffneten Motorhaube und sprüht manuell einen Benzinersatz in den Motor. Josh schraubt und werkelt den gesamten Tag an Harry herum. Glücklicherweise können wir dort das Internet für die Webpage nutzen. Um 6 Uhr abends ist Josh fertig und unser Dirty Harry jetzt komplett repariert. Es war die Benzinpumpe, die den Geist aufgegeben hatte. Josh hat außerdem den ganzen Tank gereinigt, einen Ölwechsel und neue Zündkerzen haben wir auch bekommen. Zu guter Letzt bringt Brandon noch das neue Kabel zwischen Camper und Truck an, so dass auch endlich das Rücklicht am Camper funktioniert. Alles zusammen hat uns ca. 700 $ gekostet und das ist nicht viel Geld für einen ganzen Tag guter Arbeit der beiden.

Der krönende Abschluss des Abends sind zwei Runden auf der Gokart-Bahn mit Brandon und Josh. Ca. 23 Uhr kommen wir los und fahren wieder auf die Interstate Richtung Westen. Man kann hier ruhig sagen, wir hatten Glück im Unglück. Sioux Falls ist die letzte große Stadt, danach kommt hunderte von Meilen erst einmal nichts mehr.