Badlands - 21. August 2008

Eigentlich wollten wir hier gar nicht hin. Eine spontane Eingabe lässt uns am 21.08. von der Interstate 90 auf den Loop 240 in die Badlands abfahren. Unser erster Nationalpark, wir ergreifen gleich die Chance und kaufen einen National Park Pass für 80 $. Dieser gilt für ein Jahr in allen Nationalparks der USA und zwar fürs Auto, also für uns beide.

Hinter der Parkeinfahrt und am ersten Lookout stockt uns der Atem. Die Landschaft ist atemberaubend. Bizarre Steinformationen, tiefe Schluchten, aufragende Steintürme in weiß und rot. Ollis Beschreibung „geil, beeindruckend, überwältigende Schönheit in Stein gefasst“ und wenn ein Mann schon solch poetische Worte findet... Man kann sich nicht satt sehen und natürlich fotografieren wir wieder was das Zeug hält. Eins steht fest, das ist für uns beide bis jetzt das Highlight unserer Reise. In der Abenddämmerung ist die Landschaft noch schöner, da sich jetzt lange Schatten in den tiefen Schluchten bilden.

Die Badlands waren ursprünglich eine flache Landschaft. Das Flutwasser fraß sich vor ca. 500.000 Jahren durch den porösen Stein und schuf dieses einzigartige Naturschauspiel. Dabei wurden auch begrabene Pflanzen- und Tierfossilien wieder freigelegt, welche man überall in den Badlands bewundern kann. Wissenschaftler sagen, dass in weiteren 500.000 Jahren nichts mehr von diesen Formationen übrig sein wird, da Wind und Regen die Landschaft immer mehr abtragen.

Abends fahren wir in den Teil der Badlands, wo man Bisonherden sehen kann. Gerade am Abend traut sich das Wildlife ja heraus. Und siehe da, ein einsamer riesiger Büffel direktemente an der Straße. Ein Prachtexemplar, der wahrscheinlich schon so an Touristen gewöhnt ist, dass er in aller Ruhe weitergrast. Der Tag wird zum Abschluss von einem wunderschönen Sonnenuntergang gekrönt.

Wir beschließen die Nacht auf einem der beiden Campgrounds im Park zu verbringen, die sind nämlich frei (in jeglicher Form), dafür allerdings auch sehr einfach – keine Duschen oder Hockups. Ich muss noch erwähnen, dass abends ein Wind aufkommt, der über Nacht zunimmt und uns beiden eine ziemlich unruhige Nacht verschafft. Der Camper schaukelt gefährlich in den Böen. Am Morgen hat der Wind ein wenig abgeschwächt, aber trotzdem fegt er noch über die leicht hügelige Grasslandschaft, in der man echte Wildwest-Gefühle bekommt. Wir verlassen den National Park. In Scenic, einem sehr kleinen Örtchen mit wildwestcharme, bekommen wir Benzin und fahren von dort auf der Umgehungsstraße nach Rapid City und auf die Black Hills zu.