Entlang Perus Küste – 17. bis 30. September 2010

Nachdem wir unseren Harry noch einmal mit dem günstigen ecuadorianischen Benzin voll getankt haben, rollen wir gute 100 km durch die Berge zur Grenze. Sehr schön, doch auch sehr kurvig. Die Grenze befindet sich in Macara, wo wir den verfahrenen Sprit auch noch mal auffüllen. Die Grenzformalitäten sind einfach, die Grenze ist klein und ruhig und trotzdem benötigen wir eine Stunde bis wir durch sind. Alle haben sich extrem viel Zeit gelassen. Doch schließlich ist es dann so weit und wir reisen in das neue Land – Peru. Die fast leere Strasse ist in einem wunderbaren Zustand und verläuft außerdem fast geradlinig durch flaches und sehr trockenes Land. Piura ist die erste große Stadt, die unseren Weg kreuzt. Sie ist die älteste Stadt Perus und wurde bereits 3 Jahre vor Lima gegründet. Wir fahren auf einer von Tuk Tuks verstopften Strasse bis ins Zentrum, wo wir einen Geldautomaten suchen und finden und so unseren Soles-Haushalt auffüllen. Dabei bemerken wir, dass wir auf der wunderbaren Panamericana von der Grenze bis Piura unsere beiden gebrauchten Ersatzräder vom Camperdach verloren haben – hoffentlich haben wir niemanden verletzt, dafür aber den Finder glücklich gemacht. Hinter Piura beginnt die Wüste. Erst sehen wir den gelben Sand nur durch das braune Gestrüpp, welches hier wächst. Es erinnert uns stark an die Küstenwüste in Kolumbien. Es hängt auch genauso viel Plastikmüll in den Zweigen und im Sand. Dann wird es sandiger, wir sehen die ersten großen Dünen und die Vegetation verschwindet komplett. Die Straße geht ziemlich gerade durch diese karge Landschaft und Olli kann seit langem mal wieder den Tempomat einschalten. Wir schaffen es an diesem Tag wirklich noch bis Lambayeque. In dieser Vorstadt von Chiclayo gibt es zwei berühmte Museen, die wir uns am nächsten Morgen anschauen.

Das ‚Museo Tumbas Reales de Sipan’ zeigt sehr eindrucksvoll die Grabfunde der Mochica Pyramiden. Angefangen mit dem Herrscher von Sipan, der wirklich mit unwahrscheinlich viel Schmuck, Keramik aber auch anderen Menschen beigesetzt wurde. Sehr gut wird die beachtliche Arbeit der Archäologen dargestellt. Man sieht genau, in welchem Zustand sie die Leiche vorgefunden haben und wie der Schmuck nachher wieder restauriert wurde. Das Museum ist sehr interessant, obwohl alles nur in Spanisch ist. Doch mittlerweile verstehen wir ziemlich viel von dem was dort steht. Leider darf hier nicht fotografiert werden. Das ist im nächsten Museum, dem ‚Museo Arqueologico Nacional Bruning Lampayeque’ anders. Hier ist die umfangreiche Sammlung des deutschen Kaufmann Heinrich Brüning ausgestellt, die nach seinem Tod allerdings erweitert wurde. Er lebte von 1875 – 1925 in Peru. Auf dem Markt kaufen wir Obst und Gemüse und steigen dann wieder ins Auto. Nach der größeren Stadt Chiclayo gibt es wieder kilometerweite Wüste. Die Gegend sieht teilweise erbärmlich aus. Selten sieht man links und rechts ‚Behausungen’, kein Grün nur Wind und Plastikmüll. Die Strasse zieht sich Schnurrgerade durch diese Einöde, doch sie ist voll und wir kommen schleppend voran. Die Busse überholen von hinten und scheren sich einen Dreck um die anderen Verkehrsteilnehmer. Eigentlich wollten wir zur Huaca del Dragon kurz vor Trujillo, doch die finden wir leider nicht. Stattdessen fahren wir auf einer anscheinend neuen Umgehung großzügig um die Stadt herum. Inzwischen ist es auch schon wieder dunkel und es wird ungemütlich. An einer Stelle fliegen sogar Steine gegen unser Auto, doch unsere neue Windschutzscheibe bleibt heile. Wir fahren nach Huanchaco, einem Küstenort vor Trujillo. Heute ist das Fischerdorf auch ein bekannter Ferienort für Peruaner und etwas schicker. Hier verbringen wir die nächsten Nächte. Erst am kilometerlangen Malecón (auf den Strand sollte man übrigens nicht stehen, die Polizei verscheucht abends alle von dort) und später auf dem leider sehr überteuerten kleinen RV-Park in der Stadt.

Von hier besichtigen wir die Ruinen von Chan Chan, der einst größten Stadt der Welt. Sie war die Hauptstadt des mächtigen Chimu-Reiches (1000 – 1450), dessen Einfluss sogar bis nach Guayaquil in Ecuador gereicht haben soll. Die Chimu folgten der Mochica-Kultur, deren Kunst wir in Lambayeque bestaunen durften. Chan Chan war damals 20 km2 groß und komplett von einer Adobemauer umgeben, hinter der in ihrer Blütezeit bis zu 100.000 Menschen lebten. Leider ist das Haltbarkeitsdatum von Adobeziegeln, aus welchen die Stadt ausschließlich bestand, nicht von Dauer. Wind, Sand und Regen lassen die Ruinen heute wie ein riesiges geschmolzenes Wachskunstwerk erscheinen. Aber nicht alles ist zerstört und vieles restauriert, wie man auf den Bildern sehen kann. Nachdem wir die Anlage abgelaufen haben, besuchen wir noch kurz das Museum und fahren anschließend mit neuem Baumaterial zum RV-Park. Hier werden noch einige Arbeiten am Camper erledigt. Olli öffnet noch einmal kurz die neue Front, ich streiche die neue Front von Innen und wir schrauben eine große Holzplatte unter den Camper, damit wir mehr Platz zwischen Camperalkoven und Truckdach haben. Wir besichtigen aber auch das kleine Huanchaco, machen einen ausgedehnten Strandspaziergang bis auf die lange Pier und besichtigen die berühmten Schilfboote. Die Fischer fahren noch heute kniend mit den ‚Caballitos de Totora’ oder ‚Schilfrohrpferdchen’ aufs offene Meer.

In Trujillo kaufen wir nach langem Hin und Her nun doch ein Garmin Navigationsgerät. Mit den neu aufgespielten Karten geht es zu den höchsten Lehmpyramiden Südamerikas, der Huaca de la Luna y del Sol. Dafür haben wir uns allerdings einen schlechten Tag ausgesucht. Es ist der Tag der Jugend, das heißt, viele Schulen nutzen diesen Tag für Ausflüge. Mindestens 500 Kinder und Jugendliche steigen ab 8 Uhr morgens im Minutentakt neben unserem Camper aus den Bussen und tummeln sich lautstark auf dem Vorplatz. So entscheiden wir uns noch etwas zu warten. Erst gegen Mittag zahlen wir unsere Tickets und starten mit einem obligatorischen Guide. Sie ist sehr nett und spricht ein wirklich gutes English. Gemeinsam durchschreiten wir die sehr beeindruckende Huaca (heilige Stätte) de la Luna, welche von den Mochica (200 – 800 n. Chr.) erbaut wurde. Es sind fünf übereinander gebaute Tempel, die von dem deutschen Max Uhle entdeckt wurden. Jede Generation hatte die alten Tempel zugeschüttet und danach einen höheren oben drauf gesetzt. Die wunderbar erhaltenen Fresken der Götter wiederholten sich über die Jahrhunderte. Ganz zum Schluss gehen wir um die Pyramide herum und sehen eine Gesamtansicht. Das ist ein atemberaubender Anblick. Auch hier tragen die unter dem Sand erhaltenen Malereien und Reliefs noch ihre Farben. Mehrere Stockwerke zieht sich das Gebäude hoch und eine riesige Rampe verschaffte den Menschen damals den Zugang nach oben. Anschließend besichtigen wir das neue und sehr interessante Museum, welches mit englischen Beschreibungen glänzt, doch auch hier dürfen keine Fotos gemacht werden. Wieder im Auto geht es weiter nach Süden. Hinter der Stadt geht es wieder in die Wüste, die hier jedoch künstlich bewässert wird. So weit das Auge reicht strecken sich Maisfelder zur rechten Seite, links sieht man bald wieder weißgelbe Dünen und dahinter die Berge der Anden. Bei Chiclayo biegen wir von der Panamericana ab. Unser nächstes Ziel bzw. unsere nächste Strecke ist das Santa Tal und der Canyon del Pato. Im warmen Licht der Abendsonne fahren wir durch farbenfrohe Felder. Hier werden leuchtend orange Blumen angebaut. Auf den ca. 80 km bis Chuquicara geht es gemächlich hoch in die Berge. Wir erreichen den Ort in der Dämmerung und übernachten an der Tankstelle.

Gleich morgens geht es immer am Rio Santa durch den Canyon, der jetzt langsam Gestalt annimmt. Hohe Berge links und rechts in den prächtigsten Farben. Da wirkt das Death Valley in den USA ganz klein gegen. Wir fahren seit Chuquicara die ganze Zeit auf Schotter, doch die Strasse scheint gerade überholt worden zu sein, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h kommen wir gut voran. Huallanca, wo sich auch das große Wasserkraftwerk befindet, welches das Wasser des Rio Santa staut, ist eine kleine, sehr saubere Stadt mit asphaltierten Strassen. Es erscheint wie eine industrialisierte Oase in dieser kargen Gegend. Hier befindet sich die Einfahrt zum Canon del Pato, dem Entental. Die Strasse wird ein klein wenig schlechter, doch nicht so, wie wir es in anderen Reiseberichten gelesen hatten. Die Schlucht wird immer enger und man fährt auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse praktisch von einem Tunnel in den nächsten. Die steilen grauen Felswände der Cordillera Negra und Blanca treffen so dicht aufeinander, dass sie nur noch der Rio Santa 20 m unter uns trennt. Nach 40 km erreichen wir Caraz, die zweitgrößte Stadt im Tal. Die Strasse, die wieder asphaltiert ist, könnte schlimmer nicht sein. Wir brauchen länger, die großzügig gesäten Schlaglöcher zu umfahren, als vorher auf der Schotterpiste. Wir sehen den höchsten Berg Ecuadors, den Nevada Huascarán durch die Wolken lugen, durchfahren die große Stadt Huaraz und erst weit dahinter rollen wir dann wieder auf einer neuen Strasse dem Eingang des Nationalparks Huascarán entgegen.

Die Landschaft – wir sind inzwischen auf über 3000 m wird spektakulär. Baumlose ockerfarbene Wiesen bedecken mächtige Berge bis zum Horizont. Linkerhand kann man jetzt auch sehr schön die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Blanca sehen. In dem kleinen Örtchen Pachacoto geht dann abermals eine Schotterstrasse zum Eingang des NP und weiter zum Pastoruri Gletscher ab. Auf der nicht so guten Piste holpern wir die 13 km bis zum Kassenhäuschen (5 Soles/Person). Im Park ist sie dann besser und klettert auf über 4000 m. Die Landschaft ist weiterhin ein Traum, alles so weitläufig und die gelbe Farbe verleiht dem Ganzen etwas Ruhiges, Warmes. Uns begegnen lediglich Kühe mit strubbelig langem Fell (die müssen sich ja auch irgendwie gegen die Kälte schützen), wilde Pferde oder eine Schafsherde mit ihrer bunt gekleideten Hüterin. Ja, auch in dieser Einsamkeit leben Menschen. Sie wohnen in winzig kleinen runden Hütten, die aus aufeinander geschichteten Steinen bestehen und mit dem gelben Gras, welches hier überall aus der Erde sprießt, abgedeckt sind. Um ihre kleinen Gehöfte haben sie kreisrunde Steinmauern gezogen. Dann sehen wir die ersten Puya Raimondis, die größten Ananasgewächse der Erde. Sie können über 10 m hoch wachsen, blühen nur einmal in ihrem Leben und das erst nach 50 - 75 Jahren. Der hellgrüne Blütenstiel mit tausenden von kleinen Blüten ist selbst mehrere Meter hoch und wächst aus einem stacheligen Blattwust steil nach oben. Immer höher klettert unser Auto, die Berge werden farbenprächtiger und schon bald sehen wir den ersten Schneegipfel und Gletscher. Das ist der 5504 m hohe Nevados (Gletscher) Raria. Wir fahren auf die andere Seite zum Nevado Tuco, der auf 5479 m liegt. Beim Parken sind wir auf 4800 m und wir laufen noch ein ganzes Stück höher. Natürlich bleibt uns durchtrainierten Wanderhasen bald die Puste weg und wir drehen auf halber Strecke um. Die 5000 m haben wir aber bestimmt geknackt. Nun geht es den ganzen Weg gemütlich wieder zurück. Zur Halbzeit fängt es an zu hageln. Ha, wann haben wir das letzte Mal weißes von oben kommen gesehen. Soll noch einer behaupten, nur Deutschland hat Schnee. An einer Quelle füllen wir unsere Trinkwasservorräte auf, geben einer rotwangigen Andenfrau eine Mitfahrgelegenheit (wir sahen sie schon auf dem Hinweg, was heißt, sie ist schon den ganzen Tag unterwegs) und übernachten in Pachacoto.

An der ausgetrocknete Lagune Conococha biegen wir ab und rollen durch das Tal des Rio Fortaleza über 100 km bergab auf die Panamericana zu. Die USA hätte aus dem Tal sicherlich mehr als einen Nationalpark gemacht, so herrlich ist die Gegend. Es ist Sonntag und die Frauen sind prächtig gekleidet. Außer glänzenden Stoffen, tragen sie Blumen an den Hüten. Wir rollen bis die grünen Berge grau und die Gegend sehr trocken wird. Schwarze Kakteen krallen sich in den weißen Stein und nur am fast trockenen Flussbett ist es grün. Dieses wird immer breiter, bis wir schließlich kurz vor der Küste auf die Hauptstrasse stoßen. In Huacho fahren wir ins Stadtzentrum, weil es uns nach einem Broiler gelüstet. Doch dann geht es schon weiter in Richtung Lima, welches wir heute, am Sonntag, gerne noch durchfahren wollen. Ein paar Mal werden wir an Polizeikontrollen aufgehalten, doch kommen jedes Mal unbeschadet davon, also niemand fragt nach einer Versicherung. Dafür erreichen wir Perus Hauptstadt erst in der Dämmerung. Die Strecke durch Lima zieht sich und der Verkehr ist sehr nervig. Schon 20 km vorm Zentrum ist es ein einziges Gehupe, Gedrängel und es herrscht die bekannte Rücksichtslosigkeit der Lateinamerikaner, wenn sie im Auto sitzen. Olli hat es nicht einfach, das große Fahrzeug durch den dichten Verkehr zu lenken. Zumal es mitten im Zentrum eine sehr große Baustelle gibt und uns die (wirklich sehr gut ausgeschilderte Umleitung) durch enge Nebenstrassen führt Eine Stunde später sind wir dann durch Perus Hauptstadt und fahren auf der sehr guten Autobahn noch im Dunkeln bis zu einer für uns angenehm erscheinenden Tankstelle, wo wir übernachten. Weiter nach Süden geht es am nächsten Morgen. Teilweise fahren wir direkt am Pazifik entlang, doch immer noch durch Wüste. Diese weißen Weiten sind weiterhin beeindruckend für uns. Teilweise sieht es so unecht aus und dann die ärmlichen Basthütten dazwischen, na ja Hütten, es sind eigentlich nur vier aufgestellte Wände. Bei Pisco verwandelt sich der Wüstensand in grüne Felder links und rechts der Strasse. Hier wird Obst und Gemüse, doch vor allem Wein angebaut. Die Spanier führten zur Kolonialzeit die Quebranta Traube ein und seit dem lebt die Region vom Weinanbau. Spanien verhängte sogar einmal ein Embargo, da der spanische Wein durch die Peruanische Marke gefährdet war. Aus dem Wein wird der Traubenschnaps Pisco gebrannt.

In Ica treffen wir auf die Reiseführer eines deutschen Reiseunternehmens, mit denen wir uns ausgiebig unterhalten, dann fahren wir einen Supermarkt an und kommen erst im Dunkeln wieder heraus. Leider müssen wir noch ins Zentrum, denn wir benötigen eine Bank. Jetzt zur Rushhour ist das besonders unangenehm. Wir fühlen uns mit dem großen Fahrzeug wie der Elefant unter Mäusen, denn wir sind in alle Richtungen umgeben von winzigen Taxen und Tuk Tuks. Begleitend dazu gibt es natürlich ein Hupkonzert, wodurch der gemeine Taxifahrer versucht Kundschaft auf sich aufmerksam zu machen oder auch nur anzeigen möchte, dass er existiert. Unser Geld bekommen wir trotzdem und fahren dann schnell aus Ica heraus und in die 3 km entfernte Oase Huacachina. Die kleine schnuckelige Gemeinde liegt wirklich an einer Lagune inmitten von hohen Dünen und besteht fast ausschließlich aus Hotels und Restaurants. Der Reisende kommt hierher um die Dünen zu besteigen, mit einem Sandboard auf ihnen hinab zu gleiten oder eine Sandbuggyfahrt zu unternehmen. Letzteres tun wir und es macht großartigen Spaß mit dem kleinen Fahrzeug – welches jedoch ziemlich laut ist – über die Dünen zu fliegen oder steile Abhänge hinunter zu brettern. Wir versuchen uns sogar auf den Surfbrettern, allerdings bäuchlings. Auch probiere ich hier im sonnigen Huacachina meinen ersten Pisco Sour, das Nationalgetränk Perus.

In Ica besuchen wir das Museum Regional de Ica, mit Exponaten aus der Paracas-, Nasca- und Inkakultur, die in dieser Region aufeinander folgten. Wir sehen wunderschöne Keramiken, tolle Webstoffe (davon wurden leider die besonders großen 2004 gestohlen), Mumien und deformierte Schädel. Die Nascalinien hinter dem Museum kann man sich allerdings sparen. Zu finden ist das Museum auch nicht so einfach, denn es gibt nicht mal am Eingang ein Schild – traurig. Hier können wir jedoch noch Wasser auffüllen und schon fahren wir weiter nach Nasca. Es sind nur 140 km. Wir erreichen zuerst das Gebiet der Nascalinien, welches sich vor der Stadt Nasca befindet. Hier besteigen wir den Turm, den die deutsche Forscherin Maria Reiche errichteten ließ. 2 Soles werden von einem der mindestens 7 Peruaner kassiert, die hier den ganzen Tag auf oder um den Turm abhängen. Von oben kann man im trockenen Wüstenboden zwei Figuren ausmachen, Hände und Baum. Man kann auch sehr schön die schnurrgerade Panamericana verfolgen, die hier durch die steingraue sehr trockene Landschaft führt. Die Gegend um Nasca ist ein Trockenpol der Erde, der allerdings heute durch Umweltverschmutzung immer mehr Regen sieht. Am Flughafen von Nasca besteigen wir ein winzig kleines Flugzeug und überfliegen die weltbekannten Geoglyphen auf ca. 300 m Höhe. Es sei noch erwähnt, dass auch hier jeder versucht einem das Geld aus der Tasche zu ziehen. Angefangen bei den Flügen (60 bis 70 US Dollar pro Person für einen 30 Minuten Flug), über die Flughafensteuer (20 Soles pro Person) bis hin zur Parkgebühr (5 Soles fürs Auto). Nach einer Nacht in Nasca fahren wir 18 km südlich zum Mumienfriedhof Cemeterio Chauchilla (5 Soles) aus der Präinkazeit. Archäologen wie Grabräuber fanden und finden hier hunderte von Gräbern. Die Leichen wurden in mehrere gewebte Stoffbahnen gewickelt und in Hockstellung für die Ewigkeit bestattet. Das trockene Klima mumifizierte sie dann.

Und Nasca bietet noch ein Highlight. Wieder zurück und durch die Stadt, wo wir einen Ölwechsel machen lassen, biegen wir nach Osten ab. Hier finden sich die ‚Acueductos de Cantayoc’. Das sind unterirdische Wasserkanäle, die man über wendelförmige Einstiege hinabklettern kann. Die Aquädukte leiten das Wasser aus den Anden zur Bewirtschaftung der Felder in die Küstenebene. Sie werden noch heute von den Bauern genutzt und ständig ausgebessert. Wie große Schnecken graben sie sich nacheinander in die Erde. Von Nasca führt uns unsere Route nun über eine neue Strasse über mehrere Pässe und durch traumhafte Landschaften ins fast 700 km Cusco, doch dazu mehr im nächsten Bericht.