Nationalparks und Monuments in Arizona – 21. bis 23. November 2008

Grand Canyon National Park - 21. und 22. November 2008

Wir verlassen unseren schönen Stellplatz im National Forest und fahren in den Grand Canyon National Park. Das Straßensystem ist etwas verwirrend. Wir parken das Auto am Market Plaza und fahren mit dem free Shuttle Bus zum Visitor Center. Dort erkundigen wir uns nach einem Internetzugang, dem Wetter und dem Skywalk, ein neues Bauwerk am Grand Canyon, wo man sozusagen über den Abgrund läuft. Der Skywalk befindet sich allerdings nicht im Nationalpark selbst, sondern ist von Las Vegas (1,5 Stunden) aus zu erreichen. Gut, dass wir auch gleich den Preis erfragen, denn sonst wären wir dort wohlmöglich noch vorbei gefahren (20 $ fürs Parken und 60 $ pro Person Eintritt). Zur Krönung des Ganzen, darf man dort keine Fotos machen, sondern muss sich auf die dort angebotenen beschränken.

Der Grand Canyon ist über mehrere Millionen Jahre entstanden. Er säumt für 277 Meilen den Colorado River, wobei die Ränder des Canyons teilweise bis zu 29 Meilen weit auseinander liegen. Man sagt, die Sichtweite am Grand Canyon ist eine der besten, obwohl das in den letzten Jahren durch die Umweltverschmutzung schon weniger geworden ist. Hier an der Südseite kann man über mehrere Meilen einen asphaltierten Weg entlang des Canyonrandes gehen. Wir gehen vom Visitor Center zum Mather Point, einen der vielen Aussichtspunkte in und über den Canyon. Es ist schon sehr beeindruckend, wie gigantisch sich die Erde hier unter einem auftut. Gewaltige rote Butten ragen aus der Canyonmitte auf. Ganz unten erkennt man die kleinen Häuser der Phantom Ranch, zu der besonders wagemutige 1,6 Meilen hinabsteigen können und vor allem wieder hinaufklettern müssen. Für 150 $ kann man den Weg auch auf dem Rücken eines Maultieres bestreiten. Vom Matha Point laufen wir zwei Meilen zurück zum Auto und machen dort Mittagspause. Mit dem Auto fahren wir nun zum Mohave Point, wo wir den Sonnenuntergang über dem Canyon beobachten. Im Dunkeln fahren wir den gleichen Weg wieder aus dem Nationalpark, den wir gekommen sind und verbringen erst einmal einige Stunden in Tusayan im Internet. Kurz hinter Tusayan stellen wir uns für die Nacht wieder an einen schönen Stellplatz im National Forest.

Nicht ganz so zeitig verlassen wir unseren Stellplatz und fahren zurück zum Grand Canyon Nationalpark. Heute biegen wir nach rechts ab und fahren die 64 entlang des Südrims zum Desert View. Fast alle zwei Meilen gibt es einen Aussichtspunkt, aber irgendwann sieht dann doch alles gleich aus. Dazu kommt, dass heute das Licht nicht gut ist, es ist etwas diesig. Wir fahren trotzdem bestimmt 4 Aussichtspunkte an, zuletzt den Watchtower am Desert View. Hier steht, wie der Name schon sagt, ein Aussichtsturm, welcher von außen wie von innen sehr schön gestaltet ist. Im Souvenirshop gibt es die herrlichsten Indianerkeramiken in verschiedenen Stilen. Man kann den Turm auch ganz hinaufsteigen und von oben den kompletten Canyon überblicken. Von diesem letzten Punkt im Grand Canyon fahren wir nun weiter östlich, durch Cameron und Tuba City (wo wir für mittlerweile 2,14 $/Gallone tanken). Da wir uns die ganze Zeit in Indianergebiet befinden, gibt es immer wieder Stände mit den tollsten Dingen, bunte Decken, Schmuck und herrlichen Vasen.

Navajo National Monument – 23. November 2008

Wie geplant, fahren wir zu unserem nächsten Stellplatz. Am Navajo National Monument gibt es gleich zwei Campgrounds, die frei sind. Wir entscheiden uns für den Canyon-View-Campground. Hier ist es auch nicht mehr ganz so kalt. Nachts sinken die Temperaturen nur noch auf 5 Grad Celsius – eine Wohltat. Am Sonntagmorgen schauen wir erst einmal beim Visitor Center vorbei. Eine sehr nette Navajo-Indianerin informiert uns über die Trails zu den Ruinen. Wir schauen uns im Museum um, sehen einen Film über die Betatakin Höhle und Ruinen und laufen dann einen Kilometer bis zum Aussichtspunkt gegenüber der Betatakin Ruine. Der Weg ist asphaltiert und führt am Rande des Canyons entlang. Auf der anderen Seite des Canyons kann man große ausgespülte Höhlen (Alkoven) im Sandstein sehen. Im Schutz derer haben die Indianer damals ihre kleinen Steinhäuser gebaut. Die Wohnanlage und Lagerkammern stammen von 1300, wurden nur 50 Jahre bewohnt und erst 1909 entdeckt. Die damaligen Bewohner haben keinen Namen, stammen aber wahrscheinlich von den heutigen Pueblo-Indianern ab, die damals wie heute von Landwirtschaft leben. Man geht davon aus, dass die hier ansässigen Menschen weiter ins heute bekannte Mesa Verde gezogen sind, wo man auch solche Felshäuser in Höhlen findet. Wir verlassen das Navajo National Monument genau um 12 Uhr und fahren weiter zum Monument Valley, welches von hier ca. eine Stunde entfernt liegt...