Bolivien, Genuss für Sinne und Geldbeutel – 6. bis 28. November 2010

Wir verlassen Puno gegen 10 Uhr und fahren auf direktem Wege und immer am riesigen Titicaca-See entlang, zur Grenze nach Bolivien. Als wir von der Panamericana nach Yungoyo abbiegen, wird die Strasse schlecht, eigentlich wie immer vor einer Grenze. Die Grenzformalitäten sind sehr einfach. Die Ausreise aus Peru ist bereits in 10 min abgewickelt. Auf bolivianischer Seite bekommen wir 90 Tage in unsere Pässe gestempelt, nur beim Autoimport flutscht es nicht ganz so gut. Es geht schon einmal damit los, dass der Beamte uns beim Hereinkommen anmeckert, dass wir unser Auto hinter der Absperrung geparkt haben – na dann sollen sie doch was sagen, er saß doch mit drei anderen im Auto und hat sich die Parkaktion mit angesehen... Doch anstatt etwas zu erwidern, machen wir einen auf „no entiendo“ bis der Beamte endlich aufgibt und sich unseren Papieren zuwendet. Als es um die Aufenthaltsdauer geht, will er uns weismachen, dass es an dieser Grenze für Fahrzeuge nur 30 Tage gibt. Wir wissen aber von Freunden, dass das nicht stimmt. Mittlerweile haben wir begriffen, dass er auf ein Taschengeld aus ist. Na gut, sagen wir, wenn es nur 30 Tage gibt, dann sind wir in 30 Tagen halt wieder raus aus Bolivien ohne alles gesehen zu haben. Etwas verwirrt schaut er uns an, er hatte wohl mit mehr Widerstand gerechnet oder doch mit Geld. Geschlagen und ohne einen weiteren Kommentar stempelt er eine 90 ins Papier und überreicht es uns. Die ganze Lügerei ist ihm nicht einmal peinlich. Na das ist ja schon mal ein toller Einstieg ins neue Land Bolivien.

8 km hinter der Grenze und auch direkt am riesigen Titicaca-See liegt unser nächstes Ziel – Copacabana (http://de.wikipedia.org/wiki/Copacabana_%28Bolivien%29) . Das kleine Städtchen hat eine lange Geschichte – sowohl bei der Aymara- als auch der Inkakultur – was sich die Christen zu Nutze machten. Heute ist es auch ein bekannter Wallfahrtsort Boliviens. Der berühmte Strand in Rio (Brasilien) bekam übrigens seinen Namen von hier, als dort zu Ehren der schwarzen Madonna von Copacabana eine Kapelle errichtet wurde. Von hier aus kann man auf die zwei Inseln – ‚Isla del Sol y Isla de la Luna’ übersetzen, die Geburtsstätte des Schöpfergottes der Inka. Die Inselbesichtigung verschieben wir auf später und besichtigen erst einmal den hübschen touristischen Ort Copacabana. Hier in der riesigen Kirche ‚Basilica Virgen de la Candelaria’, werden zweimal täglich Autos gesegnet, die vorher feierlich mit Blumen und sonstigem Krimskrams geschmückt werden. Na da kann der Bolivianer ja wieder fahren wie die wilde Wutz… Am Strand kann man in den unzähligen kleinen Restaurants sehr guten Fisch essen. Abends besteigen wir den Cerro Calvario, um von oben den Sonnenuntergang über dem Titicaca-See zu erleben. Der Aufstieg ist anstrengend, dennoch lohnt der Ausblick von oben die Mühe.

Unser Schiff zur Geburtsstätte der Inkakultur geht morgens um 8:30 Uhr. Wir haben uns bei „Copacabana Tours“ ein Ticket gekauft, das nächste Mal würden wir allerdings „Andes Amazonia“ wählen, denn das Boot ist leerer und schneller. Obwohl es sehr voll ist, ergattern wir noch zwei Plätze auf dem Oberdeck, wo es zwar windig ist, doch man einen wunderbaren Blick genießt. Nach einer verspäteten Abfahrt, kommen wir nach 2 h am Nordhafen Cha’llapampa der ‚Isla del Sol’ (http://de.wikipedia.org/wiki/Isla_del_Sol) an. Wir machen uns gleich auf den Weg zum Museum, wo man das Ticket für alle Sehenswürdigkeiten der Nordinsel erwerben kann. Schnellen Schrittes geht es bergauf zum Sonnentempel, denn uns verfolgt nicht nur eine Gruppe Wanderstockbewaffneter Franzosen sondern bis zur Abfahrt des Schiffes von der Südspitze sind es nur noch 4 Stunden und wir haben einen Weg von mehr als 8 km vor uns. Am Sonnentempel angekommen (ca. 30 min/2 km vom Hafen) verweilen wir kurz und dann geht es auch schon in die andere Richtung und quer über die karge Insel. Wir lernen die Holländerin Anna kennen und gemeinsam wandern wir auf über 3700 m mehrere Berge hinauf und hinab. Die Rundumblicke mit einer schneebedeckten Cordillera Real in der Ferne und dem blauen See im Vordergrund sind wunderschön. Am Ende der Strecke erreichen wir den kleinen Ort Yumani wo es wieder Hotels und Restaurants gibt. Zum Hafen geht es über die ziemlich steil abfallende Inkatreppe und vorbei an der ‚Fuente del Inca’. Bei herrlichstem Sonnenschein fahren wir mit nur einem Motor zurück nach Copacabana, wo wir den gelungenen Tag mit einem großen Bier und Forelle beenden.

Da es in Copacabana keine Geldautomaten gibt, tauschen wir einige Dollar, bevor wir den sonnigen Ort in Richtung La Paz verlassen. Auch mit dem Tanken ist es schwierig, Ausländische Kennzeichen sollen hier den doppelten Preis zahlen (7 Bolivianos/l). Am Ortsausgang von Copacabana werden wir noch einmal zur Kasse gebeten. Hier werden nicht nur die Grenzpapiere noch einmal gestempelt, man erbittet auch 20 Bol und gibt uns dafür eine eher zweifelhafte Quittung. Wir bewegen uns nun in südliche Richtung überfahren einen Pass. Vom Kamm aus sehen wir den enormen Titicaca-See zu beiden Seiten liegen. In Tiquina bringt uns eine wackelige Fähre (Preis vorab verhandeln) bei starkem Wind, jedoch sicher, über die schmalste Stelle des Sees. Der Camper, der auf aneinander gereihten Holzbohlen steht, schwankt gefährlich bei der Überfahrt. Nach ca. 2 h auf dem Altiplano kommen wir in leichten Regen und erreichen kurz darauf Boliviens Regierungssitz und inoffizielle Hauptstadt ‚La Paz’. Diese Millionen Metropole erstreckt sich auf 187 qm und fällt von der Schwesterstadt El Alto, die auf 4100 m liegt, in den Talkessel La Paz bis 3100 m ab. Wir wollen uns vom GPS zu Ernestos Werkstatt führen lassen, was leider überhaupt nicht funktioniert. La Paz hat viele Über- und Unterführungen und manche Strassen sind so steil, dass wir sie mit dem Camper nicht fahren können. Ganz abgesehen davon, dass die vierspurige Einfahrtsstrasse in einem Wirrwarr von Marktständen und dem Busbahnhof abreißt. Am Ende nehme ich ein Taxi zum Vorfahren und selbst da denke ich mehrmals, dass Olli die Steigung hinter uns nicht hochkommt, doch es klappt. Ernesto – der den Ruf des besten Mechaniker Südamerikas genießt – hat erst eine Woche später für uns Platz und Zeit und so fahren wir von hier zum Hotel Oberland, welches etwas außerhalb, doch in einer wunderschönen Gegend liegt. Der Stadtteil nennt sich Mallasa und neben den normalen Behausungen findet man hier auch die ein oder andere große Villa. Das Hotel Oberland wird in den nächsten Tagen für uns wieder zum Treffpunkt mit anderen Autoreisenden. Doch zunächst einmal schnallen wir den Camper ab und fahren nur mit dem Auto in die nördlich von La Paz gelegenen ‚Yungas’ (http://de.wikipedia.org/wiki/Yungas).

Relativ gut finden wir aus der riesigen Stadt nach Norden heraus, doch gleich hinter den letzten Häusern wird das Wetter schlechter. Zwei Stunden fahren wir nun auf der neuen Strasse durch tief hängende Wolken und sehen nichts von der angeblich spektakulären Landschaft. Erst auf unter 2000 m öffnet sich für uns die Sicht auf die dschungelartig bewachsenen Berge und das hoch über uns, an den Bergen klebenden Coroico – unseren Zielort. Die Strasse hinauf zum Ort, wurde durch zwei neue Schilder angekündigt, doch scheint sie nicht die Richtige zu sein. Sie ist eng, mit Grün fast zugewachsen und lediglich von interessanten Vögeln bevölkert. Wir sind sehr froh, nur das Auto dabei zu haben und auch im kleinen verwinkelten Coroico wäre das Fahren mit Camper schwierig geworden. Es ist schon dämmrig, als uns die Strasse auf dem Hauptplatz des Ortes ausspuckt. Von hier geht es hinauf zum Hotel Esmeralda, wo wir uns für zwei Tage einmieten. Dort lernen wir gleich Sunne und Paul aus den Niederlanden kennen, mit denen wir sogleich Pizza essen gehen und später bei Carla – auch einer Niederländerin - noch etwas trinken. Auch den nächsten Tag verbringen wir mit den beiden, essen selbst gemachtes Lavendelsorbet in der wunderhübschen ‚Villa Bonita’ (http://bolivia-online.net/content/datenblatt.php?institution=lapaz/hoteles/villabonita) , liegen am Hotelpool und gehen abends wieder gemeinsam essen. Der Ort ist so klein, dass wir ständig auf die anderen Hotelgäste treffen und schließlich alle gemeinsam den Abend am zentralen Platz vor einem Kiosk verbringen, denn gute Bars bietet Coroico nicht. Wir verlassen den gemütlichen Ort – diesmal auf der Hauptstrasse - und fahren hinab ins Tal und in Richtung Todestrasse, der ‚Carretera del Muerto’. Eigentlich ist sie das heutzutage nicht mehr sondern hat ihren Namen noch von der Zeit, als es die neue Asphaltstrasse noch nicht gab und aller Verkehr hier lang musste. Über 3000 Höhenmeter geht es von hier hinauf und zurück nach La Paz. Heute benutzen fast ausschließlich todesmutige, Fahrrad fahrende Touristen die Strecke, allerdings von oben nach unten. Bevor wir auf diesem Wege zurückfahren, besuchen wir die Tierauffangstation Senda Verde (http://www.sendaverde.com/) . Hier kann man für kleines Geld ein tolles Mittagbuffet zu sich nehmen und anschließend eine Führung über das grüne Gelände mit den vielen Tieren machen. Neben Papageien, Schildkröten, Schlangen und Kaimanen sind es vor allem die Affen, die einen hierher locken. Verspielt klettern sie auf uns herum, interessieren sich ganz besonders für die Kameras oder den Inhalt der Hosentaschen.

Erst am späten Nachmittag geht es weiter und wir stehen am Fuss der gefährlichsten Strasse der Welt, der berühmten Todesstrasse, die gleich hier auf 1200 m beginnt. Zuerst scheint es uns noch nicht so gefährlich, die Gegend ist allerdings eine Augenweide. Wir umfahren das grüne Tal und klettern eng an den Berg gepresst immer höher und höher. Erst später, als wir bereits 2000 Höhenmeter gemacht haben, gibt es ein paar sehr enge Stellen, wo es auf einer Seite – natürlich auf meiner – steil bergab geht und auf der anderen große Felsbrocken überhängen, an denen wir mit dem Camper vielleicht Schwierigkeiten gehabt hätten. Fahrräder sind jetzt am Nachmittag nicht mehr unterwegs und uns begegnen höchstens zwei andere Fahrzeuge. Nachdem wir wieder Asphalt unter den Rädern haben, haben wir auch gleich drei Bolivianer auf dem Truckbett und an einer Militärkontrolle werden wir gebeten, weitere 12 Leute aufzuladen. Die armen frieren vermutlich sehr, als es über den 4650 m hohen La Cumbre Pass zurück nach La Paz geht. Doch sie bedanken sich alle einzeln und sehr herzlich über die Mitfahrgelegenheit. Wir finden den Weg durch die Stadt und zurück zum Oberland ohne uns ein einziges Mal zu verfahren, was wahrscheinlich Glückssache ist. Der Hotelparkplatz hat sich in der Zwischenzeit gefüllt und wir lernen Monique und Eugen, Robin, Jenny und Ben kennen. Die nächsten Tage vergehen wie im Flug. Unser Auto und auch die der anderen Reisen sind zu Gast in Ernestos Werkstatt, abends wird gemeinsam gegrillt und bis spät in die Nacht zusammen gesessen.

Wir besichtigen die Innenstadt von La Paz mit den sich gerade im Bau befindlichen Plaza San Francisco und gleichnamiger Kathedrale, besuchen den so genannten ‚Hexenmarkt’ (http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,590449,00.html) mit getrockneten Lama-Föten, Schlangenfleisch und Liebespulver und auch den „Schwarzmarkt“ auf dem man angeblich preiswerte elektronische Geräte erwerben kann. Wir entdecken ein gutes Restaurant, wo wir gleich zweimal einkehren. Nach dem üppigen Buffet, gibt es sogar einen Pisco auf Kosten des Hauses, welchen der nette Kellner aus einem in ein Tuch gewickeltes Einweckglas einschenkt. Nachdem wir artig die Gläser geleert haben, lüftet er das Tuch und zum Vorschein kommt eine große, tote Schlage, die dem Getränk seine aphrodisierende Wirkung geben soll… Im klitzekleinen Coca-Museum erfahren wir, dass Sigmund Freud der erste Kokainkonsument war und nach welchen Launen Kolonialherrscher als auch die USA, Cocaproduktion verbot oder vorschrieb.

Der Aufenthalt unseres Trucks bei Ernesto verlängert sich auf zehn Tage. Leider wurde in Cusco beim dreimaligen und überflüssigen Auseinandernehmen der Servopumpe, diese kaputt zerlegt. Nun benötigen wir eine neue, die wir glücklicherweise aus Santa Cruz bekommen und nicht wie befürchtet aus Chile oder sogar den USA importieren müssen. Wir verbringen derweil eine angenehme Zeit im Hotel Oberland. Anna und Hannes, die wir bereits aus Cusco kennen, geben sich hier auch für einige Tage ein Stelldichein. Olli fährt immer wieder zu Ernesto in die Werkstatt, um den Fortschritt der Arbeiten zu kontrollieren. Einmal erkennt er unser Auto kaum wieder, denn das gesamte Truckbett ist abgebaut und steht nun hinten zum Waschen bereit. Grund dafür sind Schweißarbeiten, die erledigt werden müssen. Olli fotografiert alles genauestens. Wir bekommen neue und lt. Ernesto sehr gute Bremsbelege, neue Stossdämpfer und mehrere Gummis werden erneuert und abgeschmiert.

Zweimal versuchen wir von La Paz aus, einen Ausflug ins höchstgelegene Skigebiet der Welt Chacaltaya kurz hinter El Alto zu unternehmen. Das erste Mal fahren wir bei Robin im Bulli mit. Jenny und Ben sind mit ihrem Jeep auch mit von der Partie. Nach einem stundenlangen Rausgefummel aus der verbauten Stadt, lassen wir endlich die letzen Häuser El Altos hinter uns und fahren auf den schneebedeckten Huayana Potosi (6088 m) zu. Das typische Gesicht des baumlosen Altiplano zeigt sich und gleichzeitig ein wunderbarer Blick auf das riesige La Paz mit dem schneebedeckten Illimani dahinter. Wir machen Fotos und freuen uns der schönen Umgebung. Doch unsere Fahrt nimmt ein jähes Ende, als ein Pickup-Truck quer auf der ohnehin schon schmalen Piste steht. Hier hat es einen schlimmen Unfall gegeben. Das Auto mit den vier jungen Männern war anscheinend zu schnell und hat sich mehrmals überschlagen. Einer der vier Insassen liegt nun röchelnd mit offenem Bauch und Gesicht im Strassengraben, das Blut schon eingetrocknet und wir sind die einzigen weit und breit, die helfen könnten. Die anderen drei jungen Männer bitten uns den Verletzten ins Krankenhaus zu fahren. Natürlich ist uns bewusst, dass wir uns als Touristen niemals in eine solche Situation einmischen dürfen, doch sollen wir den Verletzten hier liegen lassen. Kurz entschlossen breiten wir eine Plane über Robins Bett aus und zwei der Männer tragen den Verletzten hinein. Auf der holprigen Schotterstrasse versuchen die beiden Männer, die mitgefahren sind, ihr Möglichstes, ihren Freund am Leben zu halten. Doch als wir nach langem Suchen endlich eine Klinik in El Alto finden, ist es bereits zu spät. Die Krankenschwester kann nur noch den Tod des Mannes feststellen. Wir sind schockiert und enttäuscht, aber wer weiß, wie lange er dort oben schon gelegen hatte. Betreten, doch ohne weitere Erklärungen machen wir uns aus dem Staub. Hinter zwei Ecken verabschieden wir Jenny und Ben, die weiter nach Copacabana fahren und treten mit komischem Gefühl im Bauch den Rückweg zum Oberland an. Hoffentlich hat niemand Robins Kennzeichen notiert. Das ist eine schlimme Sache, aber viele Menschen hier fahren sehr rücksichtslos und der junge Mann war offensichtlich nicht einmal angeschnallt.

Einige Tage später, als wir unseren Truck nach allen Reparaturen und Verbesserungsarbeiten aus Ernestos Werkstatt holen, machen wir mit Robin noch einmal die Fahrt zum Chacaltaya. Der Pick-up ist weg, doch man sieht noch deutlich seine Spuren und das zerbrochene Glas. Diesmal kommen wir ohne Zwischenfall bis hinauf ins ehemalige Skigebiet. Leider hängt über uns eine graue Wolke, doch der benachbarte Schneeberg Huayana Potosi steht vor einem blauen Himmel. Das Gletschereis auf dem Chacaltaya hat sich schon vor mehreren Jahren zurückgezogen. Wir fahren höher und höher, genießen die tolle Aussicht und erklimmen schließlich 5200 m. Die Luft hier oben ist dünn, ein starker Wind weht uns um die Ohren und es ist schweinekalt. Unter uns liegen blaugrüne Lagunen und in der Ferne das riesige El Alto, dass an einem lang gezogenen Abhang steil in den Talkessel La Paz abfällt.

Bevor wir La Paz und das Hotel Oberland endgültig verlassen, gibt es noch mehrere nette Abende mit anderen Reisenden wie Bettina und Walter, Sandra und Andi, na und Robin natürlich. Außerdem geben wir uns einen Tag ausgiebigen Shoppens im Zentrum von La Paz. Wir füllen unsere Essenvorräte in dem gut bestückten Hypermaxi auf, füllen unsere Taschen mit Bolivianos und schnallen den Camper wieder auf den Truck. Der Camper erfährt überdies eine komplette Reinigung von außen wie von innen und Olli erledigt auch mehrere Bastelarbeiten. Am Abreisetag besuchen wir noch das in Fußnähe liegende ‚Valle de la Luna’. Dieses nicht allzu große Gebiet mit Pinakeln aus Sandstein wäre wieder einmal ein überlaufener Nationalpark in den USA. Der Rundweg über kleine Brücken, schmale Wege und Treppen führt uns in etwa einer halben Stunde durch das märchenhafte weiße Monolithengelände.

Gemeinsam mit Robin verlassen wir nun unwiderruflich das Hotel Oberland. Die steile Hauptstrasse bringt uns von ca. 3700 auf 4200 Höhenmeter bis rauf nach El Alto. Eine Schreckminute bleibt unser Harry mitten in einer dieser steilen Kurve stehen, doch dann geht’s glücklicherweise im ersten Gang weiter. Wir finden sehr gut aus dem Moloch heraus, denn inzwischen sind wir die Strecke schon mehrere Male abgefahren, und landen auf der 4-spurigen Strasse die Richtung Oruro führt. Unser nächstes Ziel ist der Nationalpark Sajama mit dem gleichnamigen höchsten Berg Boliviens.