Devilstower - 25. August 2008

An diesem Montag frühstücken wir bereits gegen 9 Uhr und kommen sogar schon gegen 10 Uhr los. Wir tanken noch einmal an der billigen Tankstelle in Rapid City und fahren anschließend zu „genpro“. Hier hoffen wir für unseren Generator am Camper einen Ölwechsel zu bekommen. Die angegebene Adresse entpuppt sich als ein reines Bürogebäude. Hier werden keine Servicearbeiten ausgeführt. Man schickt uns weiter nach Sturgis, aber auch dort - Fehlanzeige. Die eine Werkstatt ist ausgebucht, die andere hat die Filter nicht. Also wieder „on the Road“ Richtung Westen. Unser heutiges Ziel ist das Devils Tower National Monument. Das Monument liegt am Rande der Black Hills, aber im Bundesstaat Wyoming. Als ich vor 8 Jahren schon einmal hier war, hat der Ort einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Einige kennen den Devils Tower vielleicht durch Steven Spielbergs Film: „Die Unheimliche Begegnung der dritten Art“ von 1977. Ich hatte ihn gesehen, bevor ich selbst ganz unerwartet vor dem Felsen stand.

Wir fahren von der Interstate 90 ab und dann durch hügelige sonnige Landschaften. Schon von weitem kann man den Devils Tower sehen. Wie ein riesiger Monolith ragt er ca. 265 Meter in die Höhe. Da die Gegend drum herum flacher ist, fällt er sofort ins Auge. Mit einem Durchmesser von fast 150 Metern ist er sehr beeindruckend. Er wird nach oben hin nur etwas schmaler, ist am Ende flach und seine Wände sehen aus, als ob sie aus einzelnen Säulen zusammengesetzt wären. Der Berg ist für mehrere Indianervölker ein heiliger Ort. Durch seine auffallende Form wurde der Devils Tower oft Gegenstand indianischer Mythologie. Laut Sage der Kiowa-Indianer – und das ist die bekannteste - entstand der Devils Tower als sieben kleine Indianermädchen beim Spielen von mehreren Bären entdeckt wurden. In ihrer Not kletterten die Mädchen auf einen kleinen Felsbrocken und flehten den Stein um Rettung an. Der Fels erhörte die Mädchen und fing an in die Höhe zu wachsen. Wütend sprangen die Bären den Felsen an, brachen riesige Felsbrocken aus ihm heraus und kratzten mit ihren Krallen tiefe Rillen und Spalten in den Felsen, konnten jedoch die Mädchen nicht erreichen. Der Fels wuchs und wuchs bis in den Himmel hinein, bekam durch die Bärenkrallen seine jetzige Fassade und die sieben Mädchen sind heute als die Plejaden bekannt.

Aber nicht nur Mythen umragen den Devils Tower sondern auch tatsächliche Geschichte. 1968 wurde die Region vertraglich den Lakota zugesprochen. General Custer (nach dem der Park benannt ist, aus dem wir gerade kommen) verletzte den Vertrag als er 1874 mit einer militärischen Expedition die Black Hills erkundete und Gold fand. Daraufhin kamen natürlich viele Siedler und Goldsucher illegal in das Gebiet. Die Armee konnte das Land nicht mehr schützen und überließ es den Indianers sich selbst zu verteidigen. 1876 fand hier die letzte große Schlacht statt, bei der die Indianer siegten und Custer ums Leben kam (Schlacht am Little Bighorn). Allerdings wurden die siegreichen Indianer kurze Zeit später mit Gewalt in die Reservationen vertrieben. Das Gebiet um den Devils Tower wurde 1906 durch Präsident Roosevelt zum ersten National Monument ernannt. Dabei nutzte er ein gerade erlassenes Gesetzes (Antiquities Act), bei dem er auf die Zustimmung des Kongresses verzichten konnte.

Wir fahren bis kurz vor den Tower. Ab hier wird Eintritt kassiert und das müssen wir uns nicht geben. Wir parken an einem Saloon ähnlichem Gebäude, mit Souvenirshop und Snack Bar. Mit einem dampfenden Kaffee und einer Zigarette setzen wir uns auf der Terrasse auf eine Bank mit direktem Blick auf den Devils Tower. Wir lassen den mysteriösen Felsen auf uns wirken.

Auch viele Motorradfahrer haben sich eingefunden und stören die sonst absolute Ruhe mit ihren aufheulenden Maschinen. Im August wimmelt es nur so von ihnen. Nicht nur weil die Straßen herrlich kurvig sind sondern auch wegen der Sturgis-Motorrad-Rally, die jedes Jahr stattfindet. Von hier geht es für uns weiter und zurück auf der Interstate 90 bis Buffalo. Dort kehren wir erst einmal bei Mac Donald ein, surfen anschließend ein bisschen im Netz und dann fahren wir weiter die 90 bis Sheridon. Dort Schlafen wir wieder einmal auf unserem Lieblingscampground bei WalMart.

Zur Bildergalerie Memorials in den Black Hills