Nationalparks und Monuments in Utah – 23. November bis 04. Dezember 2008

Monument Valley – 23. November 2008

Der Eintritt kostet 5 $/Person. Das Visitor Center hat geschlossen, aber es gibt einen Souvenirshop, mit wirklich sehr schönem und exklusivem Schmuck (ca. 1000 $ aufwärts für eine Kette) und ein Restaurant. Auf dem Parkplatz bieten die Navajo-Indianer Touren zu Pferd und im Auto an. Wir wollen aber mit unserem Truckcamper die fürchterliche 10 Meilen lange Runde fahren. Ganz langsam geht es über eine miserable Schotterpiste abwärts ins Tal. Zum Glück wird die Straße später besser. Gigantisch ziehen die riesigen Sandsteinformationen an uns vorbei, wunderschön die roten Kolosse und dahinter der blaue Himmel. Kurz vorm Sonnenuntergang sind wir zurück am Parkplatz und machen die letzten Bilder. Von hier fahren wir weiter nördlich zum Goosenecks State Park und unserem freien Campground für die Nacht. Die Strecke bis dorthin ist atemberaubend. Wir haben wohl das Licht, welches sich jeder Profifotograf wünscht. Am State Park angekommen, sehen wir zu unserer Überraschung, dass wir uns genau an einer tiefen Schlucht befinden. Unten fließt ein Fluss um die Füße des Canyons. Es sieht beeindruckend aus und morgen früh bestimmt noch mehr.

Goosenecks State Park – 24. November 2008

Wie bereits erahnt, genießen wir heute Morgen einen atemberaubenden Blick in die Landschaft. Wir stehen am Rande eines tiefen Canyons. Unter uns schlängelt sich der San Juan in gleichförmigen Schleifen durch die Schlucht. Wissenschaftler behaupten, dieser Ort wäre das perfekte Beispiel für solch seltene Landschaftsformen. Vom State Park fahren wir die 261 nach Norden. Die Gegend um uns ist ein Traum. Die Straße zieht sich durch plattes Land, aber in der Ferne sind rote Felsformationen zu sehen. Genau auf so eine fahren wir zu und kurz darauf hinein. Diese Straße wird nicht für RV’s oder Busse empfohlen, denn sie führt auf steilen Serpentinen in den Berg. Höher und höher klettert der Truck und die Aussicht wird grandios. So ungefähr stellen wir uns die Straßen in Südamerika vor, auf Schotter immer am Abgrund entlang. Oben angekommen, befinden wir uns auf einem ca. 6000 Fuß hohen Plateau. Es ist sehr einsam, selten kommt uns ein Auto entgegen und auch hier erstreckt sich wunderschöne Natur zu beiden Seiten.

Natural Bridges National Monument – 24. November 2008

Gegen Mittag erreichen wir Natural Bridges National Monument. Den Eintritt von 6 $ müssen wir nicht zahlen, da auch hier der Parkpass gilt. Das Monument liegt 1980 m/6500 Fuß hoch auf dem Cedar Tafelland. Hier haben pulsierende Gewässer zwei tiefe Schluchten und drei massive Brücken in den gelben Sandstein geformt. Mit dem eigenen Auto kann man einen 9 Meilen langen Loop auf einer sehr guten asphaltierten Einbahnstraße fahren. Um die drei Brücken zu sehen, kann man dann an den jeweiligen Aussichtspunkten halten oder auch die Wanderpfade hinabsteigen. Alle drei Brücken sind relativ einfach zu erreichen, da wir aber nicht den ganzen Tag Zeit haben, gehen wir nur zur Owachomo- Bridge und sehen uns die Sipapu und Kachina Bridge von weitem an. Das Natural Bridges NM ist sehr zu empfehlen, denn nicht nur die Landschaft ist einzigartig, auch die wenigen Besucher und die super gepflegte Anlage machen den Aufenthalt hier wirklich angenehm.

Canyonlands National Park – 26. November 2008

Morgens verlassen wir unseren sehr schönen Stellplatz im roten Wüstensand gegen 10 Uhr. Da es nur ein paar Meilen bis zum Nationalpark sind, erreichen wir kurze Zeit später das Visitor Center. Hier legen wir ordnungsgemäß unseren Parkpass vor und bekommen eine Landkarte vom Park und einige Hinweise. Der Canyonlands NP kann hauptsächlich zu Fuß, dem Mountainbike oder dem Off-Road-Fahrzeug erkundet werden. In den ca. 800 m2 großen Park führen nur zwei Stichstraßen, die eine im Süden ins Gebiet der „Needles“ die andere im Norden ins Gebiet „Island in the Sky“. Diese asphaltierten Straßen erschließen nur etwa 1/6 des gesamten Parks. Wasser und das Gesetz der Schwerkraft waren die Architekten dieser Landschaft und schufen aus flachen, sedimentären Felsschichten, farbige Canyons, Tafelberge, Steinsäulen und –bögen. Wir befinden uns bei den „Needles“ und fahren zuerst die Hauptstrasse bis ans Ende bis zum Big Spring Canyon Overlook. Auf dem Weg dorthin, gibt es einige Besichtigungspunkte, wie die Roadside Ruin, eine verlassene Behausung der Anasazi-Indianer oder den Slickrock Trail. Diese Straße zurück und eine Abzweigung nehmend, fahren wir nun die teilweise sehr schlechte Schotterpiste zum Elephant Hill. Vom Parkplatz gibt es einen Trail hoch hinauf in den Berg, bis man direkt vor den Needles, einer Ansammlung von rot-weißen Felssäulen, steht. Links und rechts vom Wanderweg sieht man die schönsten roten Felsgebilde, die aussehen wir erstarrte Schlammberge. Nachdem wir zurück auf der Hauptstraße sind, verlassen wir den Park Richtung Norden.

Arches National Park – 28. November 2008

In diesem Park findet man die höchste Konzentration an Felsbögen/Arches, von ganz kleinen bis zu 100 m/306 Fuß langen (2000 davon sind katalogisiert). Gleich 2 Meilen nach unserem Stellplatz geht es in den Nationalpark (10 $ ohne Pass). Hinter dem Tickethäuschen führt die Straße eine steile Felswand empor. Da die meisten heute noch frei haben, ist hier einiges los. So voll haben wir bis jetzt nur den Yellowstone NP erlebt, aber der Park ist groß und so verteilen sich die Leute. Der Arches NP ist fast durchgängig mit asphaltierten Straßen erschlossen und bietet neben verschieden langen Trails, mehrere Lookouts. Wir halten gleich am ersten, dem Park Avenue Viewpoint und haben hier Einblick in einen großartigen Canyon, flankiert von hohen roten Felsfinnen. Unser nächster Stop sind die Petrified Dunes, wo uralte Dünen zu Stein wurden. Wir biegen nach rechts zum „Garden of Eden“, ein Gebiet voll von hohen Monolithen und Türmen – alles in rot und weiter hinten geht es zu den Windows. Hier sind mehrere Arches in die Felswand geformt, zu denen kurze Trails führen. Wir entscheiden uns für den zur Double Arch, einem gigantischem Doppelbogen mit Blick auf den dahinter liegenden Cove of Caves und Elephant Butte. Zurück zur Hauptstraße lassen wir Delecate Arch rechts liegen (der Viewpoint soll nicht so doll sein und den 2 Stunden Trail wollen wir nicht gehen) und fahren direkt bis zum „Devils Garden“. Vom vollen Parkplatz führt ein 7 Meilen langer Wanderweg an mehreren Arches vorbei. Unser Buch rät, mindestens bis zur Landscape Arch (ca. 1 Meile) zu gehen. Aus dieser Steinbrücke brach 1991 ein 180 Tonnen schwerer Felsbrocken und vergrößerte so noch einmal die Spannweite des von unten sehr dünn aussehenden Bogens. Auf der Rückfahrt besichtigen wir Sand Dune Arch, die allerdings nicht so spektakulär ist, wie ihre Umgebung und der Weg, der zu ihr führt. Unser letzter Stopp ist beim Fierce Furnace, einem Labyrinth aus rot/weißem Sandstein, in welches man nur unter Führung eines Rangers darf. Der Anblick der aufstrebenden Felsblöcke im Sonnenuntergang ist aber auch wunderschön. Kaum zu glauben, war dieser NP wieder ganz anders als Canyonlands, obwohl die beiden so dicht beieinander liegen. Der Besuch hat sich gelohnt.

Capitol Reef National Park – 30. November 2008

An der Einfahrt des Capitol Reef National Park befindet sich kein Rangerhäuschen und es ist kein Eintritt erforderlich. Beide sind wir ganz gespannt, was uns in diesem Nationalpark erwartet, von dem so viele Leute schwärmen. Der Park zieht sich schlank von Nord nach Süd, wie die 160 Kilometer lange gekrümmte Falte in der Erdkruste (Wassertaschenfalte), die dem Park sein Aussehen verlieh. Die Straße die wir fahren, ist die Hauptverkehrsstraße und geht quer durch die Falte und immer entlang des Freemont Rivers. Zu Beginn der Strecke säumen hohe gelb und rot schillernde Felsen die Straße. In diesen Felsen befinden sich interessante Ausspülungen, die aussehen wie Löcher im Käse. Obwohl die Gegend ohne Frage sehr schön ist, haut es uns nicht von den Socken. Wir halten an der Behunin Cabin, wo einst eine 10-köpfige Mormonenfamilie auf ca. 8 qm lebte sowie bei den Felsmalereien der ersten Bewohner des Tales. Das waren die Freemont Indianer und die Anasazi, die schon damals vom fruchtbaren Boden des Freemont Valleys lebten. Viel später nach ihnen bewässerten und bebauten die Mormonen das Land, welches bis heute für sein gutes Obst bekannt ist. Nach 9 Meilen und kurz vor dem Visitor Center wird die Landschaft auf einmal unglaublich beeindruckend. Wir stehen direkt vor „The Castle“ einer Felswand, die sich mit ihren gelben spitzen Zacken aus grünem Stein und rotem Monolithen erhebt. Das Farbenspiel ist großartig und so geht es weiter in westlicher Richtung soweit das Auge reicht. Wir fahren hier aber kurz ab zum Visitor Center, bekommen dort ein paar Informationen über Wetter und Höhenlage und beschließen, heute noch bis Boulder und über den 9400 Fuß hohen Pass zu fahren, da es dort nicht ganz so kalt sein wird. Vom Visitor Center geht auch ein Scenic Highway in die Erdfalte hinein, den wir allerdings aufgrund der Straßenverhältnisse nicht fahren. Stattdessen machen wir einen kurzen Stopp beim Gooseneck und dem Panorama Viewpoint. Obwohl die Sonne von oben warm ist, geht hier ein starker kalter Wind. Vorbei an den farbenprächtigen Klippen und dunkelroten Spitzsäulen, geht aus dem Park heraus, dann biegen wir nach Süden auf die 12 und fahren direkt in die Berge des Dixie National Forest. Schon nach ein paar Meilen sehen wir Schnee an der Straße und je höher wir fahren, umso weißer wird es um uns herum. Selbst die Straße hat so einige Schneeverwehungen und wir fahren höher und höher. Fast ganz oben gibt es einen Aussichtspunkt auf das von der Abendsonne angestrahlte Tal und die gigantischen Riffs des Nationalparks. Wir überqueren den Pass und fahren auf der Südseite wieder hinab bis nach Boulder, wo wir auf den Burr Trail einbiegen. Ursula und Adriano haben uns empfohlen, hier entlangzufahren. Außerdem finden wir hier sehr einfach einen Stellplatz neben dieser ruhigen kleinen Straße.

Bryce Canyon National Park – 02. Dezember 2008

Ohne Park Pass kostet der Eintritt 25 $. Zuerst besuchen wir wie gewöhnlich das Visitor Center, wo wir uns den 20-Minütigen Film über die Entstehung und Highlights des Parks anschauen und einige Souvenirs kaufen. Anschließend geht es bei blauem Himmel und Schnee um uns herum auf der 18 Meilen langen Hauptstraße den Berg hinauf. Der Bryce Canyon liegt auf einer Höhe von 6000 bis 8000 Fuß und hat dementsprechend über 200 Tage im Jahr Eis und Schnee. Wir halten an verschiedenen Lookouts (Farview Point, Natural Bridge, Aqua und Ponderosa Canyon) und haben von hier immer wieder faszinierende Ansichten auf die rosafarbenen Monolithen und Arches unter uns. Am Ende der Straße, am Rainbow Point kann man bis zu 100 Meilen weit in das südliche Utah schauen und natürlich auch wieder auf Felsen, Spitzen und Monolithen in allen Rottönen. Wir befinden uns hier auf einer Höhe von 8000 Fuß und es ist dementsprechend kalt. Hinzu kommt ein scharfer Wind. Auf dem Rückweg halten wir am Bryce Point, der besonders schöne Sichten zum Sonnenaufgang verspricht und am Sunset Point, wo die Steinformationen jetzt am Nachmittag ins richtige Licht gerückt werden. Von hier schaut man auf das „Amphitheatre“, einen Kessel in dem tausende der rotweißen Felskegel aufragen. Das ist wohl der bekannteste Anblick des Bryce Canyons. Leider ist es zu kalt und zu vereist für Wanderungen, aber ein Abstieg in einen der Canyons muss großartige Ansichten bieten. Vielleicht beim nächsten Mal.

Zion National Park – 03. bis 05. Dezember 2008

Am Mittwoch erreichen wir den Zion National Park aus östlicher Richtung und werden gleich von 3 großen Informationsschildern begrüßt. Der freie Shuttle Bus verkehrt seit Anfang November saisonbedingt nicht mehr und es gibt einen Tunnel, bei dem wir mit einem Auto unserer Größe einen Escortservice brauchen. Am Tickethäuschen (25 $ ohne Pass) bestätigt uns die Rangerin noch einmal, es gibt zwei Tunnel, aber nur der letztere ist so eng, dass er für den entgegenkommenden Verkehr gesperrt werden muss, weil wir über beide Fahrbahnen in der Mitte hindurchfahren müssen. Das kostet uns 15 $. Hinter der Parkeinfahrt wird die Landschaft gleich spektakulär. Riesige Felsen in weiß, gelb und rosa, mit gleichmäßigen Rillen, erheben sich zu beiden Seiten der schmalen Straße. Vor dem zweiten Tunnel bekommen wir vom Parkranger einen Timer, dann fährt er voraus, um den Tunnel auf der anderen Seite zu sperren. Sieben Minuten später piept der kleine Timer und das ist unser Zeichen, los zu fahren. Der Zion-Mt. Carmel Tunnel ist 1,1 Meilen lang und wurde 1930 für die damals viel kleineren Autos gebaut. Auf der anderen Seite fahren wir über eine Serpentinenstraße ca. 2000 Fuß hinab in den tiefen Canyon. Die Felsen sind mittlerweile rötlich und noch viel höher. Nach einem kurzen Stopp im Visitor Center und Souvenirshop, suchen wir uns einen sonnigen Stellplatz am Watchman Campground (18 $ incl. Strom), umringt von den wunderschönen Steingiganten. Hier verbringen wir den gesamten nächsten Tag und besichtigen erst am Freitag den Nationalpark.

Der Scienic Drive ist nur 6 Meilen lang, aber es gibt einige Punkte, von denen man Trails machen kann oder auch nur einen Blick auf die atemberaubende Landschaft werfen kann. Im Gegensatz zum Grand Canyon, wo man sich auf dem Colorado Plateau befindet, ist man hier mitten im Canyon und schaut an den gewaltig aufsteigenden roten Felswänden empor. Obwohl wir uns immer noch in der Wüste befinden, ist der Zion NP grün. Das liegt an den beiden Flüssen, die den Canyon speisen. Wir fahren immer entlang des wild dahin fließenden Virgin Rivers und machen unseren ersten Stopp an den Emerald Pools. Um zu den drei Pools, die auf verschiedenen Höhen liegen, zu kommen, muss man in den Berg hinein steigen. Der gesamte Loop ist über zwei Meilen lang und anstrengend. Der erste Pool liegt unter einer ausgewaschenen Felswand, von der in dünnen Fäden das Wasser rauscht, der zweite Pool ist nicht wirklich erwähnenswert, aber der dritte und oberste ist wunderschön am Fuße von riesigen glatten Felswänden gelegen. Das Wasser hier, wie auch überall im Park ist glasklar. Weiter geht es bis ans Ende der Straße zum „Sinawava Temple“. Schon die Straße führt immer tiefer in den enger werdenden Canyon hinein, zu Fuß kann man aber von hier noch einmal eine Meile bis zu den „Narrows“ gehen. Man läuft direkt an hohen Felswänden entlang, aus denen in ca. 300 Meter Höhe Wasser rinnt. Davon gespeist wachsen herunterhängende Farne und Moos. Hier, wo der Trail endet, fließt der Virgin River aus dem ca. 30 m breiten Canyon, so dass man nicht trockenen Fußes weiterkommt. Im Sommer kann man allerdings in die „Narrows“ hineinlaufen, bis sich die Felswände bis auf 18 Fuß, also 6 Meter zusammen schieben. Wir machen uns auf den Rückweg und fahren die Einbahnstraße hinunter und in südlicher Richtung aus dem Park.