Costa Rica – 10. März bis 25. März 2010

Morgens verlassen wir ‚San Juan del Sur’ in Nicaragua und sind gegen halb 10 Uhr schon an der Grenze zu Costa Rica. Gleich werden wir von Schleppern umschwärmt, die aufgeregt mit den Händen herumfuchteln und an die Scheiben klopfen. Leider ist überhaupt nichts ausgeschildert und so folgen wir den Schlepperhinweisen und landen rechts am ersten Häuschen an einer Kasse, wo uns 2 $ bzw. 40 Cordoba abgenommen werden. Ehrlich gesagt, wir haben keine Ahnung wofür, bekommen aber eine Rechnung. Nun fahren wir das Auto auf der linken Seite durch einen großen Torbogen, dort wo die LKWs auch reinfahren. Wir fahren um ein großes Gebäude in eine Art Innenhof, umgeben von 2 Häusern und einem Busbahnhof. Hier gilt es nun zuerst als Tourist aus Nicaragua auszureisen. Wir fragen uns bis zum richtigen Schalter durch. Warum zum Teufel gibt es hier keine Schilder. Hier müssen wir noch einmal 90 Cordoba zahlen, werden ausgestempelt und ins Büro der Polizei geschickt. Die füllen einen kleinen Zollzettel aus, welcher unterschrieben und abgestempelt wird und womit wir nun zum dritten Schalter in das große Gebäude gehen. Die nette Dame stempelt das Auto aus Ollis Pass und nimmt uns auch den Importzettel für das Auto für Nicaragua ab. Hier sind wir dann erst einmal fertig. Mit dem Auto geht es nun auf Costa Ricas Grenzseite. Rechts muss man von der Straße abfahren, um das Auto kostenlos desinfizieren zu lassen. Nun in einem scharfen Linksbogen auf die andere Straßenseite, und dem Schild ‚Migration’ folgen. Leider fahren wir zuerst an dem richtigen Gebäude vorbei, denn es sieht eher wie ein Busbahnhof aus. Nachdem wir einen schönen Schattenplatz gefunden haben, müssen wir also wieder zurück zu dem großen Gebäude, wo mittlerweile ein Reisebus eingetroffen ist und sich eine Megaschlange gebildet hat. Doch es geht schnell, sie lassen hier schubweise 10 oder mehr Leute rein und nach nicht einmal 15 min stehen wir an den Schaltern für die Touristeneinreise. Stempel und ab. Achtet bitte darauf, dass die Stempel gut leserlich sind, sonst gibt es Probleme bei der Autoeinfuhr. Im ersten Raum desselben Gebäudes befindet sich das Versicherungsbüro. Wir geben unsere Pässe und ein Formular, welches wir vorab gegenüber in einem kleinen blauweißen Haus geholt haben, bei den Versicherungsladies ab. Nachdem die Versicherung abgeschlossen und bezahlt ist (7400 Colones) wird eine Kopie von der Seite des Passes mit dem Einreisestempel zusammen mit der Quittung für die gezahlte Versicherung gemacht. Der Kopierer steht im selben Raum! Die Ladies sagen einem noch, welche Kopien man nun benötigt und dann geht es mit allen Papieren zurück ins kleine Haus gegenüber, wo wir vorab das Formular geholt hatten. Der Herr dort prüft alles und kommt anschließend mit zum Auto, welches Olli in der Zwischenzeit auch hierher geholt hatte. Bei uns hat er nur kurz in den Camper geschaut. Wir steigen wieder ein und fahren von der Hauptstraße rechts auf den LKW-Parkplatz und parken dort, wo wir zu Beginn schon einmal gestanden hatten - im Schatten des Zollgebäudes. Hier werden noch einmal alle Kopien und Pässe geprüft und dann sind wir endlich fertig. Wir fahren genau 11:45 Uhr am Grenzposten vorbei und sind in Costa Rica.

Costa Rica, von manchen die Schweiz Mittelamerikas genannt, ist für lateinamerikanische Verhältnisse eine echte Erfolgsgeschichte. Besonders im Valle Central, der Hochebene im Zentrum des Landes in dessen Mitte die Hauptstadt San José liegt. Industrialisierung, Tourismus und speziell eine Export orientierte Agrarwirtschaft haben Costa Rica (Reiche Küste), relativ reich gemacht. Doch neben einer aufstrebenden Mittelklasse sieht man auch noch sehr viel Armut. Costa Rica rühmt sich damit, das erste Land zu sein, welches seine Armee abgeschafft hat und sich bis heute durch eine neutrale Gesinnung aus großen politischen Verwicklungen heraushält. Dass das gerade in Mittelamerika nicht einfach ist, sieht man an den anderen Staaten. Abgesehen von einigen Landstrichen, wo man sich wirklich wie in der Schweiz vorkommt, ist das wohl der Grund, von der Schweiz Mittelamerikas zu sprechen.

Es gibt erst einmal nur eine Straße und die nehmen wir. Hier in Costa Rica erscheint alles viel grüner als in Nicaragua, doch das mag daran liegen, dass hier neben der Strasse ein Fluss verläuft. Unser erstes Ziel ist die Halbinsel Nicoya, um uns dort endlich mit Guido zu treffen. Der hat sich in einem Hotel in Samara eingenistet. Nach einem Zwischenstopp in Belén, springt das Auto nicht mehr an. Welch ein Graus! Zum Glück findet Olli schnell heraus, dass es an den Gängen liegt und das der Wagen nicht anspringt, wenn der Parkgang nicht richtig eingerastet ist. Uns war vorher schon aufgefallen, dass die Gangschaltung bei José Manuel nicht richtig nachgestellt wurde. Nach einigem Wackeln an der Schaltung startet der Gute Harry dann doch noch. Die Straße wird immer geschwungener und die Gegend ist grün. Wir erreichen den Küstenort Samara, doch das Hotel, welches wir suchen, befindet sich gar nicht im Ort. Wir müssen also wieder 5 km zurück und biegen dann auf eine Schotterpiste in den Wald ab, die zwar gut, doch sehr kurvig ist. Dann bewerkstelligen wir bravourös unsere erst Flussdurchfahrt und landen kurz darauf beim „Paraiso del Cocodrilo“, einer sehr schicken Hotelanlage mit Pool. Wir lernen auch gleich Besitzer Rainer kennen, der seit 18 Jahren in Costa Rica lebt. So wie er, sind auch die meisten seiner Gäste Deutsche. Er hat sich hier wirklich ein wunderschönes Fleckchen geschaffen. Guido ist allerdings nicht hier, denn er verbringt den Tag am Strand und wird später von Rainer abgeholt. Um die Zeit zu überbrücken fahren wir auch zum Strand, allerdings zu dem hinter dem Hotel. Am Ende der Straße öffnet sich vor uns eine atemberaubende menschenleere Bucht. Wir spazieren im Nachmittagslicht der Sonne den flachen und sehr breiten Strand entlang. Das Wasser ist herrlich warm und der Blick fabelhaft. Hier könnten wir uns auch wunderbar hinstellen, wären dann allerdings nicht mit Guido zusammen. Dieser begrüßt uns nach eineinhalb Jahren nicht Sehens, als wir zum Hotel zurückkehren. Nachdem wir auf einem ebenen Platz unter Bäumen geparkt und die anderen obligatorischen Dinge erledigt haben, trinken wir das erste gemeinsame Bier. Am Pool lernen wir die beiden Mädels Marion und Sonja kennen, mit denen Guido bis jetzt gereist ist. Zum Abendbrot bereitet Olli für uns drei eine Hühnchenpfanne zu und wir verbringen einen angenehmen Abend beim Hotel.

Am nächsten Tag fahren wir drei zum Playa Carillo. Leider reißen wir uns bei der Flussdurchquerung einen Jack hinten ab, doch das lag mehr daran, dass unter den Schrauben das morsche Holz lauerte. Aber vielleicht war das auch gar nicht so schlecht, sonst wäre noch ein größerer Schaden entstanden. Nichtsdestotrotz erreichen wir den Strand, der leider nicht so schön ist. Gleich nebenan verläuft die Straße und beim Schattensuchen unter den hohen Palmen läuft man Gefahr, von einer Kokosnuss erschlagen zu werden. Nach einer guten Stunde fahren wir nach Samara, setzen uns dort in ein Strandcafé und genießen neben einem leckeren Fruchtsaft den Blick aufs Meer. Hier finden wir auch endlich eine Post, wo wir unsere Karten aus Honduras und Nicaragua loswerden. Nach einem kurzen Aufenthalt bei Rainer, stiefeln wir wieder los und diesmal geht es an den Hausstrand. Dort gibt es eine kleine Schildkrötenstation, doch leider gelingt es uns wieder einmal nicht einem Hatching beizuwohnen. Frühestens in einer Woche schlüpfen hier eventuell kleine Turtles aus ihren Eiern. Auf dem Rückweg schauen wir noch beim ‚Hotel-ohne-Fenster-de’ rein und trinken bei Besitzer Don Klaus ein Bier. Auch hier sprechen alle durch die Bank deutsch. Abends grillen wir dann unter Mangobäumen. Von oben hören wir irgendwann ein Rascheln und im Licht der Taschenlampe sehen wir Papa und Baby Brüllaffe. Olli ärgert den Kleinen mit dem Lichtstrahl und Schwups ist er auch schon voller Affenkacke. Olli und Guido gehen später noch an die Bar, während ich es mir schon mal im Bett gemütlich mache. Am Morgen verlassen wir Samara und fahren bis zum südlichen Ende der Halbinsel. Bis Playa Naranjo ist die Straße geteert und wurde nur ab und an mal von Schotterabschnitten unterbrochen. Doch ab hier geht es nun 20 km über Wellblech. Das ist nicht gut fürs Auto, für den Camper schon gar nicht und uns nervt es auch. Bisher haben wir auch nicht wirklich viele Strände, geschweige denn überhaupt Wasser gesehen. Wir fahren trotzdem weiter bis zum nächsten Fährhafen, nur um erfahren zu müssen, dass diese Fähre eine Woche lang nicht im Einsatz ist und wir denselben Weg wieder zurück müssen. Na gut. Jetzt geht es allerdings erst einmal weiter südlich bis nach Montezuma. Hier gibt es sogar einen Campground auf dem wir einen wunderbaren Platz mit Blick aufs Meer finden. Es weht auch eine frische Brise und Strom haben wir auch. Der setzt allerdings nachts aus und es bleibt ohne Wind unerträglich heiß. Guido schläft im Auto bzw. in der Hängematte, weil er kein passendes Hotel gefunden hat. Noch einen weiteren Tag verbringen wir hier am Meer. Abends wird mal wieder der Grill angemacht. Doch dann verlassen wir Montezuma und fahren die Stecke zurück bis zur gängigen Fähre in Playa Naranjo. Hier stehen jedoch so viele Autos und warten auf das nächste Schiff, dass wir uns entschließen, den Landweg zu nehmen. Am Nachmittag erreichen wir den berühmten Lago Arenal. Hier soll es nun aussehen wie in der Schweiz, doch davon bekommen wir nicht viel mit, denn es nieselt. Am Hotel, in welchem Guido sich ein Zimmer nimmt, können wir uns in den Hof stellen, müssen aber die Schindeln des Tores beim Reinfahren anheben. Das essen hier ist der Hammer und wir genießen ein tolles Abendbrot und eine ruhige Nacht.

Da schon mehrere Schilder an der Straße um den See auf eine deutsche Bäckerei hier in Nuevo Arenal aufmerksam gemacht haben, fahren wir dort heute vorbei. Es nieselt wieder - wozu Tom, der Besitzer der Bäckerei und des Restaurants meint, es sei nur sichtbare Luftfeuchtigkeit. Wir verbringen den ganzen Vormittag in der Bäckerei, denn Tom hat uns Hannah und Matthias vorgestellt. Die beiden Freiburger sind mit ihrem Bulli unterwegs nach Südamerika und wir verstehen uns alle gleich super. Kurz entschlossen fahren wir dann auch gemeinsam zu den heißen Quellen, die es hier östlich vom See gibt. Als wir am Vulkan Arenal vorbeifahren, ist von diesem nichts zu sehen, so verhangen ist es. Wie von Tom beschrieben, finden wir nach einer ca. einstündigen schönen Fahrt durch herrliche schweizerische Landschaft, die kleine Brücke und den Abstieg zu den ‚Gratisquellen’. Hier sitzen wir ca. 2 Stunden im warmen Wasser und lassen es uns gut gehen, bevor wir zurück zu „Tom’s Pan“ fahren. Abends findet bei Tom eine kleine Party statt. Es gibt Salat mit deutschen Bratwürstchen und viel zu trinken. Wir schlafen in der Einfahrt gegenüber der Bäckerei und Guido kann bei Tom nächtigen. Es ist ruhig und kühl, nur morgens sind die Autos ein bisschen zu früh dran. Aber das macht nichts, denn im Bäckercafé wartet bereits ein großes Frühstück mit Obst, Wurst und Käse und sogar Weißwürsten auf uns. Anschließend fahren Olli, Guido und Matthias einkaufen. Hannah geht zum Zahnarzt und ich setze neue Bilder und Berichte ins Netz. Als alle wieder da sind, zeigt uns Tom seine Finca, von der man einen tollen Ausblick über den See hat. Nuevo Arenal hat einen kleinen öffentlichen Park am See, wo wir unsere Autos für die Nacht hinstellen können. Tomas und sein Besuch Django kommen vorbei und wir machen mal was ganz außergewöhnliches, wir grillen. Da dieser Platz ein Traum und das Wetter nun auch besser geworden ist, verbringen wir den nächsten Tag dort unten am See. Wir gehen Baden, lesen und essen.

Dann verabschieden wir uns von den beiden Freiburgern, fahren noch einmal in die Bäckerei zum Tschüß-Sagen und um unsere Mails zu checken. Beim kurzen Blick auf unser Konto erwartet uns allerdings eine Überraschung. Jemand hat sich mit unserer Kreditkarte bedient, obwohl diese noch im Portmonee ist. Wie das möglich ist, ist uns schleierhaft, doch wir lassen die Karte sofort sperren, erstatten eine Online Anzeige bei der Polizei und schicken diese zusammen mit weiteren Schriftstücken an die Bank. Nun ist es zu spät um weiter zu fahren, so bleiben wir noch eine Nacht bei Tom. Doch am nächsten Tag geht es dann wirklich weiter. Wir fahren wieder in Richtung des Vulkans Arenal, der heute noch verhangener ist. Im Nieselregen geht es durch die Berge und die dichten Wolken. Kurz vor Dunkelheit erreichen wir unser Ziel Alajuela. Im „Vista Linda Montana“ war Guido die ersten Tage stationiert und genau zu diesem Hotel fahren wir nun. Auch diese Betreiber sind Deutsche, Yvonne und Ronny, die sich hier vor kurzem mit ihren beiden Kindern Stacey und Tommy niedergelassen haben. Wir werden herzlich empfangen und versuchen dann gemeinsam den Camper durchs Tor zu bekommen. Die ersten Anläufe gehen schief, doch dann klappt es und wir rollen auf den Parkplatz. Auf einer großen überdachten Terrasse gibt es erst einmal ein Begrüßungsbier. Auch Marion und Sonja sind hier. Wir verleben hier auf fast 1000 m eine ruhige und angenehm temperierte Nacht.

Gleich am nächsten Morgen fahren über die Hauptstadt San José zum Vulkan Irazú. Leider muss man in Zentralamerika fast immer durchs Stadtzentrum. Erst mitten durch Alajuela, dann verfransen wir uns ein wenig in San José und danach geht es noch durch Cartago. Als wir mit Auto und Camper den Berg erklimmen, haben wir teilweise eine atemberaubende Sicht. Unter uns befinden sich die grünen Hügel und Häuser der Schweiz Mittelamerikas und darüber liegen Wolken. Es ist wie der Blick aus einem Flugzeug. Weiter oben wird die Vegetation dann richtig interessant, doch wir fahren immer wieder durch Wolken und dem damit verbundenen Nieselregen. Oben, angekommen sparen wir uns den Eintritt von 10 $, denn vom Vulkankrater ist bei diesen Wolken sowieso nichts zu sehen. Wieder zu ebener Erde parken wir in Cartago, Costa Ricas erster Stadt und ehemaliger Hauptstadt. Hier besuchen wir die wunderschöne ‚Basílika de Nuestra Senora de los Angeles’. Diese ist die wichtigste Kirche in ganz Costa Rica. Sie befindet sich genau an der Stelle, wo einmal die kleine schwarze Madonna entdeckt wurde, die heute die Schutzheilige des Landes ist. Der byzantinische Baustil dieses wunderschönen Gebäudes erinnert an russische Kirchen. Innen erscheint sie riesig, mit viel Holz und Bemalungen und rundherum findet man herrliche Buntglasfenster, die viel Licht hereinlassen. Die Gläubigen sinken am Eingang der Kirche auf die Knie und bewegen sich so bis zum Altar vor. Wir machen noch einen kurzen Rundgang durch den Ort und essen dann in einem typischen Ticorestaurant. Bevor wir loskommen, laufen uns noch eine Gruppe Deutsche in die Arme. Sie sind mit insgesamt 17 Fahrzeugen in einer Karawane von Süden nach Norden unterwegs. Beim Weiterfahren sehen wir dann auch einige ihrer Fahrzeuge in der Stadt.

Nun geht es zu den ‚Lankester Botanical Gardens’. In diesem ca. 10 h großen Areal sehen wir Orchideen, Kakteen und viele andere Pflanzenarten, die wir nicht kennen bzw. nicht mit Namen benennen können. Leider ist es bedeckt, bei Sonne hätte alles noch einmal schöner ausgesehen. Wir haben inzwischen beschlossen, zum Hotel nach Alajuela zurück zu kehren und lieber von dort noch einige Ausflüge nur mit dem Auto zu machen. Auf dem Rückweg dorthin verfransen wir uns wieder in der Hauptstadt San José, denn es gibt nicht ein Schild, welches einem die Richtung weisen könnte. Irgendwann werden wir von der Polizei gestoppt, die minutenlang unsere Pässe inspizieren. Nachdem dann alle Ungereimtheiten bezüglich der Einreisestempel geklärt sind, fahren uns die Ordnungshüter gütigerweise noch bis zur Ausfahrtsstraße nach Alajuela. Wieder im Dunkeln erreichen wir das Hotel. Die staunen nicht schlecht, als wir dort auftauchen, doch sie freuen sich. Abends fahren wir alle mit zwei Taxen in die Stadt in eine Bar, wo es laute Musik und viel zu trinken gibt. Der nächste Tag beginnt heiß und es ist nicht auszuhalten im Alkoven. Wir schnallen den Camper ab und fahren mittags in die Hauptstadt Costa Ricas, San José. Mit rund 350.000 Einwohnern (etwa die hälfte der Einwohner des kleinen Staates) ist sie gleichzeitig die größte Stadt des Landes. Da sie auch gute 1000 m über dem Meeresspiegel liegt, ist das Klima sehr angenehm. Leider ist es jetzt am Nachmittag schon wieder bedeckt und die Sonne fehlt natürlich beim fotografieren. Wir stellen das Auto auf einen bewachten Parkplatz und laufen die wichtigsten Gebäude der Innenstadt ab. Doch zuvor genehmigen wir uns einen kleinen Imbiss bei McDonald, wo wir auf einem Balkon den zentralen Platz überblicken können. Wie in anderen mittelamerikanischen Städten, ist auch dieser zentrale Platz am Sonntag voller Menschen. Es ist ein buntes Gewimmel aus Einheimischen, Grufties, Skinheads, einige Schwarze und Punks. Geographischer und kultureller Mittelpunkt der Stadt ist das schöne 1897 eröffnete Teatro Nacional. Das Renaissancetheater ist eine Augenweide und von innen soll es noch schöner sein. Auch das Theater Mélico Salazar besitzt eine hohe neoklassische Fassade. Am Parque Central steht die riesige Catedral Metropolitana mit einer blauen Kuppel und einem kunstvollen Altar von 1871. Beherrscht wird der grüne Platz durch einen monströsen Pavillon im modernen Stil. Leider wimmelt es hier von Obdachlosen und dementsprechend riecht es auch. Ein anderes Highlight San Josés ist ein Gebäude ganz aus Eisen. Es wurde aus Belgien einzeln hierher verschifft. Gleich gegenüber befinden sich zwei schöne Parkanlagen, durch die wir schlendern. Wir kommen am Teatro Variedades vorbei, dessen verschnörkelte grüne Fassade zwischen zwei modernen Wolkenkratzern steckt. Als es dämmert, holen wir das Auto und machen uns auf den Heimweg.

Am nächsten Morgen sind wir schon früh unterwegs. Wieder durch San José geht es zum NP Tapanti (http://in-costa-rica.de/reisen/costa_rica_nationalparks/tapanti_nationalpark.htm). Schon die Fahrt dorthin durch die grünen Berge des Orosi-Tals ist wunderschön. Da wir uns auf einen Nebelwald zu bewegen, ist es allerdings dementsprechend bedeckt und Wolkenverhangen. Hinter Purisil wird die Straße zum Schlagloch-Schotter-Weg und vom vielen auf und ab, tun mir bald die Zähne und der Kopf weh. Der Eintritt zum gut gepflegten Park kostet 10 $. Von einer Hauptstraße gehen 3 Wanderwege und mehrere Aussichtsplattformen ab. Zuerst erklimmen wir den Mirador, von wo aus wir den auf der anderen Seite des Tales hervorsprudelnden Wasserfall sehen können. Das weiße Nass zwischen den dunkelgrünen Bergen sieht schon beeindruckend aus. Wir entscheiden uns für einen 1,2 km langen Weg, der über Stock und Stein, bergauf und bergab zum Fluss hinunter führt. Doch außer einigen Morphofaltern, die wunderschönen großen Blauen, sehen wir keine Tiere, sieht man einmal von den Mücken ab. Auf einen zweiten Wanderweg verzichten wir, denn dieser ist nicht nur komplett aufgeweicht von den letzten Regentagen, es beginnt erneut zu schütten und so machen wir uns auf den Rückweg. In Purisil nehmen wir Kaffe und Kuchen zu uns, in San José verfransen wir uns wieder und diesmal im dichten Berufsverkehr. Nachdem wir dann doch irgendwie auf die Autobahn finden, ohne von der Polizei angehalten zu werden, kehren wir im Diner ein und essen noch einmal etwas. Jetzt haben wir alle drei das Gefühl gleich zu platzen. Am Hotel angekommen, ist die Terrasse bereits voll. Heute sind 9 neue Reisende eingetroffen und die essen jetzt Abendbrot. Olli und ich verziehen uns in den Camper und bereiten die Salate für unseren morgigen Grillabend vor. Doch später sitzen die üblichen Verdächtigen wieder zusammen auf der Terrasse.