Antigua Guatemala – 30. Juli bis 28. August 2009

Wir erreichen die ehemalige Hauptstadt Guatemalas am frühen Nachmittag und finden auch relativ schnell den von Anne Britt und Patrick beschriebenen Stellplatz auf dem Gelände der Touristen Polizei. Dieser liegt zentral und ist kostenlos, es gibt Wasser und Strom und wir sind umgeben von Häuserruinen, die eine schützende Mauer bilden. Durch die wilden Pflanzen, die alten Gebäude und die Mauerreste wirkt der Platz freundlich grün. Abends gehen wir noch einmal raus und schlendern durch die Schachbrettmuster Straßen Antiguas. Die Stadt ist eine der ältesten Städte Lateinamerikas und gilt auch als eine der schönsten. Umgeben von drei Vulkanen (Agua, Fuego und Acatenango) besteht die Stadt aus Kopfsteinpflasterstaßen, mehreren Ruinen, die vom letzten großen Beben 1773 herrühren, Kolonialgebäuden und anderen schönen Häusern mit Terrakottadächern. Seit 1979 ist Antigua Weltkulturerbe, somit sind auch nirgends Neonreklame oder Ampeln zu sehen. Stattdessen sieht man Scharen von Touristen, Sprachschüler und seit langem ansässige Amerikaner und Europäer. Letztere sind, angezogen vom milden Klima und profitablen Geschäften, hier teilweise schon vor Jahren ‚hängen geblieben’. Sie sind größtenteils Eigentümer der meist hochpreisigen Restaurants, Cafés und Bars, als auch der vielen Reisebüros.

Gleich in unserer Nähe befindet sich ein großer aber sehr chaotischer Supermarkt, wo wir am nächsten morgen erst einmal unsere Vorräte auffüllen. An den darauf folgenden Tagen erkunden wir ausgiebig die Stadt, welche zu Fuß sehr gut zu begehen ist, denn hier sind die Bürgersteige so breit, dass man sogar nebeneinander laufen kann. Die Mitte des grünen ‚Parque Central’ krönt ein 1738 erbauter Brunnen. Östlich befindet sich die ‚Catedral de Santiago’ (1542), die allerdings auch dem Erdbeben zum Opfer viel und deren Nachbau heute nicht mehr so prunkvoll ist. Die Ruinen der ehemaligen Kathedrale befinden sich gleich dahinter und man kann für einen kleinen Obolus durch die riesigen unbedachten Hallen wandern und ahnen, wie schön das Gebäude einmal gewesen sein muss. Auch der ‚Palacio de Capitanes’ benötigt noch viele Renovierungsarbeiten, nur von außen lässt die Fassade auf damalige Pracht schließen. Bis zum großen Erdbeben 1773 war er das Regierungscenter für ganz Zentralamerika. Gegenüber dem Palast und damit nördlich vom Park steht der ‚Palacio del Ayuntamiento’. Darin befinden sich das Rathaus und zwei Museen. Heute ist in Antigua ein Stadtfest und wir bewundern junge Opernsänger, Flamencotänzer und jugendliche beim Tanz auf der Bühne. Überall zeigen Clowns und Musiker ihr Können und die Straßen sind voller Menschen. Zum Abschluss des Tages gehen wir über den großen Markt. Hier wird von Obst über Uhren bis zu den neuesten Kinofilmen als Raubkopien, alles angeboten.

Tags darauf besuchen wir die Kirche und das ehemaligen Kloster San Francisco. Die schöne Kirche ist riesig, allerdings auch ein Nachbau, denn nach einem der Erdbeben blieb nur ein Tempel erhalten. Wieder wandern wir durch den toll angelegten Ruinenpark und besichtigen auch das kleine Museum zu Ehren des heiligen Bruder Pedro der in dieser Stadt vielen Menschen geholfen und ein Hospital für Arme gegründet hat. Antigua hat unwahrscheinlich viele Ruinen zu bieten, z.B. die ‚Ruinas Jeronimo’, die man auch gut von außen betrachten kann ohne die 30 Q Eintritt zu zahlen, die ‚Ruinas de Iglesia y Convento de la Recolección’, auch hier werden 30 Q für Ausländer verlangt und bei beiden finden wir – es lohnt sich nicht soviel Geld dafür auszugeben. Das Gelände ist zwar riesig, aber es gibt nicht viel zu sehen außer die eingestürzte Kirche und die Grundmauern des ehemaligen Klosters. Im Zentrum besichtigen wir die Ruinen der ‚Monastery Merced’, mit dem größten Brunnen Lateinamerikas im Inneren und einer wunderschönen Außenfassade der neu erbauten Kirche. Mehrer andere Ruinen von Kirchen sind über die gesamte Stadt verteilt und tragen sehr zur Schönheit des Ortes bei. Übrigens besitzt Antigua den wohl schönsten McDonald. Neben dem riesigen und sehr sauberen Restaurant und McCafé gibt es einen großen Innenhof mit Springbrunnen, gemütlichen Sofas und sogar Computer für die freie Nutzung des Internets.

Die Touristenpolizei bietet zwei Mal am Tag eine Tour zum Cerro de la Cruz an. Normalerweise geschieht das mit dem Auto, aber ausgerechnet als wir uns entscheiden daran teilzunehmen, hat man beschlossen zu Fuß zu gehen. Wir haben nichts dagegen, denn das Wetter ist herrlich und gleichzeitig ist es eine gute Übung für unseren morgigen Vulkanaufstieg. Außer uns sind noch 5 junge Leute aus Israel und ein Paar aus den Staaten mit von der Partie. Wir spazieren langsam durch die ganze Stadt und dann über eine Treppe den Berg hinauf. Von hier oben hat man einen tollen Blick auf die Stadt Antigua Guatemala mit dem Vulkan Aqua im Hintergrund. Anschließend setzten wir uns noch mit drei der Israelis ins ‚Café Skye’, welches auch einen weiten Blick über die Straßen der Stadt bietet. Bevor wir an diesem Tag zu unserem Camper zurückkehren, buchen wir für den nächsten Tag eine Tour auf den Vulkan Pacaya – ein Muss für jeden Antiguabesucher.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 5:15 Uhr. Wir schälen uns aus den Decken, frühstücken ein wenig und machen uns dann auf zum Treffpunkt. Wir schauen nicht schlecht, als wie die Türen verschlossen und keine Menschenseele antreffen. Nach 20 min kommt aber dann doch ein Minibus (ältester Kajüte) und wir bekommen die letzten Plätze. Olli kann zum Glück nach vorne wechseln, denn der Hilfssitz auf dem er zuerst gesessen hat, war mit einer defekten Rücklehne alles andere als bequem. Nach 70 min Fahrt erreichen wir den Nationalpark Pacaya, unser Fahrer reicht das Eintrittsgeld (40 Q) ein und wir fahren bis zu einem kleinen Café, wo jeder noch mal auf Toilette gehen kann. Hier kann man auch ein Pferdetaxi besteigen und einen Wanderstock erwerben. Wir verzichten auf beides und machen uns mit unserem Führer, einem Paar aus England, einem Herren aus Schottland und einem sehr sportlichen Typen aus Hawaii zu Fuß an den Zweistündigen Aufstieg. Der spanischsprachige Teil unserer Gruppe reitet. Unsere Gruppe heißt Puma und unser Führer wird nicht müde die Pumas immer wieder anzufeuern. Nach einem anfänglich noch leichtem bergauf, geht es bald ziemlich steil über schmale Pfade durch den Wald. Oberhalb der Bäume haben wir einen atemberaubenden Blick auf die drei Vulkane von Antigua. Hier machen wir kurz Pause und dann geht es eine kurze Zeit gerade und anschließend steil bergab. Das ist aber auch nicht so einfach, denn wir laufen auf losem Vulkansand. José, der Führer packt mich und noch ein anderes Mädchen unserer Gruppe (die Pferde können das Stück nicht laufen) am Arm und gemeinsam rennen wir den Berg hinab. Das macht tierischen Spaß, erinnert mich ans Skifahren und wir kommen sogar heile unten an. Beim Ausleeren der Schuhe, die voller Sand sind, können wir einen Ausbruch des Vulkans Fuego in der Ferne beobachten. Das passiert täglich zweimal und es sieht bombastisch aus, wie sich die dunklen Wolken in den klaren Himmel schieben. Jetzt geht es über ein Feld schwarzer und ziemlich scharfkantiger Lava und dahinter einen sehr steilen Berg hinauf. Das ist der letzte Anstieg, aber auch der hat es in sich, denn der Untergrund ist lose und immer wieder rollen einem die erkalteten Lavabrocken unter den Füßen weg. Mit Hilfe der Hände, völlig staubig und außer Atem erreichen wir die Spitze. Hier wimmelt es von Touristen. Man muss aufpassen, wo man hintritt, denn nun sind die Steine Heiß, teilweise brüchig und überall stehen Touristen herum. Will man die Lava sehen, muss man noch ca. 10 m über das heiße Gestein. Aber dann ist es soweit. Der rote Lavastrom drückt sich keine zwei Meter von uns aus der Erde. Wir gehen sogar noch näher heran und nun läuft sogar unter uns rote kochendheiße Lava durch die Gesteinsritzen. Es ist so heiß, dass man das Gefühl hat, einem brennen sämtliche Wimpern und Augenbrauen weg. Wenn der Wind in unsere Richtung bläst, ist es kaum auszuhalten. Schnell schießen wir unsere Beweisfotos und verlassen dann diesen interessanten aber doch viel zu heißen Spot. Der nachfolgende Abstieg ist nicht leichter, als der Aufstieg, denn die lockeren Steine verhelfen so manch einem zum ungewollten Hinsetzten und Rutschen. Wir schaffen es mit vielen Steinen im Schuh, einem dreckigen Hosenboden und schwarzen Händen. Dann gibt es erst einmal eine Pause. Während wir alle Essen, raucht José seine mittlerweile fünfte Zigarette – unglaublich. Jetzt noch einmal kurz bergauf und dann nur noch bergab. Ein paar mal setzten wir uns noch ungewollt auf den Hintern, aber dann sind wir nach 4 Stunden endlich wieder am Bus, völlig fertig aber glücklich. Am zentralen Platz in Antigua verabschieden wir uns vom Rest der Pumas und machen uns erschöpft auf den Heimweg.

Wenige Tage später tauchen dann wie verabredet unsere lieben Freunde Anne Britt und Patrick auf. Mit den beiden fahren wir am nächsten Tag nach Monterrico, wo man um diese Jahreszeit Meeresschildkröten bei der Eiablage beobachten kann. Eine sehr gute und neue Straße bringt uns an die Pazifikküste Guatemalas, und während es immer bergab geht, geht die Temperatur immer weiter aufwärts. Das Geräusch, dass Olli schon letztens beim Bremsen bemerkt hatte, ist mittlerweile schlimmer geworden und als wir fast alle Zivilisation hinter uns gelassen haben, kommt auch beim Fahren ein schabendes Metallgeräusch dazu. Glücklicherweise erfahren wir, dass es unweit von unserer Position eine Werkstatt gibt, die wir kurz darauf finden. Die Werkstatt ist ein sandiger Vorgarten – glücklicherweise unter hohen und schattenspendenden Palmen. Carlos und seine Söhne, machen sich gleich an die Arbeit und eine gute Stunde später können wir einen Blick auf unsere komplett ruinierten Bremsbelege werfen. Carlos erklärt uns, dass wir bei Chevron in den USA allerschlechteste Qualität aus Korea bekommen hatten.

Am nächsten Morgen macht er sich morgens um 5 Uhr mit dem Bus auf den Weg, um aus Guatemala Stadt (ca. 200 km entfernt) neue Belege von Ford zu holen und unsere angekratzten Bremsscheiben abschleifen zu lassen. Wir fahren derweil mit dem Bulli nach Monterrico. In dem wirklich kleinen Touristenort gibt es nur eine (asphaltierte) Hauptstraße, die vom Meer hinauf zur Lagune führt. Wir schauen uns den Stellplatz bei der Touristenpolizei an, der allerdings nicht schön und wenig schattig ist. Da der Sand auch hier schwarz ist, strahlt er noch einmal besonders viel Hitze ab und man kann auf keinen Fall barfuss gehen. Schon der wenige Sand, der in die Schuhe eindringt, verursacht brennenden Schmerz. Auf der Suche nach einer Schildkrötenstation, finden wir einen sehr kleinen Schildkrötenpark (40 Q) und haben auch gleich 3 Guides am Hals, die uns eine Nachtwanderung zur Schildkrötenbeobachtung anbieten. Schnell machen wir uns aus dem Staub und retten uns vor denen und der Hitze in eines der vielen Restaurants an der Hauptstraße. Bei Liquado und Fisch kühlen wir wieder ein bisschen runter und von Tobi, einem Deutschen erfahren wir, dass man beim 8 km entfernten Schildkrötenreservoir ‚Hawaii’ auch Nachtwanderungen buchen kann und dass man dort sogar schon auf das Schlüpfen der kleinen Tortugas wartet. Mit dem Bulli machen wir uns sofort auf zur genannter Station, aber die schlechte Sandstraße ist immer wieder von riesigen Pfützen unterbrochen. Da man deren Tiefe leider nicht abschätzen kann und der Bulli auch kein Amphibienfahrzeug ist, drehen wir nach zwei km wieder um. Unverrichteter Dinge kehren wir nachmittags um 16 Uhr zum Mechaniker unseres Vertrauens zurück, der auch gerade mit den neuen Teilen aus Guatemala City eintrifft. Die fleißigen Männer arbeiten bis in die Dunkelheit, aber am nächsten Tag ist alles erledigt. Nach einer Probefahrt verabschieden wir uns von Carlos und seiner Familie und machen uns – diesmal mit beiden Autos – erneut auf nach Monterrico.

Diesmal fahren wir direkt zum Hotel ‚Baule Beach’, denn Fito, der Besitzer hat uns gestern an der Werkstatt kennen gelernt und gleich eingeladen. Fito hat uns schon erwartet und begrüßt uns hocherfreut. Schnell ist auch ein Preis (inkl. Poolnutzung) ausgehandelt, mit dem wir alle einverstanden sind. Vorerst sind wir vier die einzigen Gäste im Hotel, jedoch kurz nach uns kommt noch ein anderes Pärchen an. Die Zimmer sind nett, die vielen Hängematten auch, doch am besten gefällt uns der kleine Pool, der zur Hälfte im Schatten liegt. Auch dort kann man in einer Hängematte (halb im Wasser) liegen. Das machen wir dann auch alle gleich einmal, denn die Hitze ist unerträglich. Nur direkt am Meer, weht ein angenehmes Lüftchen und hier verbringen wir nun unseren Tag. Als es dunkel wird, essen wir in unserem altbewährten Restaurant, schnappen uns anschließend unsere Taschenlampen und machen uns auf eigene Faust auf die Suche nach den Eierlegenden Schildkröten. Wir sind nicht die einzigen auf der Suche nach den schutzlosen Tieren. Touristen, Schildkrötenjäger und auch Schildkrötenbeschützer laufen den Strand ab und wir bekommen schon ein schlechtes Gewissen, weil wir noch mitmischen. Nach einer Stunde vergeblichen Suchens und Wartens machen wir uns auf den Rückweg und siehe da, da hockt doch jemand im Sand. Wir gehen näher hin und wirklich, hier beginnt eine ca. 80 cm große ‚Tortuga negra’ oder auch ‚Tortuga prieta’ gerade ihre Eier in das frisch gegrabene Loch zu legen. Alex, der für die Schildkrötenstation in Monterrico arbeitet, sammelt mit seinen beiden Söhnen die Tischtennisballgroßen Eier in eine Tüte. Das ist eine Schutzmaßnahme, denn sie würden hier draußen sowieso nicht lange überlegen. Diese Schildkröteneier gelten bei den Einheimischen als wahrer Leckerbissen und Aphrodisiakum. Zusammen beobachten wir die hart schuftende Schildkröte. Sie befindet sich zur Zeit der Eiablage in einer Art Trancezustand. Dann ist sie fertig und schaufelt das Loch in dem sie ihre Eier glaubt, zu. Die Lichter müssen jetzt wieder ausgemacht werden, damit die Schildkröte ungestört den Weg zurück zum Wasser findet.

Da es in Monterrico gefühlte 40 Grad ohne Wind sind, beschließen Olli und ich wieder zurück nach Antigua ins Hochland zu fahren. Wir bringen Anne Britt und Patrick zu dem kleinen Hafen der Lagune, verabschieden uns von unseren Freunden und beobachten, wie sich die Floßfähre mit dem Bulli darauf langsam von uns entfernt. Die beiden reisen nun weiter nach El Salvador und wir müssen uns schon sehr beeilen, die beiden noch einmal auf dieser Reise zu treffen. Zurück in Antigua kümmern wir uns ausgiebig um die Reinigung unseres Campers, nutzen die Möglichkeiten des Internetzuganges (welchen wir von der Polizei bekommen) und genießen ansonsten das milde Klima des Hochlandes.

Einen Tag fahren wir mit dem Chickenbus nach Guatemala City. Der Bus fährt direkt dorthin und während wir auf der Landstraße in den scharfen Kurven hin und hergeschüttelt werden, erreichen wir nach einer Stunde die Hauptstadt, welche auch im Hochland liegt. Hier steigen wir vom Chickenbus in die Linie 96, die uns direkt ins Zentrum bringt. Nachdem die alte Hauptstadt Guatemalas, Antigua Guatemala, am 26.Juli 1773 durch ein heftiges Erdbeben größtenteils zerstört wurde, wurde Guatemala-Stadt 1775 zur neuen Hauptstadt erklärt. Heute leben ca. 12 Mio Einwohner in den 15 verschiedenen Zonen der Stadt. Der zentrale Platz der riesigen Metropole ist keine Schönheit. Umgeben ist er vom ‚Palacio National’, der ‚Catedral Metropolitana’ und dem ‚Portal del Comercio’ und geziert wird er von einem großen Brunnen, um den sich Touristen und Obdachlose gleichermaßen verteilen. Heute findet hier ein Büchermarkt statt. Die große Kathedrale, die auch schon drei Erdbeben (1830, 1917, 1976) überstanden hat, wurde ohne viel Schmuck und Verzierungen 1815 im Neoklassischen Stil gebaut.

Der prächtige ‚Palacio National’ erhebt sich im Norden des zentralen Platzes. Hier nehmen wir an einer englischsprachigen halbstündigen Führung teil. Dieser Palast wurde vom ehemaligen Präsident und Diktator Jorge Ubico (1931 – 1944) in einem Mix aus Renaissance, Neoklassik and Barock erbaut. Die besten Baumeister Guatemalas haben an der Fertigstellung des fast 9000 qm großen Granitgebäudes teilgenommen. Wir besichtigen die kunstvoll gestalteten Räume, Murals über die Geschichte Guatemalas von Alfredo Suarez, eine alte Telefonzentrale sowie das exakte Zentrum Guatemala City, also Kilometer Null der Ausfallstraßen, welcher sich direkt in der Mitte der Empfangshalle unter dem 2,5 Tonnen schweren Kristallleuchter befindet. Nach der Führung machen wir uns die zwei km auf zum Parque Minerva (Göttin der Weisheit, der Technik und Erfindung). Wir schlendern durch eine Baumbestandene, große Allee, auf der kaum Verkehr herrscht. Im Park befindet sich die Universität Mariano Gálvez, Golf- und Sportplätze und als Highlight die Reliefkarte (1:1000) Guatemalas, eine einzigartige Ingenieursleistung von Francisco Vela; der diese schon 1904 entwarf. Sie ist 2.000 qm groß und zeigt Guatemalas Topographie im detail, einschließlich Flüsse, Seen, Ozeane und natürlich die vielen Vulkane. Leider scheint es, dass die gesamte Karte seit 1904 nicht mehr ausgebessert bzw. in Stand gehalten wurde. Hier wie überall in Guatemala hat man den Eindruck, das einmal etwas schönes geschaffen wurde, sich dann aber niemand mehr darum kümmert. Vom Park laufen wir zurück ins Zentrum und fahren von dort zum Busterminal und dem Bus, der uns zurück nach Antigua bringt. Ziemlich fertig erreichen wir unseren Camper und gehen früh zu Bett.

Während unseres Aufenthalts auf dem Gelände der Touristenpolizei bleiben wir nicht die einzigen. Wir lernen z. B. Facundo und Lolli aus Argentinien kennen. Die beiden lieben Menschen sind mit ihrer kleinen Ente und einem Mini-Budget auf dem Weg nach Alaska und schon vor fast zwei Jahren in Ushuaya gestartet. Außerdem findet sich Bruno aus Frankreich ein, der mit seinem Toyota Landrover seit elf Jahren die Welt bereist.

Von Antigua aus wollen wir zurück nach Mexiko und dort zuerst nach San Christobal de las Casas. Unsere Freundin Andrea hat uns noch einmal zu sich eingeladen und auf uns wartet ja auch immer noch die Halbinsel Yukatan mit seiner schönen Karibikküste.