Galápagos – 1. bis 14. Juli 2010

Die ca. 1.000 km vom Festland entfernt im Pazifik gelegenen Galápagos-Inseln, bilden das Highlight jedes Ecuadorbesuchs. Die Inseln sind geologisch sehr jung (700.000 bis 3 Mio. Jahre) und ozeanisch-vulkanischen Ursprungs, was bedeutet, dass sie nicht von einem der Kontinente stammen sondern vom Meeresboden aus gewachsen sind. Die Inselgruppe umfasst 13 Inseln die größer als 5 km2 sind und mehr als 45 kleinere Eilande. Zusammen genommen bedecken die Inseln eine Landfläche von ca. 8000 km2. Schon einer der Inka Herrscher soll die Inseln entdeckt haben, doch aufgezeichnet hat seine Entdeckung erst Tomas de Berlanga. Der spanische Bischof von Panama entdeckte den Archipel 1535, als sein Schiff von der Küste abtrieb. Obwohl während den nachfolgenden Jahren Piraten und Wahlfänger die Inseln bewohnten, geraten sie wieder in Vergessenheit. Erst lange nach dem Besuch Charles Darwins im Jahre 1835 wurden die Inseln berühmt. Sein 1859 veröffentlichtes Werk „Die Entstehung der Arten“, die die Grundlage moderner Evolutionsbiologie sind, basierten auf seinen Beobachtungen auf den Galápagos-Inseln. 1959 wurde der Archipel zum Nationalpark erklärt. In den 70er Jahren begannen Touristen die Inseln zu bereisen. Heute sind es ca. 80.000 Besucher jährlich.

Die Fluggesellschaft TAME, bringt Olli, Kim und mich am Donnerstag, den 1. Juli auf die Galápagos-Inseln. Wir fliegen die Insel Baltra an, die während des 2. Weltkrieges ein Luftwaffenstützpunkt der USA war. Die Sonne scheint und als wir nach Santa Cruz übersetzen, ist das Wasser unter uns ein Traum aus glasklar und blau-türkis. Santa Cruz ist die meist bevölkerte Insel des Archipels und die zweitgrößte. Ca. 25.000 Menschen leben heute in ihrem Hauptort – Puerto Ayora - davon auch viele illegal. Ein weiterer Bus fährt uns einmal quer über die Insel, die sich in der Mitte zu einem Hochland erhebt, um nach Puerto Ayora auf der anderen Seite zu gelangen. Im Bus lernen wir die beiden Holländer Martine und Edwin sowie die beiden Deutschen Alex und Marco kennen. In Puerto Ayora angekommen, gehen wir auf Hotelsuche und mieten uns schließlich im Hotel Gardner ein. Von Santa Cruz aus buchen wir eine 5-tägige Schiffstour, doch bis es losgeht, sind noch zwei Tage Zeit. In denen sehen wir uns ein wenig auf Santa Cruz um. Wir machen einen Ausflug ins Hochland, wo wir helmlos und nur mit einer Taschenlampe bewaffnet den zweitgrößten Lavatunnel der Welt durchwandern – zumindest einen Teil davon. Ferner besuchen wir eine Farm, auf der sich die Riesenschildkröten tummeln. Gerade für mich sind die Schildkröten eines der Highlights hier auf den Inseln. Wir haben Glück, denn hier bewegen sich die Riesen in ihrem natürlich Lebensraum uneingeschränkt durch Zäune oder Mauern. Es sind wirklich gigantische Tiere, wie sie sich bedrohlich vor einem aufrichten. Ich könnte stundenlang hier sitzen und sie beobachten.

Kim und ich machen tags darauf einen Bootsausflug nach Floreana. Olli zieht es vor sich vor den Fernseher zu setzen und die Fußballweltmeisterschaft zu verfolgen. Ein Mann eben! Wir sind insgesamt 16 Passagiere auf dem Boot, doch wir beide haben super Plätze. Eineinhalb Stunden dauert die Überfahrt bis zur sechstgrößten Insel. Nur rund 100 Leute leben hier und das sieht man sofort. Als wir allerdings aus dem Boot steigen, werden wir mit Glückwünschen und Händeschütteln begrüßt, denn Deutschland hat 4:0 gegen Argentinien gespielt. Zuerst können wir es gar nicht glauben. Schön! Im kleinen Hafen vergnügen sich Seelöwen und Meeresschildkröten, die Klippen sind voller roter Krabben und auch Meeresechsen sonnen sich auf den dunklen Steinen. Auf Floreana lebt u. a. die berühmte Kölner Familie Wittmer. Die verstorbene Frau Wittmer hat ein Buch über die mysteriöse Vergangenheit der ersten europäischen Siedler geschrieben, die Geschichte scheint wirklich interessant zu sein. Mit einem offenen Bus fahren wir über eine ruckelige Piste ins Hochland, wo wir auf einem Wanderweg wieder auf Riesenschildkröten treffen. Doch diese hier sind etwas phlegmatisch und ziehen sich in ihre Panzer zurück. Weiter geht es zu ehemaligen Piratenbehausungen und dann weiter durch mystisch aufragende Felsen. Die älteste Lava, die man auf Floreana fand, ist 1,5 Mio. Jahre alt, womit diese Insel zu den älteren des Archipels zählt. Nach einem guten Mittag fahren wir mit dem Boot zur ‚Corona del Diablo’ (Teufelskrone). Auf dem Weg dorthin entdecken wir kleine Galapagos-Pinguine, die sich auf den Felsen putzen. Die Teufelskrone ist ein halb offener versunkener Vulkan mitten im Meer. Hier sehen wir Blaufuß- und Maskentölpel, Rotschnabel-Tropikvögel und Schnorchler von einem anderen Boot. Anscheinend kann man hier auch mit Hammerhaien schwimmen, doch das tun wir nicht. Wir legen unsere Schnorchelausrüstung in der Bucht der ‚Isla Campeon’ an. Das Wasser ist eisig, doch wir werden mit vielen großen bunten Fischen belohnt.

Puerto Ayora ist ein netter Ort, der sich am Wasser entlang zieht. Auf der Suche nach einem Strand entdecken wir den kleinen Fischmarkt, wo sich immer mindestens ein Seelöwe herumdrückt und auch die Pelikane schauen, ob sie etwas vom Fang abbekommen. An der Polizeistation tritt Olli fast auf die niedlichen kleinen Meeresechsen, die hier überall herumliegen und ab und zu in einer Fontäne das Salz aus ihren Nasen spritzen. Ihre Köpfe sind schon ganz weiß verkrustet. Den Strand finden wir schließlich bei der Darwin-Station, die wir uns allerdings morgen inklusive der Schiffstour ansehen werden. Hier am anderen Ende der Stadt gibt es den ein oder anderen sehr teuren Souvenirladen. Doch die Dinge, die hier zum Verkauf angeboten werden, sind teilweise wirklich sehr interessant.

Nach einem letzten Frühstück im Hotel begeben wir uns zum Schiff. Martine und Edwin sind auch mit von der Partie, die weiteren Passagiere treffen nach uns ein, da sie vom Flughafen kommen. Wir sind eine gemischte Truppe aus Australiern, Schweizern, Deutschen, Belgiern und Amerikanern. Nachdem wir unsere Kabinen zugewiesen bekommen haben, stellt sich Samuel unser Guide vor und gibt uns gleich eine erste Einweisung und klärt uns über den Ablauf des restlichen Tages auf. Nach einem wirklich ausgezeichneten Mittag fahren wir mit dem Schlauchboot direkt zur Charles Darwin Station. Der kleine Steinpier ist voller Meeresechsen. Die Darwin Station ist für uns allerdings eine große Enttäuschung. Die armen Riesenschildkröten liegen auf einem kargen Erdstück und lassen die Köpfe hängen. Außer uns sind noch verschiedene andere Gruppen hier und alle starren auf die Tiere, die Kamera im Anschlag. Ein paar von den Riesen bewegen sich dann doch noch, doch es macht auf uns wirklich einen traurigen Eindruck im Vergleich zu der Farm auf der wir vor zwei Tagen waren. Der Anblick von ‚Lonesome George’ macht die Sache auch nicht besser. Vor allem wenn man bedenkt, was sie sich für den armen Kerl noch alles einfallen lassen, damit er Nachkommen zeugt. Warum lassen sie ihm nicht einfach seine wohlverdiente Ruhe? Nach dem Abendbrot auf dem Schiff, erzählt uns Samuel, was wir am morgigen Tag erleben werden. Gegen Mitternacht läuft unser Schiff dann aus dem Hafen und nimmt Fahrt in Richtung Isla Rábida auf. Olli und ich liegen schon seit Stunden in unseren gemütlichen Betten und versuchen uns von dem auf und ab in den Schlaf schaukeln zu lassen, doch leider klappt das bei mir überhaupt nicht. Als dann noch der Anker mit einem ohrenbetäubender Lautstärke gehievt wird, habe ich noch kein Auge zugetan. Als wir losfahren ist überhaupt nicht mehr an Schlaf zu denken. Der Seegang ist stark und unsere Betten gehen gefühlte 2 m hoch und runter. Letztendlich flieht Olli aufs hintere Aussendeck nahe dem Motor und ich schleiche mich zu Kim in die Kabine, wo glücklicherweise noch ein Bett frei ist. Hoffentlich bekommt sie morgen keinen Herzinfarkt. Doch alles geht gut und am nächsten Tag können wir unsere Kabine tauschen und ziehen um Einiges weiter nach hinten.

Schon um 8 Uhr landen wir am roten Strand von Rábida. Hier werden wir von einigen Seelöwen mehr oder weniger begrüßt, denn eigentlich sind sie schon zu faul, die Köpfe zu heben. Maximal ein Auge geht auf, wenn man ihnen zu nahe kommt. Die haben ein Leben, man! Wir legen unsere Schnorchelausrüstung am Strand ab und machen einen einstündigen Rundgang über die 5 km2 große Insel. Auf Rábida kann man die meisten Lavatypen sehen. Durch den hohen Eisenoxydgehalt ist die Erde hier rot. Gleich hinter dem Strand liegt eine Salzwasserlagune und auch hier liegen die schlafenden Seelöwen in den Büschen verteilt. Wir laufen einen Pfad entlang, vorbei an Palo-Santo-Bäumen, riesigen Opuntien, treffen auf Finken und Lavaechsen und landen schließlich an einer wunderschönen Küstenlinie. Von hier geht es auf dem Rundgang zurück zum Strand und ab ins Wasser. Olli und ich fassen uns an den Händen, während unter uns Rochen, bunte Fischschwärme und auch ein paar Quallen hinweg ziehen. Während die Millennium weiter zu der winzigen Insel ‚Sombrero Chino’ fährt, bekommen wir eine heiße Dusche und wieder ein kaiserliches Mittagsbüfett vorgesetzt.

’Sombrero Chino’ ist eine ganz kleine Insel südöstlich vor Santiago. Wir verlassen das Schiff mit den Schlauchbooten und werden an einem weißen Strand ins blau schimmernde Wasser gelassen. Wieder begrüßen uns Seelöwen bei denen wir unsere Schnorchelsachen zurücklassen. Die Landschaft ist atemberaubend, zwischen verschiedenen Lavaformen tauchen rote Korallensträucher auf und im Hintergrund sieht man den Vulkan, der an einen chinesischen Hut erinnert und der Insel ihren Namen gab. Es geht vorbei an weißen Sandbuchten, in denen meist kleine Seelöwen spielen oder schlafen. Die Insel ist übersäht mit winzigen Lavatunneln, so dass man das Gefühl hat, gleich bricht das poröse Gestein unter einem zusammen. Wir laufen bis an eine Steilküste, wo die Brandung das Wasser weit auf die mit roten Meereskrabben besetzten Felsen schleudert. Weiter hinten liegen mehrere dunkle Meeresechsen ruhig in der Sonne. Auf unserem Rückweg zum ersten Strand treffen wir auf eine Seelöwenmutter mit ihrem Neugeborenen. Mit unseren Schnorchelsachen geht es nun ins herrlich blaue, jedoch kalte Wasser. Auf der anderen Seite vor der Küste von Santiago sieht man wieder die bunte Fischwelt, riesige rote und blaue Seesterne, Rochen und sogar Pinguine. Diese ziehen allerdings ein Sonnebad auf den Felsen vor und haben nicht die Absicht, sich das Wasser mit uns zu teilen. Zurück am Strand haben uns die Seelöwen entdeckt und fangen an wie die verrückten zwischen uns hin und her zu jagen. Blitzschnell schwimmen sie auf einen zu, um im letzen Moment die berühmte ‚Kurve zu kratzen’. Mit dem Dingi fahren wir zurück zum Schiff, wo es nach einer heißen Dusche die Einweisung für den nächsten Tag und Abendbrot gibt. Wieder geht es früh ins Bett, denn der Tag war anstrengend so wie die letzte Nacht. Diesmal schlafen wir wie die Babys.

Beim Erwachen am nächsten Morgen, können wir vom Bett aus den berühmten Pinnacle Rock oder die Felsnadel sehen. Wir stehen vor Bartolomé. Schon um 7 Uhr müssen wir heute im Dingi sein, denn nicht weit von uns ankert ein großes Kreuzfahrtschiff mit 96 Passagieren, die auch diese Insel besuchen wollen. Gefrühstückt wird also später! Wir sind also die ersten, die am Pier von aufgeregten Seelöwen begrüßt werden und auch die ersten, die an diesem Morgen die 374 Stufen der Insel Bartolomé ersteigen. Ein Galapagosfalke schwirrt neugierig durch die morgendlichen Sonnestrahlen und lässt sich original einen Meter von uns entfernt für einen Fototermin nieder. Bartolomé ist landschaftlich sehr dramatisch. Schwarze Lavafelder sind mit weißen kleinen Büschen bewachsen und blassgrüne Lavakakteen krallen sich an goldbraune Schlackenkegel. Von oben haben wir dann einen herrlichen Rundblick in die Umgebung und können verschiedene andere Inseln und im Wasser liegende Krater ausmachen. Dies ist Galapagos meist fotografiertes Panorama, die beiden Strände am Fuße des Pinnacle Rock. Zurück auf dem Schiff holen wir die Schnorchelausrüstung, um in der Bucht am Pinnacle Roch zu schnorcheln. Hier gibt es neben verschiedenen Seeigeln wieder bunte Fische und Seelöwen im Wasser. Nach dem Mittag erreichen wir Baltra, wo das Schiff aufgetankt wird. Von hier aus fahren wir noch ein kleines Stück, um bei Santa Cruz mit dem Schlauchboot in die Mangroven der ‚Black Turtle Cove’ zu fahren. Dort beobachten wir Pelikane beim Fischen. Aus mehreren Metern Höhe stürzen sie kopfüber ins Wasser. Wenn sie mit ihrer Beute im Schnabel wieder auftauchen, lassen sich auf ihren Köpfen sofort kleine braune Vögel (deren Name wir vergessen haben) nieder und plündern kleine Wassertiere und Algen aus dessen großen Schnabel. Weiterhin gibt es im seichten Wasser auch Blaufußtölpel, Lavareiher, Graureiher, Meeresschildkröten und Weißspitzen-Hundshaie.

Unsere nächste Insel ist die Plaza Sur. Schon vom Boot aus kann man im klaren Wasser die großen Doktorfische sehen. Die kleine Insel ist ein gehobenes Lavaplateau, welches im Süden steil aus dem Wasser ragt. An dieser Windumpeitschten Steilküste fühlen sich verschiedene Vögel besonders wohl, wie z.B. die Gabelschwanzmöwen, Sturmtaucher oder auch Tropikvögel. Wir durchwandern die wunderschöne bunte Insel – die Galapagos Sesuvien haben den gesamten Boden in verschiedenen Rot- und Gelbtönen überzogen, was nur durch vereinzelt stehende Baumopuntien durchbrochen wird. Überall ruhen große und kleine Seelöwen, Landleguane mit gelben Beinen und Meerechsen. Zurück auf dem Schiff fahren wir während des Mittags zur nächsten Insel – Santa-Fe. Wir liegen in einer herrlichen Bucht mit kristallklarem Wasser. In der Ferne kann man Seelöwen sehen und hören ... aber aus der Ferne leider kein Fernsehsignal empfangen ... da haben die Deutschen Fussballer ohne uns gegen Spanien verlieren müssen. Nach einem Verdauungsschläfchen geht es dann zum Schnorcheln. Fische sehen wir nur wenige, doch die kleinen Seelöwen machen sich wieder einen Spaß daraus, um uns herum zu flitzen. Nachdem wir alle wieder trocken sind, fahren wir mit dem Dingi an einen der zwei Strände. Im flachen Wasser wimmelt es von Weißspitzen-Hundshaie – na wenn ich das gewusst hätte, hätte ich das Schnorcheln ausfallen lassen. Der weiße Strand ist voll von Seelöwen und zum ersten Mal sehen wir auch tote Tiere. Aber niemand greift hier in die Natur ein. Santa-Fe hat außergewöhnlich hohe Baumopuntien und eine Unterart der Landleguane. Diese hier haben einen stärker ausgebildeten Rückenkamm und sind noch gelber. Auf der Rückfahrt mit dem Dingi sehen wir nicht nur Haie sondern auch eine ganze Rochenschule begleitet uns. Vom oberen Bootsdeck kann man die mehr als 20 Tiere dann noch besser sehen. Sie schwimmen die Bucht auf und ab. Auch eine Grüne Meeresschildkröte lässt sich blicken. Am Abend – unser letzter Abend auf dem Boot - gibt es Cocktails und ein Barbecue auf dem Aussendeck. Wir tauschen Mailadressen und machen Abschiedsbilder. Ansonsten steht uns heute Nacht wieder einmal ein schwerer Seegang in Richtung San Cristóbal bevor.

Es war wirklich nicht einfach diese Nacht gut zu schlafen, denn außer dem Schaukeln war noch das ein oder andere Rumsen zu hören. Und wirklich, es sind Leute aus dem Bett gefallen. Heute Morgen ist es jedoch wieder ruhig, denn wir liegen im Hafen von Puerto Baquerizo Moreno auf San Cristóbal. Nach dem Frühstück besuchen wir hier das Interpretationszentrum, in welchem die Entstehung des Archipels sowie seine Geschichte beschrieben wird. Nachdem wir uns von den anderen Bootsreisenden verabschiedet haben, suchen Kim, Olli und ich uns ein Zimmer, denn wir wollen mindestens eine Nacht hier verbringen. Puerto Baquerizo Moreno ist die Hauptstadt der Provinz Galapagos und ca. 4000 Menschen leben hier. Es ist ein hübsches ruhiges Örtchen und besitzt einen schönen Malecon, der sich die gesamte Wasserfront entlang zieht. Diese haben die Seelöwen eingenommen und auch bis auf die Parkbänke und Spielplätze sind sie vorgedrungen. Überall liegen sie und schlafen oder balgen sich um den besten Platz. Olli setzt sich neben einen wunderhübschen Seelöwen auf die Bank, doch mit einem kurzen aber lauten Brüll veranlasst er Olli zum sofortigen Aufstehen. Schön ist auch die beleuchtete Pier. Im grün angestrahlten Wasser sausen die jungen Seelöwen herum. Nachmittags machen wir eine Wanderung zum Fregattvogelhügel und dem Denkmal von Charles Darwin. Leider nieselt es abends, während wir uns eine sehr leckere Pizza zu Gemüte führen.

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns auch von Kim. Sie wird morgen zurück nach Quito und weiter nach Costa Rica fliegen. Olli und ich setzen mit einem Boot über nach Santa Cruz, wo wir einige Stunden später ein weiteres Boot zur größten Insel des Archipels nehmen. Isabela ist aus fünf Schildvulkanen entstanden, mit Vulkan Wolf, dem höchsten des Archipels im Norden. Im kleinen Hauptort, Puerto Villamil mit ca. 2000 Einwohnern angekommen, machen wir uns auf Hotelsuche. Am zentralen Platz werden wir fündig und können hier auch einen guten Deal aushandeln. Nach dem Ablegen der Taschen wandern wir durch den ruhigen Ort. Es gibt hier keine asphaltierten Strassen, alles besteht aus feinem Strandsand, ein Paradies für Barfussgänger. Die Häuser sind teilweise sehr schön und es wird viel gebaut. Da der Ort so winzig ist, treffen wir immer wieder auf die anderen Passagiere des Bootes. In der Abenddämmerung entdecken wir in der kleinen Lagune hinter dem Hotel die hübschen rosa Flamingos. Später landen wir bei Claudia am Casa Rosa. Neben ihrem Hostel hat sie einen wunderschönen kleinen Biergarten, wo sich tagsüber die Meeresechsen sonnen und abends die Gäste auf Walknochen sitzend ihr Bier schlürfen. Viele nette Leute treffen wir hier, einige von ihnen sind schon eine ganze Weile hier hängen geblieben. Am Samstag sehen wir gleich einige von ihnen wieder denn man trifft sich zum Halbfinale im Hotel Albemarle. Und auch am Sonntag sind die Stühle vor dem Bildschirm alle besetzt. Doch bevor auch wir uns zum letzten Spiel der Weltmeisterschaft einfinden, besuchen wir die Schildkrötenaufzuchtstation Dazu laufen wir gute 2 km vorbei an verschiedenen Lagunen. Weil es so früh ist und wir die einzigen sind, sehen wir schon hier einige Tiere. Meeresechsen belagern den Weg, Wasservögel durchwaten die Tümpel und die vielen kleinen Lavaechsen sind so schwer zu erkennen, dass man fast auf sie drauf tritt. Auf Isabela gibt es drei Unterarten der Riesenschildkröten. Die kleinen – geschätzt zwischen 7 und 17 Jahren – wimmeln nur so durcheinander, klettern sich gegenseitig über die Panzer und frühstücken gerade. Die ausgewachsenen auf der anderen Seite haben mehr Auslauf. Sie sind für immer hier und sollen für Nachwuchs sorgen, der dann ab einer bestimmten Größe ausgesetzt wird. Nämlich dann, wenn sie nichts mehr in der Welt da draußen zu befürchten haben – außer den Menschen versteht sich. Unter anderem sehen wir auch wieder gigantische Sattelpanzerkröten. Diese sind sexuell sehr aktiv und immer wieder hört man ein Männchen laut stöhnen, der einzige Moment, wenn Schildkröten laute Geräusche machen.

Nach dem schrecklichen Finalspiel gibt es eine lustige Party im Albemarle. Ein leckeres Büfett wird aufgefahren, welches Janet und Mike und Ivette am Abend zuvor vorbereitet haben. Verschiedene Leute landen freiwillig oder unfreiwillig im Pool, es wird gegessen und getrunken, Volleyball gespielt und natürlich geschnackt. Am nächsten Tag haben wir traumhaftes Wetter, die Sonne scheint warm und der Himmel ist wolkenlos blau. Olli und ich verbringen ihn an einem der weißen Sandstrände von Isabela. Neben uns wagen sich die Geisterkrabben nach einer Weile wieder aus ihren Löchern, im Wasser sieht man Seelöwen mit den Wellen surfen und es gibt absolut keine nervigen Fliegen oder sonstiges Krabbelzeug. Perfekt! Abends essen wir leckere Empanada, gehen auf ein Bier im Casa Rosa vorbei und sitzen dann noch mit einigen anderen Reisenden zusammen. Für den nächsten Tag haben wir uns dann die Monsterwanderung vorgenommen. 7 km sind es bis zur Mauer der Tränen „El Muro de las Lagrimas“, vorbei an verschiedenen Lagunen, Lavatunneln und Aussichtspunkten. Auf der sandigen Strasse, die erst entlang der Küste doch dann zwischen Baumopuntien, Mangroven, Akazien und Kakteen hindurchführt, treffen wir auf junge (ca. 30 Jahre) Riesenschildkröten. Sie sitzen in der Sonne oder überqueren den Weg, um sich auf der anderen Seite „schnell“ wieder ins Dickicht zu kämpfen. Kurz vor unserem Ziel besteigen wir einen Berg mit Aussichtsplattform, auf der wir eine halbstündige Pause einlegen. Von hier hat man einen weiten Ausblick über den südlichen Teil der Insel. Dann erreichen wir die 150 m lange und 10 m dicke Mauer. Sie wurde in den vierziger Jahren, nur der reinen Arbeit willen von Strafgefangenen erreichtet. Ein Slogan steht auf einem Schild „Hier weinen die Harten, die Weichen sterben!“. Gruselig!. Am nächsten Morgen geht es dann leider schon wieder zurück nach Santa Cruz, wo wir unsere letzte Nacht auf den Galapagos Inseln verbringen. Oben vor der Tür des Flugzeugs blicken wir uns noch einmal um. Die Sonne scheint und nicht weit von uns leuchtet das Meer in seinem schönsten Blau. Wie schade, dass wir schon abreisen von diesem wunderschönen Fleckchen Erde.