Banff und Jasper National Park - 04. bis 05. September 2008

Wir verlassen Calgary Richtung Westen in die Rocky Mountains auf dem Trans-Canada-Highway Nr. 1. Er verbindet Kanadas Ostküste mit der Westküste und führt uns ungefähr 100 km hinter Calgary direkt in den Banff National Park hinein. Dieser Park ist Kanadas erster National Park und wurde bereits 1885 gegründet. Er umfasst ca. 6600 m2 Fläche und gilt als UNESCO Welterbe. Leider hat der Park heute mit Massentourismus und der damit verbundenen Wildgefährdung zu kämpfen. Im Sommer fahren die Touristen zu 1000en über die Straßen und es kommt zu vielen Unfällen mit Tieren. Doch auch im Winter haben die Tiere keine Ruhe mehr, da der Park zunehmend vom Wintertourismus erschlossen wird.

Wir erreichen den Parkeingang in den frühen Abendstunden. Der Eintritt kostet 19,60 $ fürs Auto und gilt für das Durchfahren sowohl des Banff als auch des Jasper Nationalparks bis zum nächsten Tag 16 Uhr. Sollte man das Zeitlimit überschritten haben, wenn man in Jasper den Jasper Nationalpark verlässt, ist eine Nachgebühr fällig. Nach ein paar Kilometern durchfahren wir das Städtchen Banff. Die Stadt mit rund 8.300 Einwohnern liegt auf einer Höhe von 1.384 m. Hier befindet sich auch das Nobelhotel „Banff Springs Hotel“. Es soll das Vorbild für Stephen Kings Roman „The Shining“ gewesen sein. Eine Stunde hinter Banff fahren wir von der autobahnähnlichen Straße ab. Auf einer kleinen Lichtung, hinter einer Brücke und direkt am Fluss, finden wir einen ruhigen Stellplatz.

Am Freitag ist Olli schon um 8 Uhr wach und bereitet mal wieder das Frühstück zu. Bevor wir losfahren, machen wir noch einige Fotos. Man sieht erst jetzt, wie schön blau der Fluss ist. Auf der Brücke nistet ein Falke in einem riesigen Nest. Wir treffen einen netten Kanadier aus Quebec und unterhalten uns lange mit ihm. Nachdem wir unsere E-Mail Adressen ausgetauscht haben, verabschieden wir uns. Nun fahren wir durch den wunderschönen Nationalpark mit hohen Bergen links und rechts und immer wieder herrlich blauen Flüssen und grünen Seen. Das Wasser ist eisig kalt aber glasklar. Leider ist die Sicht nicht so gut. Die Gipfel der über 3.000 m hohen Berge sind Wolkenverhangen. Trotzdem halten wir immer wieder an den Aussichtspunkten und machen Fotos. Wir sehen sogar unseren ersten Bären. Noch ein ganz junger Schwarzbär, der an der Straße mit einer kleinen Tanne kämpft. Olli flucht, weil ich ihn zum Weiterfahren auffordere und kein Foto mache. Es ist aber so: wenn sich Bären an Touristen gewöhnen, also ihre natürliche Angst vor Autos und Menschen verlieren, besteht die Gefahr, dass sie erschossen werden.

Mittags erreichen wir Lake Louise, welches auf 1.500 m Höhe liegt und nach Prinzessin Louise Caroline Alberta benannt ist. Es ist ein touristischer Ort, gerade in der Skisaison. Wir fahren allerdings nicht in den Ort, da das Wetter nicht zu einem Stadtbummel einlädt. Hinter Lake Louise teilt sich die Straße. Der Trans-Canada-Highway biegt hier nach Westen ab. Wir fahren weiter Richtung Norden auf den Icefields Parkway, welcher sich nördlich bis Jasper zieht. Es geht immer Höher in die Berge, durch die Wolken und über den 2.088 m hohen Bow Pass.

An den Banff N. P. schließt sich ohne Unterbrechung der Jasper N. P. an. Das ist der größte Nationalpark der kanadischen Rocky Mountains. Beim Übergang von einem Park in den anderen, befinden sich das Columbia Icefield und der Athabasca Glacier. Hier ist es kalt und neblig, aber es ist der erste Gletscher unserer Reise. Der Zugang zum Fuß des Gletschers ist, aufgrund von Gefahr, eingeschränkt. Weiter geht es durch die Berge. Als der Himmel auflockert, sind die hohen grünen Berge verschwunden. Jetzt ist die Gegend von gelbem Sandstein bestimmt. Wir haben die Rockies verlassen und die Gegend wird eben.

Hinter Jasper machen wir einen Linksschwenker und fahren auf den „Scenic Highway to Alaska“, die 40, und der ist wirklich sehr schön. Hinzu kommt, dass sich die letzten Wolken verziehen und die Sonne die Umgebung in all ihren herrlichen Farben erscheinen lässt. Die Tannen sind dunkelgrün, das Gras an der Straße ist gelb und es wachsen darin rote Pflanzen. Eine Art Blume mit dunkelroten Blättern und weißem Wedel. Hinter den Bäumen an der Straße sieht man ab und zu grüne Baumbewachsene Täler, in denen sich weiße lang gezogene Wolken verfangen haben. Wir fahren also die ganze Zeit auf einer Art Hochplateau und um uns herum ein riesiges Meer von Bäumen. Es ist eine unglaubliche Weite, die einen hier umgibt.

Abends erreichen wir Grande Prairie, wo wir tanken. Ab jetzt muss jede Tankstelle mitgenommen werden, auch wenn die Preise immer weiter steigen, die nächste kommt vielleicht erst in 300 km. Wir fahren noch 130 km bis Dawson Creek, wo wir mal wieder auf dem Walmart Parkplatz übernachten. Hier in Dawson Creek beginnt der berühmte Alaska Highway.