Kolumbien Teil II – 31. Mai bis 20. Juni 2010

Nachdem wir uns von Karin und Reinhold verabschiedet haben, machen wir uns auf den Rückweg nach Tunja. Es regnet fast die gesamte Fahrt über die neue Autobahn. Hier versuchen wir einen neuen Wagenheber zu ergattern, doch leider ohne Erfolg. Hatte ich das überhaupt erwähnt: wir hatten unseren ersten Platten in Riohacha und zwar mitten in der Stadt. Keine Ahnung, wie das passieren konnte, doch dabei ist uns auf jeden Fall der Wagenheber kaputt gegangen. Tunja ist wirklich kein schöner Ort, zumindest in den Außenbezirken. Wir verlassen es so schnell wir möglich – über die großen Strassen versteht sich – und fahren durch Berge in Richtung Bogotá und unserem eigentlichen Ziel Zipaquirá. Die Stadt Zipaquirá ist reizvoll, aber sie bietet auch (lt. Reiseführer) eine der besten Sehenswürdigkeiten Kolumbiens, eine unterirdische Kathedrale. Die Salzmine, in welcher sich die ‚Catedral del Sal’ befindet, wird schon seit Jahrhunderten ausgebeutet, erst durch die Indigenen und später durch die Spanier. Ein Teil der heute noch betriebenen Mine wurde zu einer religiösen Stätte umfunktioniert, die früher den Bergarbeitern diente und heute Besuchermagnet und Geldeinnahmequelle der Stadt ist. Auf dem Gelände rund um die Mine wurde ein schöner, weitläufiger Park mit Souvenirständen, Mirador und Museum angelegt. Wir durchschreiten einen riesigen Stollen, links von uns liegen 14 verschieden gestaltete Bet-Räume, rechts ragen die ehemaligen Stollen 16 m hoch, 10 m breit und über 100 m tief in die Finsternis. Alles wird mit verschieden farbigen Lichtern untermalt. Wir sehen das größte unterirdische Kreuz (logisch), einen Salzwasserfall, Engel und andere Skulpturen, einen Raum der Geburt, einen der das Leben widerspiegelt und einen Raum des Todes. Über eine Stunde durchwandern wir mit unserer Führerin Mariska eine Strecke von 1,5 km und befinden uns teilweise 180 m tief in der Erde.

Am nächsten Tag lassen wir das Auto auf einem bewachten Parkplatz in Zipaquirá und fahren mit dem Bus in die Hauptstadt Bogotá. Es geht schnell und unkompliziert. Der schnelle TransMilenio bringt uns direkt bis zum berühmten ‚Museo del Oro’. In diesem Goldmuseum sind die exquisitesten Stücke der prä-kolumbianischen Zeit ausgestellt. Fast drei Stunden wandern wir durch die 4 Etagen und besuchen außerdem noch eine temporäre Ausstellung über Körpergestaltung im Erdgeschoss. Nach einem Imbiss schlendern wir bis zur Dämmerung durch Bogotás angeblich beliebtestes Stadtviertel ‚Candelaria’, welches an die alternativen Viertel in Amsterdam erinnert. Die Häuser sind klein und bunt, die Leute auch und die kleinen Lädchen und urigen Kneipen locken zum Reingehen. Die Sonne kommt auch dazu und macht alles noch ein bisschen farbenfroher. Am nächsten Morgen verlassen wir Zipaquirá bei kühlen 18 Grad, umfahren Bogota und schlängeln uns anschließend auf einer neuen Strasse durch Wolken verhangene Berge. Dann geht es bergab und die Temperatur klettert auf 30 Grad. Die Landschaft ändert sich und nun geht es durch saftig grüne Reisfelder und Baumwollplantagen, die grünen Berge auf beiden Seiten im Hintergrund. Unser Ziel ist die ‚Desierto de La Tatacoa’ - Wüste. Um dort hinzukommen, muss man entweder einen Umweg über Neiva fahren oder man nimmt die nicht ausgeschilderte Abkürzung, die wir uns mühevoll erfragen.

Wir biegen von der geteerten Hauptstrasse ab und stehen vor der Einfahrt ins Nirgendwo. Der Weg sieht nicht gut aus, doch nach den ersten Löchern und Riesenpfützen wird es besser. Wir fahren durch plattes Land, begegnen Rindern, Eseln und ab und zu mal einem anderen Auto. Letztere geben uns jedes Mal Hinweise, wie es weitergeht. An einer Stelle z.B. müssen wir ein Tor aufmachen und durchfahren, denn über das Bodengatter nebenan ist der Weg unpassierbar. Es geht hoch und runter auf der schmalen Strasse, um Kurven und plötzlich öffnet sich das Riesenmaul eines schwarzen Tunnels vor uns. Echt gruselig! Wir fahren hinein, denn Olli sieht am Ende des Tunnels schon wieder Licht doch im Tunnel selbst ist es schwarz wie die Nacht. Als wir auf der anderen Seite hinauskommen, stehen wir vor einer Eisenbrücke über den Strom Magdalena und dahinter klafft schon die nächste Tunnelöffnung. Ab geht’s! Die Abendsonne bricht durch die Wolken und wir schauen hinunter ins Tal mit Feldern und dem breiten Band des Flusses. Autos kommen jetzt keine mehr doch zwei Fahrradfahrer, die uns schon am Anfang begleitet haben, sind wieder da. Wir liefern uns ein Wettrennen und die Räder sind keineswegs langsamer als wir auf der aufgeweichten Strasse. In La Victoria überrascht uns dann die Dämmerung und der letzte Radler, der uns gerade flink durch die Umleitung der Stadt begleitet hat, freut sich sehr, dass wir in seinem Ort und fast vor seinem Haus unser Lager aufschlagen wollen. Trotz des Nieselregens ist es heiß, doch von Maria und ihrem Mann bekommen wir Strom für unseren Ventilator. Es werden immer mehr Leute, Olli zählt 20, mit denen wir dann noch bis spät in die Nacht vorm Camper sitzen und schwatzen. Zum Glück hat der Regen aufgehört.

Während Olli das Frühstück zubereitet, lauern draußen schon die ersten Bewohner Victorias auf unser Erscheinen. Weil heute mein Geburtstag ist, habe ich diesmal kein schlechtes Gewissen, erst Aufzustehen, als der Tisch gedeckt ist. Wir haben versprochen, uns heute noch einmal in der Schule zu verabschieden. Doch anstatt zum Colegio zu gehen, bekommen wir von einigen Frauen eine Führung durch die gesamte Ortschaft. Zuerst geht es zum Kanal, hier sehen wir, wie das Dorf mit Wasser versorgt wird. Weiter zum Colegio, wo wir von bestimmt 100 neugierigen Kindern umringt werden und uns noch einmal von denen verabschieden, die gestern Abend bei uns saßen. In der nächsten Schule verrät Olli, dass ich Geburtstag habe und schon singen die Kinder samt Lehrerin ein Geburtstagsständchen. Es ist super süß und mir stehen die Tränen in den Augen. Dasselbe passiert kurz darauf im Haus der Kirchenbeauftragten, die mit ihrer Freundin für mich ein Lied mit vollem Körpereinsatz hinschmettert. Nun besichtigen wir noch die Dorfkirche, zum Glück nur von außen, und den Kindergarten. Mit ihren großen Schokoaugen sind die Kleinen so süß, dass ich am liebsten einen von ihnen einpacken würde. Jetzt gibt es noch Früchte aus verschiedenen Gärten und einen Tinto von Maria. Eigentlich sind wir schon zum Mittag eingeplant, wie sie sagt, doch wir wollen weiter und in die eigentliche Wüste. Nach dem wir uns bedankt und verabschiedet haben, geht es bei Nieselregen weiter auf der Matschstrasse.

Wir genießen die Landschaft, begegnen einzig Rindern und Pferden, sehen verschiedene Vögel und als es draußen endlich trocken ist, halten wir für ein schnelles Mittagessen. Als wir die Einfahrt zur eigentlichen Wüste erreichen, ist es bereits früher Nachmittag, doch inzwischen ist sogar die Sonne zwischen den Wolken zu sehen. Hier ist die Strasse bis zum Aussichtspunkt und dem Observatorium asphaltiert. Die Landschaft ist übersäht mit grünen, teilweise blühenden Kakteen und die Erde ist rot und bizarr geformt. In einem kleinen Pool mit Naturwasser, den wir für uns ganz alleine haben, entspannen wir mit einem Bier und suchen uns anschließend mitten in der Wüste einen schönen Platz zum Schlafen. Die Sonne scheint und wir genießen die in warmes Licht getauchte Landschaft um uns herum. Nachts sitzen wir unter einem unglaublichen Sternenhimmel in totaler Dunkelheit und Stille.

Nach der Tatacoa Wüste geht es weiter nach Süden. In der großen Stadt Neiva erledigen wir überfällige Einkäufe bevor wir unser nächstes Ziel, San Agustin, ansteuern. Die Landschaft wird hinter Neiva abermals dramatisch, denn es geht wieder in die Berge. Wir erblicken Plateaus mit hohem Gras bewachsen, schauen in tiefe Schluchten mit hohen Wasserfällen und sehen sanfte grüne Hügel mit riesigen Bambusstauden. San Agustin erreichen wir gegen Mittag und richten uns beim ‚Camping San Agustin’ wohnlich ein. Der Platz liegt etwas außerhalb auf einem Hügel und von unserer Wiese schauen wir auf einen blauen Pool unter uns. Hier dürfen wir sogar das private Internet der Familie mitbenutzen. Ein Pferd und mehrere Kühe sind unsere direkten Nachbarn. Wir nutzen die nächsten Tage, um die liegen gebliebenen Dinge für unsere Internetseite zu erledigen. Wir waren jetzt fast zwei Wochen nicht mehr im Internet. Das Wetter kommt uns dabei sehr gelegen, denn es regnet ungelogen fast die ganze Zeit. An einem regenfreien Nachmittag sehen wir uns San Agustin an, doch es ist kein besonders schöner Ort. Es gibt diverse kleine Plätze, einen großen überdachten Markt, mehrere hübsche Kirchen, doch die Strassen sind nicht sehr sauber. Colombia, die wir schon am ersten Tag kennen gelernt haben und die im Zentrum eine kleine Reiseagentur betreibt, bietet einen Wäscheservice an. Sie ist sehr nett und hilft uns nicht nur mit der Wäsche sondern beantwortet auch alle unsere Fragen bezüglich Straßenqualität und Sicherheit. Von San Agustin wollen wir nämlich weiter nach Popayan, doch die Strasse dorthin soll alles andere als gut sein. Bei der Gelegenheit sehen wir einen Pferdeumzug durch die Innenstadt. Die stolzen Reiter präsentieren die schön, zurechtgemachten Pferde im Trab. Sie üben schon für die ‚Fiesta San Pedro’, die hier in 2 Wochen stattfinden wird.

Dann erwischen wir den ersten Tag ohne Regen und machen uns auf, um endlich San Agustins Sehenswürdigkeit anzuschauen. Die archäologische Stätte befindet sich ca. 3 km außerhalb des Ortes auf einem Berg. Wir laufen los, ohne zu wissen, dass es die ganze Zeit bergauf geht. Zum Glück kommt nach der halben Strecke nicht nur ein Bus, sondern auch die Sonne zum Vorschein. Beim Eingang kaufen wir ein Kombiticket für 25.000 Pesos (ca. 10 EURO) mit dem wir noch zwei weiteren Ausgrabungsstätten besichtigen können. Die mit Kopfstein gepflasterten Wege sind rutschig, doch die Anlage ist schön, gut gepflegt und riesig. Wir laufen alle Wege ab, besichtigen die verschiedenen Grabstätten und Stelen und als wir uns vor dem nächsten Regenschauer unter eine Palapa flüchten, lernen wir das australisches Paar Carol und Ken kennen. Die beiden sind schon mehrmals den Weg unterhalb unseres Campers entlang gelaufen und wissen auch gleich, wer wir sind. Sie sind mit einem Motorrad von Süden nach Norden unterwegs und dies ist schon ihre dritte Weltumrundung. Nachdem wir den Rest der Anlage gemeinsam abgeschritten haben, fahren wir in die Stadt und tauschen dort bei Burger und Bier noch Reisegeschichten aus. Die beiden wohnen wie gesagt gleich neben uns bzw. hinter uns auf einem Berg, bei dem deutschen Paar Paola und Igel - sie können uns so zu sagen auf den Camper spucken.

Eigentlich sollte heute unser Abreisetag sein, doch nicht nur dass es wieder einmal ununterbrochen regnet, wir können auch das Internet heute nicht mehr nutzen. Dabei haben wir alles vorbereitet und müssten nur noch Daten übertragen. Mittags kommt die Sonne heraus und als Olli unsere Plane gerade abgebaut hat, kommen Carol und Ken mit einigen Karten und Tipps vorbei. Als dann auch noch Paola auftaucht, beschließen wir, die Abreise zu verschieben und doch lieber mit ins ‚Oficina’ zum Fußball schauen zu gehen. Frankreich gegen Uruguay. Wir lernen dort noch andere Deutsche, Franzosen und Schweizer kennen, die hier in San Agustin leben. Obwohl die Kneipe nur ganz klein ist, finden alle Platz. Abends kochen Carol und Ken für uns alle eine leckere Pasta. Wir sind auch eingeladen und so sitzen wir bei Paola und Igel, zwei Franzosen (die mit dem Fahrrad auf Durchreise sind) und den anderen beiden auf der schönen Terrasse. Nachts geht es den matschigen Weg bergab zurück in unseren Camper. Im Oficina haben wir leider auch erfahren, dass unsere Strasse nach Popayan jetzt aufgrund von Brückenbauarbeiten komplett gesperrt ist. Wie lange, kann uns allerdings niemand konkret verraten, obwohl wir in mehreren Reisebüros, Taxifahrern, dem Militär und der Polizei nachfragen. Also haben wir keine Eile und treffen uns am Sonntag noch einmal mit den anderen und schauen uns Deutschland gegen Australien an. Carol und Ken haben sogar irgendwoher kleine australische Flaggen besorgt, die sie munter auf die anderen Gäste kleben. Es wird ein lustiger Nachmittag mit viel Bier und vielen Toren...

Am Montag den 14. Juni verabschieden wir uns dann aber doch von allen, füllen unsere Trinkwasservorräte an der Naturquelle des Schwimmbads auf und verbringen dann doch noch einmal fast vier Stunden in einem der vielen Internetcafés in San Agustin. Schnell wird noch etwas auf dem Markt gekauft und gegessen und dann geht es raus aus dem kleinen Städtchen. Nach ca. 20 km biegen wir nach links und fahren über einen breiten Zufluss des Rio Magdalena und wieder hinauf in die Berge. Kurz vor Dunkelheit erreichen wir Isnos und die archäologische Stätte ‚Alto de los Idolos’, welche wir uns gleich am nächsten Morgen zu Gemüte führen. Die Sonne scheint heiß und wir müssen gleich einen ziemlich steilen und langen Weg nach oben gehen, aber es heißt ja nicht umsonst Alto... Oben gibt es dann ca. 20 aufbereitete Grabstätten und Stelen. Die kleine Ausgrabungsstätte ist sehr interessant, man kann an einigen Figuren sogar noch Farben erkennen und bekommt einen guten Eindruck, wie die Gräber angelegt waren. Über Pitalito (Tipp: das Benzin in Pitalito ist viel teurer als das in Mocoa) schlagen wir den Weg nach Mocoa ein, der uns dann weiter direkt nach Pasto und zurück zur Panamericana bringen soll. Bis nach Mocoa ist die Strecke noch geteert, doch man sagte uns schon, dass hinter diesem Ort eine wirklich schlimme Piste liegen soll. Wir haben erst Glück, denn die Sonne scheint jetzt schon den dritten Tag in Folge und so beschließen wir, als wir gegen 15 Uhr in Mocoa ankommen, die weiteren 80 km auch noch heute zurück zu legen.

Ca. 4 km hinter Mocoa beginnt die Piste, grober Schotter – spitze Steine, kaum Erde – aber durchgängig sehr gut gewartet. So geht es jetzt die nächsten 80 km und erst einmal nur bergauf. Weiter oben fahren wir dann durch Wolkennebel, so dass man kaum noch etwas sehen kann und wir gewöhnen uns an, vor jeder scharfen Kurve zu hupen. Die Kolumbianer kennen das anscheinend nicht, obwohl sie ja sonst permanent auf der Hupe stehen. Die Strasse ist superschmal - einer sitzt immer am Abgrund, doch Olli schaukelt uns wir ein Profi durch die Landschaft. In den engen Serpentinkurven müssen wir mehrmals über einen Wasserfall, der von oben aus dem Berg sprudelt und über unsere Strasse weiter nach unten fließt. Leider setzen wir beim 3. Mal mit einem der Jacks auf und reißen uns die Halterung der Stütze ein Stück heraus. Doch das ist der einzige Zwischenfall. Ganz oben gibt es gleich zwei Militärkontrollen, bei der ersten werden wir raus gewunken, doch als ich hinten aufschließe und das Chaos sehe, sind die Militärjungs schnell vergessen. Ein Badschrank hat seinen Inhalt im Camper verteilt und das Duschbad bedeckt den Boden. Nachdem die Schweinerei beseitigt ist und wir weiterfahren, geht es endlich über den Kamm und wir blicken auf Bergspitzen und weiße Wolken. Es sieht toll aus und die Sonne gibt noch immer alles, obwohl es nun schon fast 18 Uhr ist. Das letzte Stück dieser Todesstrecke fahren wir sogar im Dunkeln, doch kurz vor San Francisco wird es auf einmal ganz ruhig unter uns. Juchhu, wir fahren wieder auf Asphalt. Am nächsten Morgen haben wir dann leider doch einen platten Reifen. Doch kein Wunder bei der Strasse, die wir hinter uns haben. Der Reifenklempner kann allerdings kein Loch feststellen und so fahren wir mit neuer Luft weiter in Richtung Pasto. Wir durchfahren viele Militär- und Polizeikontrollen und man beschwert sich sogar über unsere (seit einem Jahr) kaputte Windschutzscheibe.

Pasto ist eine 327.000 Einwohner große Stadt, in der wir die Adresse eines deutschen Automechanikers haben. Als wir die Werkstatt von Carlos erreichen, hat dieser leider erst am übernächsten Tag Zeit für uns. Wir verabreden uns auf später und fahren wieder ein Stück zurück zur ‚Laguna de La Cocha’. Die Lagune liegt auf 2700 m und besonders nachts ist es hier richtig kalt. Wir dürfen auf dem gepflegtem Gelände eines Hotels stehen, wenn wir im Gegenzug im Restaurant essen gehen. Das machen wir auch nach einem sonnigen Tag, an dem Olli sich draußen am Camper verausgabt hat. Er hat die kaputte Rückwand repariert und nun beide Jacks höher gesetzt. Im großen und leeren Restaurant sind wir dann die einzigen Gäste und setzen uns direkt vor den prasselnden Kamin. Ich esse geräucherte Forelle und Olli nimmt Hühnchen in Champignons, was beides sehr lecker ist. Die nächsten Tage verbringen wir dann bei Carlos in der Werkstatt. Während er unter dem Auto schraubt und prüft, bessert Olli einige Dinge am Camper aus, wie die Regenrinne und die Roststellen. Ich sitze drinnen und arbeite am Rechner. Wir haben Glück, denn es gibt sehr gutes Internet. Nach drei Tagen verabschieden wir uns von dem sehr lieben Carlos, der für seine ganze Prüferei nur einen kleinen Lohn möchte. Bevor wir aus Pasto herauskommen, lassen wir dann allerdings doch noch unseren Reifen flicken, denn der war mittlerweile schon wieder platt.

Unsere nächste und letzte Station in Kolumbien ist das ‚Santuario Las Lajas’, welches sich kurz vor der Grenze bei Ipiales befindet. Obwohl anscheinend ein ganzes Dorf von dieser Touristenattraktion lebt, gibt es leider nur ungenügend Ausschilderung. Das Santuario las Lajas ist eine Pilgerkirche, die über eine Brücke gegen die Steilwand einer tiefen Schlucht gebaut wurde. Schon von oben kann man die Kirche im gotischen Stil weiter unten erkennen. Es sieht wirklich dramatisch aus. Über Treppen und Schrägen gelangen wir vom Parkplatz nach unten. Gerade findet eine Messe statt, so machen wir erst einmal einen Rundgang und wieder einmal viel zu viele Fotos. Auch von Innen ist die Kirche sehr schön, der Altar ist direkt in die Felswand gebaut. Nach der Besichtigung dieses wunderschönen Bauwerkes schlagen wir den Weg zur Grenze ein. Auf geht’s nach Ecuador!