Moschusochsen und Gletscher - 30. September 2008

In Palmer gibt es die einzige Moschusochsenfarm auf der Welt. Hier kann man also die Tiere sehen, die die letzte Eiszeit überlebt haben. Die Farm wird von einer Non-Profit Organisation geleitet. Für 8 $ bekommen wir eine Tour über die Farm, sehr viel interessante Informationen und einen Rundgang durch das kleine Museum. Die Moschusochsen sind nicht, wie man denken würde, mit Bison oder Kühen verwandt, nein, sie gehören zur Familie der Ziegen. Mit ihren seitlichen Hörnern und dem dicken Fell sehen sie wirklich sehr imposant aus. Männlein wie Weiblein haben Hörner, mit dem Unterschied, dass die Hörner bei den männlichen Moschusochsen in der Mitte über dem Kopf zusammengewachsen sind. Es sieht aus wie eine zum Mittelscheitel gekämmte weiße Haarpracht. Mit diesen Hörner rennen sie aus 30 m Entfernung und mit 50 km/h aufeinander zu. Der Knall dieser Kollision ist bis zu einem km weit zu hören. Natürlich machen das nur die Bullen! Ihre Gehirne werden bei dem Aufprall so stark geschädigt, dass sie nur eine Lebenserwartung bis zu 12 Jahren haben, wohingegen die Weibchen bis zu 20 Jahre alt werden können. Ist das nicht sehr beschreibend.

Die kleinen vier Monate alten Kälber werden ohne Hörner geboren. Sie sind echt drollig mit ihren kurzen Beinchen und dem dicken Fell. Sie sind ganz zutraulich und sehnen sich nach Nähe, da sie von Anfang an von ihren Müttern getrennt aufwachsen. Sie kommen gleich an den Zaun gewackelt und wollen einem die Hand lecken. Den Touristen ist es allerdings nicht erlaubt, die Tiere anzufassen, da sonst Krankheiten übertragen werden könnten. Wenn Moschusochsen geboren werden, haben sie gleich ein dickes Fell. Sie blöken wie Ziegen, nach ein paar Monaten muhen sie wie Kühe und wenn sie älter werden, geben sie einen lauten brüllenden Ton von sich. Die Tiere werden wegen ihres wertvollen Fells auf der Farm gehalten. Die Wolle der Moschusochsen ist 12 Mal wärmer als Schafswolle und damit auch um vieles wertvoller. Die Tiere werfen ihr Fell einmal im Jahr ab und bekommen dann ein neues, sauberes für den nächsten Winter. Bevor das passiert, wird das Fell von den Farmmitarbeitern ausgekämmt. Eine Fabrik macht daraus Garn und die einheimischen Indianer stricken die begehrten Wollsachen. Eine Mütze kostet übrigens schlappe 170 $.

Auf der Weiterfahrt geht es durch den Matanuska River Canyon. Dieser wurde von Millionen Jahren durch Gletscher geformt. Bei Meile 102 kann man auf den 18.000 Jahre alten Matanuska Gletscher schauen. Er schiebt sich von hinten durch die Berge und liegt ungefähr 300 m von der Straße entfernt. Von hier lassen sich sehr schön die blauen Gletscherschluchten erkennen. Die Gegend bekommt immer mehr weiße Flecken. Im Tal und am Rand der Berge liegt Schnee und dann liegt er plötzlich auch links und rechts der Straße. Es hat hier also die letzten Tage geschneit. Wer hätte das gedacht? Wir fahren an diesem Tag noch bis Glennallen. Hinter einer Tankstelle und vor dem Schulbusdepot finden wir unser Plätzchen zum schlafen. Der Platz ist ruhig und mitten im Schnee.